Feldkirch: Vier Jungnazis verurteilt

Vier junge Erwach­sene im Alter zwis­chen 17 und 19 standen am Don­ner­stag wegen NS- Wieder­betä­ti­gung vor einem Geschwore­nen­gericht in Feld­kirch. Ob es sich bei ihnen um AktivistIn­nen der „Nationalen Aktion Vorarl­berg“ (NAV) han­delt, kön­nen wir derzeit nicht fest­stellen. Die Staat­san­waltschaft spricht von ein­er losen Gruppe.

Auf der Face­book-Seite der NAV wurde im Juni erk­lärt, dass dem­nächst ein Gerichtsver­fahren ins Haus stünde, was auch der Grund sei, warum man etwas leis­ertreten müsse.

Die vier Angeklagten waren jeden­falls nicht sehr leise, als sie ver­haftet wur­den. „Es bräuchte wieder einen Hitler, dann wüsstet ihr Juden, was euch gehört“, wird die einzige weib­liche Angeklagte (17) zitiert, als sie ver­haftet wurde.


FB-Seite von der „Nationalen Aktion Vorarl­berg” (NAV) bewirbt die Neon­azis „Der III. Weg”
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Über die son­sti­gen Umstände, die zur Ver­haf­tung der Angeklagten geführt hat­ten, schweigen sich die bish­eri­gen Presse­berichte aus. Es kam laut ORF Vorarl­berg zu Aktio­nen in Dorn­birn und Ken­nel­bach, „bei denen Handy-Fotos mit Hit­ler­gruß ent­standen und aus­län­der­feindliche Lieder auf offen­er Straße gesun­gen wur­den“ (ORF Vorarl­berg, 3.7.2014) Ein­er der vier ist jeden­falls mit dem Spruch aufge­fall­en, wonach für ihn Hitler ein Mes­sias ist, der das deutsche Volk befre­it habe. Bei Haus­durch­suchun­gen wur­den „ein­schlägige“ Fah­nen und CDs sichergestellt.

Vor Gericht dann die übliche Masche: die Aktio­nen wur­den zwar zugegeben, aber man sei sehr betrunk­en gewe­sen…. Mit ein­er nation­al­sozial­is­tis­chen Gesin­nung habe das alles nichts zu tun gehabt, die Gruppe hätte sich mit­tler­weile aufgelöst. Das trifft jeden­falls nicht für die NAV zu: die gibt’s noch immer und sie agiert auch immer offen­er neon­azis­tisch: neben Wer­bung für die deutsche Neon­azi-Gruppe „Der Dritte Weg“ kann man bei der NAV auch T‑Shirts der griechis­chen Neon­azis von der Gold­e­nen Mor­gen­röte erwerben.

Drei der vier Angeklagten sind schon wegen Ein­brüchen, Dieb­stahl und Kör­per­ver­let­zun­gen vorbe­straft – die Urteile (noch nicht recht­skräftig) fie­len jeden­falls deut­lich aus: zwei erhiel­ten zwölf Monate, davon vier unbe­d­ingt, ein­er sechs Monate bed­ingt und die junge Frau acht Monate auf Bewährung plus 960 Euro unbe­d­ingter Geldstrafe.