Linz: Wiederbetätigung mit Hakenkreuz-Strampler

Der Angeklagte (21) aus dem Müh­lvier­tel beze­ich­nete das, was ihm die Anklage vor­warf, als „dep­perte Rauschgeschichte“. Was ange­blich eine Feier zur Geburt seines neuge­bore­nen Sohnes sein sollte, wurde aber nicht nur zu einem alko­holis­chen Exzess, son­dern auch zu ein­er neon­azis­tis­chen Geschmack­losigkeit der Son­derk­lasse. Der Kindesmut­ter war das zu viel. Sie zeigte ihren Ex-Lebens­ge­fährten an.

Das Gratis­blatt „heute“ (15.6.2016 , OÖ-Aus­gabe) begann seinen Bericht mit dem Wun­sch: „Hier bleibt nur zu hof­fen, dass das Kind nicht wie der Papa wird“. Der „Papa“ des Neuge­bore­nen und dessen Mut­ter hat­ten näm­lich die Idee, die Geburt des Buben dadurch zu krö­nen, dass die Mut­ter des Beschuldigten, also die Groß­mut­ter, einen Stram­pler mit Hak­enkreuz und Reich­sadler bedruck­te. Der Neuge­borene wurde von seinem Papa dann in den Stram­pler gesteckt und fotografiert. Sich selb­st und den Fre­un­den, die mit ihm feierten, ver­passte er aufge­malte Hitler-Bärtchen und zeigte die rechte Hand zum Hitlergruß.


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„Ich habe es für lustig gehalten“(OÖN, 15.6.2016), ver­ant­wortete sich der Müh­lviertler vor Gericht. Ähn­lich seine Mut­ter, für die das damals „nur ein Scherzartikel“ gewe­sen sein soll. „Wir waren alle sehr betrunk­en“, ver­ant­wortete sich die Oma. Das ließ der vor­sitzende Richter nicht gel­ten und ver­wies darauf, dass sie beim Anfer­ti­gen des Stram­plers wohl noch nicht betrunk­en gewe­sen sein könnte.

Die als Zeu­gen ein­ver­nomme­nen Fre­unde des Angeklagten kon­nten sich natür­lich an gar nichts mehr erin­nern – obwohl es aus­re­ichend Fotos von ihren üblen Nazi-Späßchen gab. Es nützte nichts. Der Angeklagte wurde zu 6 Monat­en bed­ingter Haft verurteilt, die allerd­ings noch nicht recht­skräftig sind.