Alpen-Donau: Gottfried, Felix und der Schlüssel

Wieder ein Ver­hand­lungstag gegen die mut­maßlichen Betreiber von Alpen-Donau. Mit neuen Vertei­di­gern für Felix und Wil­helm und neuen Erken­nt­nis­sen. Der Zeuge Robert M. aus Ham­burg, der gemein­sam mit Wil­helm Chr. A. die Fir­ma Per­fect Pri­va­cy betrieben hat, ist nicht zur Hauptver­hand­lung erschienen. Er dürfte im Moment noch andere Sor­gen haben.

Die erste Über­raschung dieses Tages : der von Felix B. als Vertei­di­ger abberufene Her­bert Orlich ist nicht wiederbestellt wor­den. Stattdessen hat auch Wil­helm Chr. A. mit­tler­weile eine Ver­fahren­shil­fe-Anwältin, sodass nur mehr Got­tfried Küs­sel von einem Vertei­di­ger sein­er Wahl vertreten wird. Was ist mit den für die Vertei­di­gung gesam­melten Spendengeldern?

Die zweite Über­raschung des Tages wäre gewe­sen, wenn Robert M. aus Ham­burg, der als Zeuge geladen war, vor dem Schwurg­ericht erschienen wäre. Erwartungs­gemäß zog es der aber vor, nicht zu erscheinen: die Staat­san­waltschaft Ham­burg ermit­telt gegen ihn wegen des Ver­dachts der Volksver­het­zung und die Antifa hat eine Menge Mate­r­i­al zusam­menge­tra­gen, das nicht ger­ade zu sein­er Ent­las­tung beiträgt.


Robert M. auf Ska­di, Quelle: linksunten.indymedia
-

Gelun­gen dann die Über­raschung mit den ver­schlüs­sel­ten bzw. unver­schlüs­sel­ten Mails. Wil­helm Chr. A. wird zum Befra­gungstisch gebeten, doch der macht von seinem Entschla­gungsrecht Gebrauch und bleibt stumm. Dabei wäre es ganz inter­es­sant gewe­sen, von A. zu erfahren, warum er bes­timmte Mails ver­schlüs­selt und andere unver­schlüs­selt gesendet hat.

Ver­schlüs­selt war die Mail an Robert M. vom 25.10.2008: „Got­tfried und Felix (Eugen) suchen Web­space für zwei Domains, gehostet wer­den sollen ein Infoblog und ein Forum“. Die Polizei hat das Pass­wort zum PGP-Code gek­nackt und kann deshalb die ver­schlüs­sel­ten Mails lesen. Robert, der Mann aus Ham­burg, dürfte Felix B. eher unter dem Nick­name „Prinz Eugen“ gekan­nt haben – etwa aus dem Thi­azi-Forum, wo sich ja bei­de im Nation­al­sozial­is­ten-Pri­vat­fo­rum (NSPF) getum­melt haben.

Später dann ein inter­es­san­ter Mail-Wech­sel zwis­chen Ander­le und Küs­sel. Ver­schlüs­selt zunächst die Botschaft von A. an Küs­sel: „Ja, das mit den Domains mache ich“ und acht Minuten später eine unver­schlüs­selte Mail an Küs­sel: “Damit will ich nichts zu tun haben“.

Die unver­schlüs­selte Mail hätte ganz gut in A.s Vertei­di­gungsstrate­gie gepasst, die ver­schlüs­selte wohl weniger.

Am 26.2. 2009, am Tag der Domain-Reg­istrierung, schickt A. fehler­hafte Zugangs­dat­en zu den bei­den Domains an Felix B.. Zwanzig Minuten später die Kor­rek­tur durch A. und darauf eine Antwort-Mail von Felix B., der sich für die Zugangs­dat­en bedankt.

Auf Standard.at, wo auch dies­mal live vom Prozess berichtet wird, postet ein User den wohl tre­f­fend­en Kom­men­tar zu diesem Ver­hand­lungstag: “A- und B‑Hörnchen wohl schachmatt“.