Bregenz/Feldkirch: Auch der Bruder ein Neonazi

Im Novem­ber war der Jün­gere (17) dran, jet­zt stand der ältere Brud­er (20) vor Gericht. Auch wegen NS-Wieder­betä­ti­gung, und das nicht zum ersten Mal. Er hat­te sich schon zuvor vier­fach ein­schlägig betätigt. Das wirk­te sich nicht pos­i­tiv auf das Strafaus­maß aus.

Während er im Som­mer dieses Jahres zu sein­er Arbeitsstelle fuhr, zeigte der junge Mann, der in Kurzhose unter­wegs war, nicht nur seine Wadeln her, son­dern auch die darauf ein­gravierten Tat­toos mit SS-Runen. Mitreisende hiel­ten die ein­schlägi­gen Wadeln auf Fotos fest – es kam zur Anzeige.

Vor Gericht zeigte der Bauar­beit­er „wenig Reue“, fand die APA (13.12.2012). Er gab zu, dass sich die Vor­fälle so ereignet hat­ten und wusste auch um die Straf­barkeit Bescheid – kein Wun­der, er ver­fügte ja schon über reich­lich ein­schlägige Erfahrung! Bei ein­er Haus­durch­suchung wur­den Poster von Blood & Hon­our, solche mit dem Reich­sadler und Nazi-Musik gefunden.

Blood & Hon­our war in Vorarl­berg jahre­lang offen aktiv, hat­te sich als Motor­rad­fre­unde Bodensee dann vere­ins­mäßig organ­isiert und war, nach­dem es im Feb­ru­ar 2009 zu ein­er Messer­stecherei mit einem Toten zwis­chen den „Motor­rad­fre­un­den“ und den „Out­sidern“ gekom­men war, behördlich ver­boten worden.

Für den Bauar­beit­er bedeutete seine uner­müdliche ein­schlägige Aktiv­ität samt SS-Wadeln, dass ihn das Schwurg­ericht für schuldig im Sinne der Anklage fand. Ergeb­nis: ein Jahr unbe­d­ingte Haft und Wider­ruf der zulet­zt bed­ingt aus­ge­sproch­enen Haft­strafe von vier Monat­en: ins­ge­samt also 16 Monate unbe­d­ingt. Der Angeklagte erbat sich Bedenkzeit – das Urteil ist daher noch nicht rechtskräftig.