Uwe Sailer: Wer sich gegen Burschis wehrt steht links, wer demonstriert gilt gar als Terrorist

Uwe Sail­er hat uns seinen Kom­men­tar zum Burschen­bund­ball am 8. Feb­ru­ar in Linz zur Ver­fü­gung gestellt. Auf „Linz gegen Rechts“ find­en sich weit­ere State­ments und nähere Infos zu den Aktiv­itäten gegen den Ball der deutschna­tionalen Burschenschafter.

Wer sich gegen Burschis wehrt steht links, wer demonstriert gilt gar als Terrorist

Öster­re­ich feiert alljährlich seinen Recht­sex­trem­is­mus. Wien lädt zum „Akademiker­ball“ in die Hof­burg und Linz zum Burschen­bund­ball in das Palais des Kaufmän­nis­chen Vere­ins. Die Gäste wer­den kom­men und das Tanzbein schwin­gen, ganz frei­willig und entspan­nt zur „fes­tlichen Insze­nierung des Deutschna­tion­al­is­mus“. Organ­isiert wird der Ball von Burschen­schaften, auch von Schlagenden.

Was heute als Event gese­hen, ver­langt mor­gen vielle­icht nach Ver­ant­wor­tung. Wer heute Faschis­mus kri­tisiert, wird vielfach ver­achtet, ste­ht links, und wer dage­gen demon­stri­ert gilt gar als „Ter­ror­ist“. Wer heute diesen Ball besucht, lässt die Ver­ant­wor­tung außer Acht, will später wieder ein­mal nicht dabei gewe­sen sein. Öster­re­ich, du Land der Opportunisten!

In Oberöster­re­ich sind 26 deutschna­tionale Koop­er­a­tio­nen reg­istri­ert. Ein Vier­tel davon ist wegen mas­siv­er Imageprob­leme inak­tiv oder nur mehr ein ver­sprengter Vet­er­a­nen­haufen. Aber zwei weisen einen ganz beson­deren Rechts­drall auf.

Das sind

„Corps Ale­man­nia Wien zu Linz“ Altenberg­er­straße 74, dessen Mit­glied der erschossene SA-Führer Horst Wes­sel war, dem heute Man­fred Haim­buch­n­er (FPÖ), Gün­ther Steinkell­ner (FPÖ) oder der Vertei­di­ger für Neon­az­i­un­we­sen Andreas Mauhart (ehe­mals FPÖ, nun­mehr Team Stronach) angehören.

und

„Arminia Czer­nowitz zu Linz“, Lin­den­gasse 6 mit der Leit­fig­ur Detlef Wim­mer, jen­er selb­ster­nan­nte Sicher­heitsstad­trat , der sich ver­dammt gerne mit der Polizei umgibt, aber wegen schw­er­er Sicher­heits­be­denken vom Bun­desheer entordert wurde, und den 20. April (Hitlers Geburt­stag) trotz Regens schon mal einen Schön­wet­tertag nannte.

Jed­er Bursche, der ein­er der­ar­ti­gen recht­sex­tremen Verbindung ange­hört, musste sich ein­er radikalen Ide­ol­o­gisierung und pathol­o­gis­chen sadis­tis­chen Aus­bil­dung unterziehen und stellt heute das ras­sis­tis­che und anti­semi­tis­che Per­son­al­reser­voir der einzi­gen sozialen Heimat­partei Öster­re­ichs dar.

Der Recht­sex­trem­is­mus tanzt. Die Krake Faschis­mus süf­felt Sekt. Sie fühlt sich wohl in der Mitte der Gesellschaft. Die Eit­er­beule Neon­azis­mus ver­pestet die Demokratie. Im Fahrwass­er unser­er Gesellschaft herrscht Gle­ichgültigkeit. Kri­tik­er wer­den zu „Gut­men­schen“ abgestem­pelt. Demon­stran­ten als „Ter­ror­is­ten“ verunglimpft. Die Tanzen­den hal­ten sich für die „neue Juden“. Allerd­ings: deren Kreuze haben Hak­en und deren Welt ist eine einzige Ver­schwörung und Unterjochung.

Sie tanzen nicht, sie treten nieder, die immer zarte Pflanze der Demokratie.

„Schützt sie die Demokratie mit friedlichen Mit­teln, die ihr gerecht wer­den und sie vertei­digt. Wenn notwendig auch mit Demon­stra­tio­nen, das ist unser legit­imes Recht. Bewahrt sie vor der Vere­in­nah­mung Ewiggestriger! So wie ich den Eid auf Öster­re­ichs Ver­fas­sung und die Geset­ze abgelegt habe. Daran werde ich immer fes­thal­ten zum Wohle unser­er Demokratie.

Uwe Sail­er