Innsbruck: Der mit den pikanten Tattoos

Bek­lei­det wirkt er – laut TT – unauf­fäl­lig. Aber wenn er sich sein­er Ober­bek­lei­dung entledigt, dann wird die ein­schlägige Tat­too-Pracht sicht­bar: der Reich­sadler, eine Weiße Sonne, die Abkürzung WAW (Weißer Arisch­er Wider­stand) und einige Triske­len. Auch an ein­er heiklen Stelle hat er etwas Ein­schlägiges zu bieten.

Das Lan­des­gericht Inns­bruck set­zte am Mon­tag, 19.12., die im Okto­ber unter­broch­ene Ver­hand­lung wegen NS-Wieder­betä­ti­gung gegen den 24-jähri­gen Inns­bruck­er fort. Die Vertei­di­gungsstrate­gie des Angeklagten , die Bedeu­tung der Sym­bole und seine Gesin­nung zu rel­a­tivieren (nicht Neon­azi, son­dern „Nation­al­ist“ sei er), verf­ing bei den Geschwore­nen nicht. Sie sprachen ihn schuldig. Zwei Jahre unbe­d­ingte Haft und der Wider­ruf ein­er bed­ingt erlasse­nen Vorstrafe von sechs Monat­en, also ins­ge­samt zweiein­halb Jahre Haft. Entschei­dend für das Urteil dürften aber nicht seine Tat­toos gewe­sen sein, son­dern die Aus­sagen mehrerer Zeu­gen, wonach er sehr wohl öffentlich diverse Nazi-Gruß­formeln geschrien habe. Das Gericht verzichtete auf den Wahrheits­be­weis, dass auf seinem „besten Stück“ (Kro­ne) nichts Ein­schlägiges zu find­en sei.

Der Angeklagte meldete sofort Beru­fung gegen das Urteil an.

(Quelle, Tirol­er Tageszeitung und Kro­ne Tirol, 20.11.2011)