Die Flamme der FPÖ

„Lächer­lich“ sei der Vor­wurf der Salzburg­er Grü­nen, wonach das Lied „Flamme empor“ einen Bezug zum Nation­al­sozial­is­mus habe, postete die neue Vor­sitzende der Salzburg­er FPÖ, Mar­lene Svazek. Die „Neue“ durfte am 18. Juni die Feuerrede bei der blauen Son­nwend­feier in Anther­ing hal­ten und postete dazu ein Bild des bren­nen­den Feuer­stoßes mit dem Liedti­tel „Flamme empor“. Stra­che zog gestern mit ein­er etwas selt­samen Garten­gril­l­vari­ante mit Liedti­tel nach.

„Heute“ wusste zu bericht­en, dass Stra­che sein Garten­grill­fo­to zuerst ohne den Liedti­tel online gestellt und den erst später hinzuge­fügt hat. Man darf also annehmen, dass dem FPÖ-Chef die Erwäh­nung des Liedti­tels wichtig war. Warum eigentlich?


Stra­ches FB-Post­ing (Quelle: heute.at)
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„Das Lied ist im Nation­al­sozial­is­mus beim rit­uellen Entzün­den der Son­nwend­feuern gesun­gen wor­den”, begrün­det der grüne Land­tagsab­ge­ord­nete Simon Hof­bauer seine Kri­tik: „Das ist ein unver­schämter Umgang mit NS-Sym­bo­l­ik“. Die neue Lan­deschefin Svazek kann da nur dage­gen­hal­ten, dass das Lied aus dem Jahr 1814 stamme. Und dann der Klas­sik­er: „Sie könne nichts dafür, wenn das Lied im Nation­al­sozial­is­mus miss­braucht wor­den sei“, wird sie von der APA zitiert.


Svazeks FB-Post­ing (Quelle: heute.at)

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Für die Nutzung des Textes von „Flamme empor“ durch die Nazis kann sie freilich nichts, für ihre Nach­nutzung schon! Schließlich ver­hält es sich mit diesem Lied so wie mit anderen von den Nazis ver­wen­de­ten Liedern wie etwa „Wenn alle untreu wer­den“ oder Sym­bol­en wie dem Hak­enkreuz, das eine lange Geschichte vor dem Nation­al­sozial­is­mus hat, nach der NS-Zeit aber aus guten Grün­den ver­boten wurde: sie sind nicht von ihrer pro­pa­gan­dis­tis­chen Nutzung durch den Nation­al­sozial­is­mus zu tren­nen und daher pfui!


„Flamme empor”, NS Version
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Bei „Flamme empor“ wird das beson­ders deut­lich. Es gab näm­lich ursprünglich eine freimau­rerische Vari­ante des Textes, die deut­lich weniger nation­al­is­tisch war als die zweite, wesentlich gebräuch­lichere, von den Nazis ver­wen­dete Vari­ante. Die freimau­rerischen Ursprungsvari­ante lässt zwar auch „ alle Feinde erble­ichen“, aber die „fin­stere Nacht“, die auf „Ger­maniens Gauen“ lag, fehlte eben­so wie der Schwur „am Flam­menaltare Deutsche zu sein“.

Durchge­set­zt hat sich die dumpf (deutsch)nationalistische Vari­ante. Dass sich die FPÖ darauf bezieht, spricht für sich!