Innsbruck: Nazi-Polizist verurteilt

Mit­tler­weile ist er zwar in Pen­sion, aber bei der Geschichte, die da vor dem Lan­des­gericht Inns­bruck abge­han­delt wurde, ist es fak­tisch unmöglich, dass seinen früheren Arbeit­skol­le­gen die poli­tis­che Ein­stel­lung des 64-jähri­gen Unter­län­der ver­bor­gen geblieben ist. Bei dem pen­sion­ierten Polizis­ten fand die Polizei bei ein­er Haus­durch­suchung ein regel­recht­es NS-Muse­um. Vertei­digt wurde der Nazi-Polizist im Ruh­e­s­tand übri­gens vom Tirol­er FPÖ-Chef Abwerzger.

Eine Aus­fahrt mit seinem Motor­rad war nicht so gün­stig für den Angeklagten. Sein Bike, auf dem ein Nazi-Abze­ichen prangte, wurde fotografiert und wan­derte zum Ver­fas­sungss­chutz. Dort dürfte die Über­raschung groß gewe­sen sein, als man auf den pen­sion­ierten Kol­le­gen als Fahrzeughal­ter stieß. Bei ein­er Razz­ia in seinem Haus in Schwaz fand man jede Menge ein­schlägiges Material:

„Hak­enkreuz-Fah­nen, NS-Orden, eine Büste von Adolf Hitler sowie eine Puppe, die den Arm zum Hit­ler­gruß aus­gestreckt hat­te. Außer­dem fand die Polizei auch Waf­fen, die nicht deak­tiviert — also unbe­nutzbar — gemacht wor­den waren“ (ORF Tirol).


Tirol­er FPÖ-Chef Abw­erzger als Verteidiger
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Vor dem Geschwore­nen­gericht ver­suchte es der Angeklagte zunächst mit ein­er schriftlichen Erk­lärung, in der er die Vor­würfe zwar weit­ge­hend bestätigte, aber behauptete, kein Nazi zu sein. Er sei famil­iär geprägt – der Vater war in Hitlers Leib­stan­darte. Der und dessen ehe­ma­lige Kam­er­aden hät­ten ihm die Nazi-Devo­tion­alien großteils geschenkt, ihn habe das Miiltärische und nicht das Poli­tis­che am Nation­al­sozial­is­mus inter­essiert usw……..blabla.

Die Geschwore­nen ließen sich von ihm und seinem Vertei­di­ger, dem FPÖ-Chef Abw­erzger, nicht überzeu­gen und befan­den den Angeklagten der NS-Wieder­betä­ti­gung für schuldig. Das Urteil,ein Jahr bed­ingte Frei­heitsstrafe und 5.400 Euro Geld­strafe, ist noch nicht rechtskräftig.