FPÖ OÖ: Weiterer Austritt eines „Jugendsünders“

Man könnte fast den Überblick verlieren! Das gehäufte Auftreten freiheitlicher Jugendsünder fordert uns auch in der zeitgerechten Berichterstattung – ein Live-Ticker wäre da passender! Jedenfalls ist wieder was passiert: der wegen NS-Wiederbetätigung verurteilte FPÖ-Funktionär MIchael G. ist aus der FPÖ ausgetreten.

Damit wären wir wieder beim leidigen freiheitlichen Thema der „Jugendsünden“. MIchael G. hat 2002 seine E-Mail-Drohung gegen den Leiter des Dokumentationsarchivs (DÖW) abgeschickt und ist 2004 dafür zu 18 Monaten bedingter Haftstrafe verurteilt worden. In die FPÖ ist er 2008 eingetreten. Geläutert?

Der Bezirksgeschäftsführer der FPÖ Ried, Erhard Weinzinger, vertrat bis zuletzt diese Ansicht:

„Das war eine Jugendsünde und lange vor dem Eintritt in die FPÖ. Er hat sich positiv entwickelt und ist jetzt ein rechtschaffener Mensch..“ (Kurier OÖ, 14.2.2013).

Jetzt könnte man einwenden, dass der Eintritt in die FPÖ ja nicht unbedingt ausreichende Grundlage und Motor für eine positive Entwicklung ist. Schließlich trifft man ja dort erst recht wieder auf andere „Jugendsünder“- aber lassen wir dieses sicherlich interessante Thema zunächst ruhen!

Der Blog RFJ-Watch ist nämlich auch ins Grübeln gekommen und beschäftigt sich in seinem Beitrag „Von Jugendsünden und rechtschaffenen Menschen….“ mit den Bekanntschaften von MIchael G., mittlerweile Ex-FPÖ-Funktionär. Nicht mit seinen Freunden auf Facebook, sondern auf Google Plus. Und da taucht doch tatsächlich ein Hardcore-Neonazi auf: Rainer Biller aus Nürnberg! Der wegen Verhetzung rechtskräftig verurteilte Neonazi war sogar der NPD zuviel: sie schloss ihn aus, nachdem er auf Facebook ein widerliches Posting zu den NSU-Neonazis veröffentlicht hatte.

Uns interessiert dabei noch ein anderer Aspekt: Biller, der nach seinem NPD-Ausschluss auch noch eine „Holocaust-Konferenz“ im Jahr 2012 mitorganisieren wollte, wird auch als „ehemalige Rotlicht-Größe“ und „ehemaliger Swingerclub-Besitzer“ bezeichnet.

Mit Michael G. hat er jetzt einen Parteiausschluss gemeinsam, aber mit anderen aus der rechten Ecke offensichtlich ein gewisses Faible für das Rotlicht. Wir werden darauf noch einmal ausführlicher zurückkommen!

Aktuell quälen uns andere Sorgen: wo wird Michael G. ab sofort resozialisiert, wenn die FPÖ ausfällt? Und wer wird der nächste „Jugendsünder“ sein?

Weiter mit RFJ-Watch: Von Jugendsünden und rechtschaffenen Menschen…

PS.: Werte Freiheitliche, nicht vergessen: Rainer Biller aus der Freundschaftsliste löschen!