Schwerhörig bei braunen Tönen

Lesezeit: 2 Minuten

Schwer­hö­rig­keit ist nicht so sel­ten. 19 Pro­zent der Gesamt­be­völ­ke­rung über 14 Jah­re in Deutsch­land haben kei­ne nor­ma­le Hör­schwel­le mehr. Das wird in Öster­reich nicht viel anders sein. Eine regio­na­le und spe­zi­fisch auf brau­ne Töne fixier­te Schwer­hö­rig­keit ist in der Wis­sen­schaft aller­dings unbe­kannt, obwohl sie in Kärn­ten gera­de akut auf­tritt. Die „Sieg Heil“- Rufe aus Ran­gers­dorf hat nie­mand gehört, die ras­sis­ti­schen Beschimp­fun­gen am Sport­platz in Afritz auch nicht.

Der Kärnt­ner Ver­fas­sungs­schutz hat sei­ne Ermitt­lun­gen wegen der „Sieg Heil“-Rufe beim Fest der Frei­wil­li­gen Feu­er­weh­ren in Flat­tach auf­ge­nom­men, schreibt die „Klei­ne Zei­tung“, stieß dabei aber auf tau­be Ohren. Bis­her will nie­mand brau­ne Töne gehört haben – aus­ge­nom­men der Anzeiger.

Ähn­lich die Vor­komm­nis­se von Afritz. Dort wur­de am Sport­platz Mar­cel Kpa­bi­tey, der Tor­hü­ter der Gäs­te aus Maria Gail, bei einem Spiel der Nach­wuchs­mann­schaf­ten Ende Mai mas­siv beschimpft. Wie die „Woche Kärn­ten“ (Nr. 25 vom 22.6.16) schreibt, hat der Tor­hü­ter, der seit acht Jah­ren für den Ver­ein spielt, „eine ver­gleichs­wei­se dunk­le Haut­far­be“. Das hat schon dafür gereicht, dass Mar­cel übel beschimpft wurde.

„Was sich die­ser sport­li­che jun­ge Mann auf Grund sei­ner Haut­far­be von den Afrit­zer Zuschau­ern anhö­ren muss­te, kann ich an die­ser Stel­le nicht wie­der­ho­len, es war zu tief“, schreibt die Vil­la­che­rin Eva U. Die Kampf­mann­schaft der Mai­ra Gai­ler soli­da­ri­sier­te sich mit ihrem Nach­wuchs­spie­ler und lief vor weni­gen Tagen mit „No to Racism“-Shirts zum Match in Afritz ein.

Der Obmann der Maria Gai­ler steht zu den Vor­wür­fen: „Es hat böse Beschimp­fun­gen gegen Mar­cel gege­ben. Unser Tor­mann hat­te kei­ne Chan­ce, irgend­wie aus­zu­wei­chen, denn sein Tor stand direkt vor der Kan­ti­ne. Und von dort kamen die Rufe.“ Auch die Mut­ter eines Spie­lers bestä­tigt das, wäh­rend der Obmann der Afrit­zer zwar nicht am Platz anwe­send war, aber trotz­dem gehört haben will, dass nichts zu hören war: „Aber nach allem, was mir geschil­dert wur­de, wei­se ich die Ras­sis­mus-Vor­wür­fe ent­schie­den zurück.“ (alle Zita­te: Woche Kärn­ten)