Klagenfurt: Besoffener Jungnazi verurteilt

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Es war ein ein­deu­ti­ger Schuld­spruch, den die Geschwo­re­nen am Mitt­woch, 23.4., im Kla­gen­fur­ter Lan­des­ge­richt in der Ver­hand­lung wegen des Ver­dachts der NS-Wie­der­be­tä­ti­gung gegen einen 21-jäh­ri­gen Kärnt­ner gefällt haben. Ein­stim­mig waren sie der Mei­nung, dass die Alko­ho­li­sie­rung des Ange­klag­ten sei­ne Schuld nicht beeinträchtigt.

Eine mit­tel­gra­di­ge Alko­ho­li­sie­rung kon­sta­tier­te der psych­ia­tri­sche Gut­ach­ter, wäh­rend der Ange­klag­te behaup­te­te, er kön­ne sich an nichts mehr erin­nern. Der kom­plet­te Hirn­aus­fall bezog sich auf zwei Vor­fäl­le. Im Okto­ber 2012 hat­te er in Trei­bach einen Bar­kee­per tür­ki­scher Her­kunft mit Nazi-Sprü­chen („Ihr Tür­ken gehört ver­gast“, „Heil Hit­ler“ usw.) ange­pö­belt, eine Woche spä­ter gab es in Kla­gen­furt bei einer Tank­stel­le einen ähn­li­chen Vor­fall mit Jugend­li­chen aus Bos­ni­en-Her­ze­go­wi­na. Als Poli­zis­ten ein­grif­fen, zeig­te er auch noch den Hit­ler-Gruß, der von der Über­wa­chungs­ka­me­ra der Tank­stel­le gut doku­men­tiert ist.

Der Ange­klag­te, der schon sechs Vor­stra­fen, unter ande­rem wegen gefähr­li­cher Dro­hung und Sach­be­schä­di­gung am Buckel hat, gab sich in der Haupt­ver­hand­lung voll gestän­dig, beton­te aber, kein „Rech­ter“ zu sein. Bei der Haus­durch­su­chung waren aller­dings auf sei­nem PC NS-Sym­bo­le gefun­den wor­den – dafür mach­te er aber sei­ne Freun­din ver­ant­wort­lich, von der er sie erhal­ten haben will. Der Staats­an­walt notier­te jeden­falls deren Namen.

Auf die Nach­fra­gen nach sei­ner Gesin­nung und die NS-Paro­len gab es kei­ne kla­ren Ant­wor­ten, dafür ein ein­deu­ti­ges Urteil: 16 Mona­te Haft, davon vier Mona­te unbe­dingt. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Quel­le: ORF.