Salzburg: Ex-Korporal über das „Verbrennen“

Ein Ex-Kor­po­ral des Bun­desheeres musste sich am Freitag,10.2. in Salzburg wegen Ver­het­zung vor Gericht ver­ant­worten. Er wurde von der Anklage beschuldigt, gegen den § 283 StGB (Vere­het­zung) ver­stoßen zu haben. Der Vor­fall ereignete sich im Novem­ber 2011 in der Salzburg­er Schwarzen­berg-Kaserne (Wals-Siezen­heim).

Sol­dat­en der Schwarzen­berg-Kaserne standen damals zur Aus­gabe des Mit­tagessens an – nach Mei­n­ung des Kor­po­rals nicht in der richti­gen „Adjustierung“: ohne Kopf­be­deck­ung, mit falsch­er Kopf­be­deck­ung oder gar mit zu lan­gen Haaren! Der Kor­po­ral war über seine Untergebe­nen so erregt, dass er – laut Anklage – sagte, sie seien „ein Juden­vere­in, der ver­bran­nt gehört“.

Die Mel­dung führte zur sofor­ti­gen frist­losen Ent­las­sung durch das Bun­desheer und zu ein­er Anzeige. Vor Gericht ver­ant­wortete sich der Ex-Kor­po­ral (22) damit, dass er wed­er Recht­sex­tremer noch Anti­semit sei. Er habe auch nicht den besagten Spruch ver­wen­det, son­dern „über­spitzt, dass Rekruten ver­bran­nt wer­den müssten statt der Juden“ (salzburg.orf.at) .

Das Gericht, das etliche Zeu­gen befragte, kam zur Erken­nt­nis, dass der Angeklagte seine Äußerung nicht öffentlich, zu ein­er Vielzahl von Men­schen, son­dern nur gegenüber einem Kor­po­ral­skol­le­gen getätigt habe: Freispruch.

Quelle: salzburg.orf.at, Salzburg­er Volk­szeitung, 11.2.2012