FPÖ Salzburg : Wiedermann ist wieder da

Es gibt ja reich­lich Erfahrun­gen bei der FPÖ mit dem Spiel „Bin schon weg, bin schon wieder da“. In den aller­let­zten Jahren wurde es aber eher stillschweigend prak­tiziert, nicht so lär­mig wie bei Haider. Was macht man aber, wenn ein Abge­ord­neter ganz öffentlich aus der FPÖ aus­ge­treten ist und danach Funk­tionäre aus­geschlossen wer­den, weil sie ihn belei­digt haben sollen? Alles kein Problem.

Fritz Wie­der­mann war Land­tagsab­ge­ord­neter der Salzburg­er FPÖ. Bis zum Jän­ner 2015 – dann trat er aus dem Land­tagsklub und aus der Partei aus. Begrün­dung „Unüber­brück­bare Dif­feren­zen“. Mehr gab’s nicht. Das Man­dat behielt er freilich.

Im Mai dann eine Eskala­tion. In einem offe­nen Brief („Nein zum Man­dat­sraub“) forderte der Flach­gauer FPÖ- Bezirksparteiob­mann Wie­der­mann auf, sein Man­dat zurück­zule­gen. Der kon­terte mit ein­er Strafanzeige gegen drei FPÖ-Funk­tionäre wegen Ver­leum­dung, und die Salzburg­er Lan­despartei dop­pelte nach, indem sie die drei Funk­tionäre und noch einen aus der Partei auss­chloss und den Lan­des­geschäfts­führer der FPÖ und Mitar­beit­er kündigte.

Ein ver­i­ta­bler Machtkampf in der Salzburg­er Partei, in dem die Oppo­si­tion gegen die „alte“ Parteispitze um Doppler und Schnell, die die Auss­chlüsse ver­fügt hat­ten, von den Bezirken Flach­gau und Salzburg-Stadt getra­gen wurde. In der Stadt Salzburg hat­te sich kurz nach dem Aus­tritt von Wie­der­mann Andreas Reindl als Klubob­mann im Gemein­der­at wählen lassen und damit Andreas Schöp­pl ent­machtet.


Reindl und die Iden­titären, „Plat­tform gegen Rechts in Salzburg“
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Die Auss­chlüsse vom Mai beun­ruhigten die Bun­desparteispitze, die ziem­lich offen mit der Salzburg­er Oppo­si­tion sym­pa­thisierte und so erk­lärte sie, dass die Auss­chlüsse nicht anerken­nt wür­den. Da hat sie aber offen­sichtlich nicht mit Schnell gerech­net. Der hat schon ganz andere Stürme und Auss­chlus­sorgien überstanden!

Jet­zt erk­lärte Schnell, dass Wie­der­mann wieder Mann in Klub und Partei sei und begrün­dete das so:

„Es wur­den Mitte Mai einige Leute aus der Partei aus­geschlossen, Darum bestand kein Grund für Wie­der­mann, nicht wieder in der Partei mitzuar­beit­en“ (Salzburg­er Nachricht­en, 5.6.2015).


Schlamm­schlacht in der Salzburg­er FPÖ. Bis ein­er weint… (Sym­bol­bild)
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Da bish­er nie­mand die Bun­despartei danach gefragt hat, was Schnells Hal­tung für ihre Nich­tan­erken­nung der Auss­chlüsse bedeutet, bleibt der eine Pein­lichkeit erspart. Ein möglich­er Ausweg zeich­net sich allerd­ings auch schon ab. Ein­er der Aus­geschlosse­nen hat der Gratiszeitung „Salzburg­er Fen­ster“ treuherzig erk­lärt, dass er das Gerücht (das für Wie­der­mann Grund für die Ver­leum­dungsanzeige und für die Salzburg­er Parteispitze Grund für den Auss­chluss von drei Funk­tionären war) zwar gehört, aber nicht weit­er­ver­bre­it­et habe. Wenn die andern auch noch erk­lären, dass sie zwar etwas gehört, aber nichts weit­er­ver­bre­it­et haben, dann wären ja fast alle Auss­chlüsse und die Ver­leum­dungsanzeige hin­fäl­lig. Wäre dann wieder Frieden in der FPÖ Salzburg? Nicht ganz, denn es gab ja auch noch einige heftige Kol­lat­er­alschä­den: die Kündi­gung des Lan­des­geschäfts­führers und von Mitar­beit­ern, darunter Andreas Reindl, Klubob­mann der FPÖ im Salzburg­er Gemein­der­at. Der will sich am 11. Juni zum Bezirksparteiob­mann wählen lassen. Die Lan­desspitze hat also nicht lange Ruhe.