Oberpullendorf (Bgld): Hitler in der Disco

Vor­fälle wie dieser wer­den in der Regel nur dann bekan­nt, wenn sie vor Gericht abge­han­delt und in ein­er Zeitung berichtet wer­den. In diesem Fall berichtet die „BVZ“ (Nr. 3 /2013 vom 15.1.) über das Schwurg­erichtsver­fahren gegen einen Mann aus dem Bezirk Ober­pul­len­dorf, der vor rund einem Jahr in ein­er Dis­co NS-Parolen von sich gegeben hatte.

In der Nacht vom 21. auf 22. Feb­ru­ar 2012 kurz vor der Sperrstunde begann sich der Mann (38) sein­er Oberklei­dung zu entledi­gen, hob dann mit nack­ten Oberkör­p­er die Hand zum Hit­ler­gruß, rief die üblichen Parolen und dazu noch “Wo sind die Juden zum Ver­gasen“. Zu diesem Zeit­punkt befan­den sich noch rund 20 Per­so­n­en in dem Lokal.

Bei ein­er Haus­durch­suchung fan­den die Beamten eine Flasche Wein mit Hitler-Porträt und auf dem Lap­top „ein­schlägige Mate­ri­alien, aus denen her­vorge­ht, dass sich der Angeklagte dem nation­al­sozial­is­tis­chen Gedankengut ver­bun­den fühlt“ , so der Staatsanwalt.

Der Angeklagte ver­suchte es mit den üblichen Ausre­den: an seinen Auftritt in der Dis­co könne er sich nicht erin­nern, da er stark alko­holisiert gewe­sen sei, die am Lap­top sichergestell­ten Fotos und Lieder kenne er nicht. „Bedeutet das, dass diese Dateien von Ihrer Gat­tin oder Ihren Töchtern sind?“, fragte die Rich­terin laut „BVZ“.

Die Antwort des Angeklagten, der als grund­sät­zlich geständig beschrieben wird, ken­nen wir nicht. Jeden­falls beteuerte er: “Es wird sich­er nicht mehr vorkom­men“.

Das Geschwore­nen­gericht gab ihm diese Chance: die Geschwore­nen sprachen ihn schuldig, das Gericht set­zte die Strafe mit vier Monat­en bed­ingt an. Die Staat­san­waltschaft kündigte Beru­fung an, das Urteil ist daher nicht rechtskräftig.

Dem Hitler-Wein ver­traute der Angeklagte offen­sichtlich nicht so richtig – der ste­he schon seit eini­gen Jahren im „Kastl“, meinte er. Offen­sichtlich zur Zierde des Hauses.