St.Pölten: Musikfan oder Neonazi?

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Am Lan­des­ge­richt St. Pöl­ten fand am Diens­tag ein Schwur­ge­richts­pro­zess wegen des Ver­dachts der Wie­der­be­tä­ti­gung gegen Chris­toph M. (26) statt. Der Most­viert­ler, beruf­lich OP-Gehil­fe, war in einem neo­na­zis­ti­schen Inter­net-Forum aktiv. Als das Forum von der Jus­tiz abge­dreht wur­de, tauch­te der Most­viert­ler als eif­ri­ger User auf. Er hat­te über das Forum CDs von Nazi-Bands ver­kauft und war auch mit den Neo­na­zis von Objekt 21 in Kontakt.

Als die Ermitt­ler auf den Namen des Most­viert­lers stie­ßen, fand erst mal eine Haus­durch­su­chung statt, bei der aller­lei Nazi-Devo­tio­na­li­en gefun­den wur­den. Zusam­men mit dem Han­del von Nazi-Musik reich­te es für eine Ankla­ge wegen NS-Wie­der­be­tä­ti­gung. Vor Gericht ver­such­te der Ange­klag­te trotz­dem, sich eher als Musik-Ästhet dar­zu­stel­len: „Es ging mir mehr um die Musik, nicht den Inhalt.“ (Kurier, 29.7.2015) Bei­des zählt bei B.s Nazi-Bands zum Schreck­lichs­ten, was im musi­ka­li­schen Bereich zu fin­den ist. Zu den Favo­rits von Chris­toph M. gehör­te etwa die Grup­pe „Hass­ge­sang“. Eine Kost­pro­be des Nazi-Schrotts aus dem Song „Isra­el“:

„Stürzt euren Staat, dann habt ihrs in der Hand
Befreit die gan­ze Welt von die­sem Land
Hei­lig sei allen Völ­kern der Befehl
Atom­ra­ke­ten auf Israel.“

Allein dafür sind die 18 Mona­te beding­ter Haft, die der Ange­klag­te aus­ge­fasst hat, mehr als gerecht­fer­tigt. Das Urteil ist bereits rechtskräftig.