Feldkirch (Vbg): Haftstrafen für Nazi-Lied

Das Lan­des­gericht Feld­kirch hat­te am Mittwoch Neon­azi-Tag. Am Vor­mit­tag war ein Finanzbeamter dran, am Nach­mit­tag ein Trio von Nazi-Hooli­gans, die beim Match zwis­chen Aus­tria Lus­te­nau und dem Lask im August des Vor­jahres das wider­liche U‑Bahn-Lied der Neon­azi-Band Kom­man­do Freisler in abge­wan­del­ter Form im Sta­dion grölten.

Es ist immer wieder erstaunlich, mit welch infan­tilen Vertei­di­gungsstrate­gien die meis­ten Neon­azis vor Gericht agieren. Die mit Abstand beliebteste Vari­ante ist: Ich war es nicht bzw. ich hat­te keine Ahnung, dass das nation­al­sozial­is­tisch sein soll. Das Trio behauptete auch in diesem Prozess, keineswegs mit dem Nation­al­sozial­is­mus zu sym­pa­thisieren. Die APA kom­men­tierte das sehr trock­en: „Dage­gen sprach allerd­ings, dass die Exeku­tive in ihren Woh­nun­gen etwa auf ein­schlägige Fah­nen und weit­ere Lied­texte gestoßen war. Ein­er der Män­ner hat­te „Adolf Hitler” als Pass­wort bei seinem Com­put­er gewählt. Die Angeklagten sprachen von Zufall.“ Zufall war es wohl auch, dass ein­er der drei Angeklagten bere­its mehrmals ein­schlägige Vorstrafen aus­ge­fasst hat.

Bei Kindern sehr beliebt ist auch: Die anderen machen das auch! Und so ver­ant­wortete sich das Trio auch damit, dass das Sin­gen der Textzeilen von Kom­man­do Freisler bei Fußball­spie­len nicht unüblich sei. Geholfen hat es nicht. Die Geschwore­nen entsch­ieden sich knapp, aber doch mit 5:3 für einen Schuld­spruch. Der mehrfach Ein­schlägige (25) kassierte 15 Monate unbe­d­ingt, zusät­zlich wur­den sechs Monate aus ein­er bed­ingten Vorstrafe wider­rufen. Die bei­den anderen kamen mit Bewährungsstrafen davon: Der 21-Jährige erhielt sechs Monate, der 32-Jährige acht Monate bed­ingt. Die Urteile sind noch nicht rechtskräftig.