Königshofer verurteilt

Es ist schw­er, den Überblick zu behal­ten. Zivil­ver­fahren, strafrechtliche Ver­fahren, Pro­vi­so­ri­alver­fahren. Dies­mal war es ein Ver­fahren wegen übler Nachrede (§ 111 StGB). Königshofer hat­te dem Krim­i­nal­beamten Sail­er öffentlich unter­stellt, in seinem Namen eine Datei an die Neon­azi-Home­page alpen-donau.info gemailt zu haben. Die gezink­te Datei war dort veröf­fentlicht worden.

Dies­mal musste sich Wern­er Königshofer vor dem Lan­des­gericht Inns­bruck ver­ant­worten. Über Face­book hat­te Königshofer seine immer spär­lich­er wer­dende Fange­meinde zu mobil­isieren ver­sucht. Genutzt hat es nicht viel. Königshofer vertei­digte sich damit, dass er „nicht übel nachre­den“, son­dern sich nur selb­st vertei­di­gen wollte: „Ich habe das eher als Ver­mu­tung geäußert. Dass er sel­ber das E‑Mail ver­schickt hat, kann ich ja nicht beweisen“.

Auch während des Prozess­es zeigte sich Königshofer erbost, dass ein Krim­i­nal­beamter berechtigt sei, einem Nation­al­ratsab­ge­ord­neten eine Falle zu stellen und sprach von „Stasi-Meth­o­d­en“.

Der Richter sah das anders und verurteilte den aus der FPÖ aus­geschlosse­nen und im Herb­st 2011aus dem Nation­al­rat aus­geschiede­nen „Königstiger“ zu ein­er Geld­strafe von 5000 Euro, davon 3.500 Euro unbe­d­ingt. Außer­dem muss Königshofer an Sail­er 6.000 Euro Entschädi­gung zahlen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Eigentlich hätte ja schon im Jän­ner ver­han­delt wer­den sollen. Damals fiel Königshofer aber ein, dass er im Feb­ru­ar 2010 Ger­ald Hauser bei ein­er Land­tagssitzung für einen Sitzungstag vertreten habe, angelobt wor­den sei und deshalb möglicher­weise noch Immu­nität genieße. Das Gericht musste zur Klärung dieser Frage vertagen.

Auf sein­er Home­page raunt Königshofer, dass er nach seinem „gesund­heits­be­d­ingten Auss­chei­den“ und „ein­er gewis­sen Erhol­ungsphase“ eine Rück­kehr in die Poli­tik nicht auss­chließen möchte. Wie das funk­tion­ieren soll? Auf­fäl­lig ist, dass sich Königshofer in seinen Kom­mentaren heftig anstrengt, die FPÖ-Parteilin­ie zu unter­stützen. Nur den Tirol­er FPÖ-Parteiob­mann Ger­ald Hauser, den mag er gar nicht.