Ein Professor und seine Zweifel zum Holocaust

Die strafrechtlichen Ermit­tlun­gen gegen den Wis­senschafter der Wirtschaft­suni­ver­sität (WU) Wien, der im Jän­ner 2012 „keine Mei­n­ung zu Gaskam­mern“ hat­te, wur­den im Mai 2012 eingestellt, seine Sus­pendierung als Lehren­der im März 2013 aufge­hoben. Jet­zt hat aber die Diszi­pli­nar­be­hörde geurteilt und Uni­ver­sität­spro­fes­sor Franz Hör­mann zu ein­er Geld­strafe verurteilt.

Im Jän­ner 2012 hat­te Franz Hör­mann, außeror­dentlich­er Uni­ver­sität­spro­fes­sor der WU, in einem Inter­view mit der Stu­den­ten­zeitschrift „Stand­punk­te“ erklärt:

„Ich kann die Frage, ob es während der Zeit des Nation­al­sozial­is­mus Gaskam­mern gegeben hat, nicht beant­worten. Die Geschehnisse sind schon zu lange ver­gan­gen; ich bin nicht dabei gewe­sen. Ich habe keine Mei­n­ung zu Gaskam­mern“.

Das Inter­view hat­te damals zu etlichen Reak­tio­nen geführt. Bei der Gruppe „Occu­py Aus­tria“ , für die Hör­mann auch als Vor­tra­gen­der bzw. Red­ner tätig war, gab es heftige Debat­ten, bei der Staat­san­waltschaft eine Anzeige nach § 3 h NS-Ver­bots­ge­setz und seine Uni­ver­sität reagierte mit der Sus­pendierung bzw. einem Disziplinarverfahren.

In einem Inter­view mit dem „Stan­dard“ set­zte Hör­mann damals noch nach: „Wie definieren Sie Objek­tiv­ität? Alles, was wir haben, sind Gebäud­er­este, Fotos und Beschrei­bun­gen“.


derstandard.at — Occu­py ringt um Posi­tion zu Recht­en und Sektierern
-

Im Nach­satz beze­ich­nete Hör­mann den Holo­caust „auf jeden Fall (als) ein Ver­brechen“. Hör­mann vertei­digte in dem Inter­view aber auch die klar anti­semi­tis­chen Äußerun­gen von Hans-Jörg Klauss­ner, der damals als Gen­er­alsekretär der von Hör­mann gegrün­de­ten „Human-Way“-Partei fungierte. Er teile zwar nicht alle Ansicht­en von Klauss­ner, aber: „In der Partei sind alle willkom­men, auch Nazis“ (Der Stan­dard).

Im Mai 2012 stellte die Staat­san­waltschaft Wien ihre Ermit­tlun­gen gegen Hör­mann ein , weil der Tatbe­stand der Holo­caust-Leug­nung nicht erfüllt sei. Dem­nach läge „bei (allen­falls auch nur vor­getäuschter) per­sön­lich­er Unsicher­heit hin­sichtlich der Exis­tenz von Gaskam­mern wed­er ein direk­tes noch ein indi­rek­tes Abstre­it­en bzw. Verneinen, wie es für die Ver­wirk­lichung des in Rede ste­hen­den Tatbe­standes durch ‚Leug­nen’ erforder­lich ist, vor“ (APA, 10.5.2012).

Im März 2013 wurde Hör­manns Sus­pendierung als Lehren­der an der WU aufge­hoben, das Diszi­pli­narver­fahren ging allerd­ings in die Berufung.

„Human-Way“ , die von Hör­mann gegrün­dete Partei bzw. Bewe­gung, ver­suchte zwis­chen­zeitlich im Rah­men der Plat­tform „Mut­bürg­er in Öster­re­ich“ , bei den Land­tagswahlen in Niederöster­re­ich bzw. bei den Nation­al­ratswahlen 2013 zu punk­ten – ohne Erfolg . Der Partei „Mut­bürg­er“ gehören neben „Human Way“ weit­ere prob­lema­tis­che „Part­ner“ wie „NFÖ – Bünd­nis Neu­trales Öster­re­ich“ und „willwaehlen.at“ an. „Human-Way“ selb­st bietet derzeit neben ein­schlägig recht­sex­tremen Infos wie etwa von „Honig­mann“ auch Eso­ter­isches an. Ganz aktuell einen Vor­trag über „spir­ituelle Physik“ zum The­ma: „Zeichen weisen uns den Weg — über die Möglichkeit­en des Geistes, die Zukun­ft zu befra­gen“.


„Human Way” und „Honig­mann”
-

Die „Neue Vorarl­berg­er Tageszeitung“ berichtet nun in ihrer Aus­gabe vom 30.10.2013, dass die Beru­fungsin­stanz im Diszi­pli­narver­fahren, die Diszi­pli­naroberkom­mis­sion beim Bun­deskan­zler­amt, den Uni­ver­sität­spro­fes­sor zu ein­er Geld­strafe von einem Monats­ge­halt verurteilt hat. Eigentlich – so die Behörde – läge sog­ar ein „klas­sis­ch­er Kündi­gungs­grund“ vor, heißt es in der Entschei­dung, in der betont wird, dass der Pro­fes­sor „mit sein­er ‚neu­tralen‘ Hal­tung zu den Ver­brechen im Nationalsozialismus…..dem Anse­hen der Uni­ver­sität geschadet“ (NVT, 30.10.2013) habe.

Ein selt­samer Pro­fes­sor und sein Generalsekretär