Deutsches Neonazi-Treffen im Innviertel

Als „Gren­z­landtr­e­f­fen“ und „Jahre­sauf­tak­tver­anstal­tung“ wurde es vom „Fre­un­deskreis Udo Voigt” angekündigt: ein geheimes Tre­f­fen von Neon­azis, das in einem Innviertler Gasthaus nahe der bayrischen Gren­ze am 4. Jän­ner stat­tfand. Rund 60 Per­so­n­en haben an dem Tre­f­fen, das von öster­re­ichis­ch­er Polizei überwacht wurde, teilgenommen.

Auf­putz der Ver­anstal­tung soll­ten der frühere NPD-Chef Udo Voigt und der braune Barde Frank Ren­nicke sein. Spätestens seit dem Rück­tritt von Hol­ger Apfel als NPD-Chef kurz vor Wei­h­nacht­en ist klar, dass Voigt mit Unter­stützung der mil­i­tan­ten Neon­azi-Szene wieder zurück auf die poli­tis­che Bühne will. Mit Hil­fe der „Fre­un­deskreise” peilt Voigt eine Kampfkan­di­datur für die NPD bei den Wahlen zum Europäis­chen Par­la­ment an, die gegen den offiziellen Spitzenkan­di­dat­en der NPD, den Frak­tion­schef der NPD in Meck­len­burg-Vor­pom­mern, Udo Pastörs, gerichtet ist.

Die Ver­anstal­tung in dem Innviertler Gasthaus wurde vom NPD-Funk­tionär Her­bert Steringer angemeldet. Nach den Aus­sagen des Gast­wirtes sei sie ihm als „Pro­duk­tvorstel­lung“ mit „kul­turellen und musikalis­chen Beiträ­gen“ angekündigt wor­den, weshalb er keinen Ver­dacht geschöpft habe, berichtet „Bürg­erblick“.


Deutsche Neon­azis im Innviertel

Zu Ver­anstal­tungs­be­ginn seien dann Beamte des öster­re­ichis­chen Ver­fas­sungss­chutzes bei ihm aufge­taucht und hät­ten ihn über die poli­tis­chen Hin­ter­gründe bzw. Organ­isatoren aufgek­lärt. Der musikalis­che Beitrag zur „Pro­duk­tvorstel­lung“, das braune Geträller von Frank Ren­nicke, wurde anscheinend auf Anweisung des Ver­fas­sungss­chutzes unter­bun­den. Wie der „Bürg­erblick“ berichtet, sind zu der Neon­azi-Ver­anstal­tung im Innvier­tel Teil­nehmer aus ganz Deutsch­land angereist: „Berlin, Zwick­au, Chem­nitz, Vohen­strauß… Alle Kennze­ichen wur­den von der öster­re­ichis­chen Polizei notiert. Auf bay­erisch­er Seite waren zwei Streifen­wa­genbe­satzun­gen als Kon­troll­posten stationiert.“

Wie geheim die Neon­azis den Ver­anstal­tung­sort zu hal­ten ver­sucht­en, wird aus der offiziellen Ankündi­gung der „Fre­un­deskreise Udo Voigt“ deut­lich: Über eine Anlauf­stelle in Pas­sau, die am 4. Jän­ner für eine halbe Stunde beset­zt war, erhiel­ten die poten­tiellen Teil­nehmerIn­nen eine Wegskizze zum Ver­anstal­tungslokal, mussten aber zuvor „aus Sicher­heits­grün­den eine gültige Funk-Tele­fon­num­mer für den Fall, dass unsere Anlauf­stelle aus irgendwelchen Grün­den aufgegeben wer­den“ müsste, hinterlassen.

Udo Voigt, der NPD-Hard­lin­er, will übri­gens im Fall, dass er zum Spitzenkan­di­dat­en der NPD für die EU-Par­la­mentswahlen erko­ren wird, sofort Kon­takt mit dem Front Nation­al von Marine Le Pen aufnehmen. Der Front Nation­al bastelt derzeit an einem Bünd­nis mit der nieder­ländis­chen Partei der Frei­heit von Geert Wilders und der FPÖ.