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„Stoppt die Rechten“ ist eine unabhängige, antifaschistische Plattform, die Rechtsextremismus und Neonazismus in Österreich sichtbar macht, analysiert und dokumentiert – mit dem umfassendsten öffentlich zugänglichen Online-Archiv zu rechtsextremen Entwicklungen und Vorfällen in Österreich.

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Deutsches Neonazi-Treffen im Innviertel

Als „Grenz­land­tref­fen“ und „Jah­res­auf­takt­ver­an­stal­tung“ wur­de es vom „Freun­des­kreis Udo Voigt” ange­kün­digt: ein gehei­mes Tref­fen von Neo­na­zis, das in einem Inn­viert­ler Gast­haus nahe der bay­ri­schen Gren­ze am 4. Jän­ner statt­fand. Rund 60 Per­so­nen haben an dem Tref­fen, das von öster­rei­chi­scher Poli­zei über­wacht wur­de, teilgenommen.

5. Jan. 2014

Auf­putz der Ver­an­stal­tung soll­ten der frü­he­re NPD-Chef Udo Voigt und der brau­ne Bar­de Frank Ren­ni­cke sein. Spä­tes­tens seit dem Rück­tritt von Hol­ger Apfel als NPD-Chef kurz vor Weih­nach­ten ist klar, dass Voigt mit Unter­stüt­zung der mili­tan­ten Neo­na­zi-Sze­ne wie­der zurück auf die poli­ti­sche Büh­ne will. Mit Hil­fe der „Freun­des­krei­se” peilt Voigt eine Kampf­kan­di­da­tur für die NPD bei den Wah­len zum Euro­päi­schen Par­la­ment an, die gegen den offi­zi­el­len Spit­zen­kan­di­da­ten der NPD, den Frak­ti­ons­chef der NPD in Meck­len­burg-Vor­pom­mern, Udo Pas­törs, gerich­tet ist.

Die Ver­an­stal­tung in dem Inn­viert­ler Gast­haus wur­de vom NPD-Funk­tio­när Her­bert Ste­rin­ger ange­mel­det. Nach den Aus­sa­gen des Gast­wir­tes sei sie ihm als „Pro­dukt­vor­stel­lung“ mit „kul­tu­rel­len und musi­ka­li­schen Bei­trä­gen“ ange­kün­digt wor­den, wes­halb er kei­nen Ver­dacht geschöpft habe, berich­tet „Bür­ger­blick“.


Deut­sche Neo­na­zis im Innviertel

Zu Ver­an­stal­tungs­be­ginn sei­en dann Beam­te des öster­rei­chi­schen Ver­fas­sungs­schut­zes bei ihm auf­ge­taucht und hät­ten ihn über die poli­ti­schen Hin­ter­grün­de bzw. Orga­ni­sa­to­ren auf­ge­klärt. Der musi­ka­li­sche Bei­trag zur „Pro­dukt­vor­stel­lung“, das brau­ne Geträl­ler von Frank Ren­ni­cke, wur­de anschei­nend auf Anwei­sung des Ver­fas­sungs­schut­zes unter­bun­den. Wie der „Bür­ger­blick“ berich­tet, sind zu der Neo­na­zi-Ver­an­stal­tung im Inn­vier­tel Teil­neh­mer aus ganz Deutsch­land ange­reist: „Ber­lin, Zwi­ckau, Chem­nitz, Vohen­strauß… Alle Kenn­zei­chen wur­den von der öster­rei­chi­schen Poli­zei notiert. Auf baye­ri­scher Sei­te waren zwei Strei­fen­wa­gen­be­sat­zun­gen als Kon­troll­pos­ten stationiert.“

Wie geheim die Neo­na­zis den Ver­an­stal­tungs­ort zu hal­ten ver­such­ten, wird aus der offi­zi­el­len Ankün­di­gung der „Freun­des­krei­se Udo Voigt“ deut­lich: Über eine Anlauf­stel­le in Pas­sau, die am 4. Jän­ner für eine hal­be Stun­de besetzt war, erhiel­ten die poten­ti­el­len Teil­neh­me­rIn­nen eine Weg­skiz­ze zum Ver­an­stal­tungs­lo­kal, muss­ten aber zuvor „aus Sicher­heits­grün­den eine gül­ti­ge Funk-Tele­fon­num­mer für den Fall, dass unse­re Anlauf­stel­le aus irgend­wel­chen Grün­den auf­ge­ge­ben wer­den“ müss­te, hinterlassen.

Udo Voigt, der NPD-Hard­li­ner, will übri­gens im Fall, dass er zum Spit­zen­kan­di­da­ten der NPD für die EU-Par­la­ments­wah­len erko­ren wird, sofort Kon­takt mit dem Front Natio­nal von Mari­ne Le Pen auf­neh­men. Der Front Natio­nal bas­telt der­zeit an einem Bünd­nis mit der nie­der­län­di­schen Par­tei der Frei­heit von Geert Wil­ders und der FPÖ.

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Schlagwörter: Neonazismus/Neofaschismus | Oberösterreich | Veranstaltung | Verfassungsschutz

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