Graue Wölfe marschieren in Wien

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Am 30. Okto­ber wur­de in Wien „gegen die Anschlä­ge in der Tür­kei und gegen die PKK” demons­triert, dazu auf­ge­ru­fen hat­ten ver­schie­de­ne tür­kisch-öster­rei­chi­sche Orga­ni­sa­tio­nen. Der Grund: „Letz­te Woche hat ein Angriff der PKK, der Arbei­ter­par­tei Kur­di­stans, die mitt­ler­wei­le von der EU und der USA als ter­ro­ris­ti­sche Orga­ni­sa­ti­on ein­ge­stuft wird, auf einen tür­ki­schen Mili­tär­pos­ten in der Pro­vinz Hak­ka­ri beson­ders hohen Blut­zoll gefor­dert. 26 Sol­da­ten wur­den dabei getö­tet”, schreibt dastandard.at.

Die meis­ten Teil­neh­me­rIn­nen demons­trier­ten fried­lich und vie­le beton­ten, dass sich die Demons­tra­ti­on gegen die PKK und nicht gegen Kur­dIn­nen rich­tet, aber auf der Demons­tra­ti­on eben­falls ver­tre­ten war der Ver­band Avus­tu­rya Türk Federasyon (ATF). Die ATF dient als Dach­ver­band rund um die Ver­ei­ne der rechts­extre­men „Grau­en Wöl­fe” (tür­kisch: Bozk­urt­lar). Immer wie­der waren auf der Demons­tra­ti­on die Sym­bo­le die­ser Rechts­extre­mis­tIn­nen zu beobachten.


Die Sym­bo­le der Grau­en Wöl­fe: drei Halb­mon­de, die der Fah­ne der Okku­pa­ti­ons­trup­pen der osma­ni­schen Besat­zungs­ar­mee ent­nom­men sind und der heu­len­de Wolf (Bild­quel­le: dastan­dard, © Güler Alkan/Toumaj Khakpour)

Die Grau­en Wöl­fe sind der para­mi­li­tä­ri­sche Arm der tür­ki­schen Par­tei Mil­li­y­e­t­çi Hare­ket Par­ti­si (MHP). Die MHP bil­de­te in den 1970ern in der Tür­kei 100.000 para­mi­li­tä­ri­sche Kom­man­do­sol­da­ten aus, die für zahl­rei­che poli­ti­sche Mor­de ver­ant­wort­lich waren.

Auch in Öster­reich kam es mehr­mals zu Über­grif­fen tür­ki­scher Faschis­tIn­nen, so über­fie­len sie 2007 „den Demons­tra­ti­ons­zug der kur­di­schen und tür­ki­schen Lin­ken, bei den Aus­ein­an­der­set­zun­gen wird u. a. ein 14-jäh­ri­ges Mäd­chen ver­letzt. Ähn­li­che Vor­fäl­le gibt es in Vor­arl­berg, in St. Pol­ten war eini­ge Tage zuvor ein kur­di­sches Kul­tur­zen­trum Tat­ort eines Anschla­ges”, berich­tet Antifa-Info.

Graue Wöl­fe betei­lig­ten sich eben­falls, gemein­sam mit Hamas- und His­bol­lah-Akti­vis­ten und diver­sen lin­ken Kleinst­grup­pie­run­gen, an der anti­se­mi­tisch gepräg­ten Demons­tra­ti­on am 4. Juni 2010 gegen Isra­el. Auch auf der Demons­tra­ti­on vom 30. Okto­ber kam es zu einem Über­griff. Demons­tran­tIn­nen dran­gen in ein Lokal ein und zer­stör­ten das Inven­tar, nach­dem der Besit­zer als angeb­li­cher PKK-Unter­stüt­zer iden­ti­fi­ziert wur­de. Am Abend kam es dann zu Aus­ein­an­der­set­zun­gen zwi­schen anti-tür­ki­schen und pro-tür­ki­schen Demons­tran­ten. „Augen­zeu­gen berich­ten vom Ein­satz zumin­dest eines Molo­tow-Cock­tails”, schreibt dastandard.at.

Sie­he auch:

derstandard.at — Graue Wöl­fe auf der Jagd nach Kurden
no-racism.net — „Graue Wöl­fe” ermor­den soli­da­ri­täts­hun­ger­strei­ken­den in Rotterdam
diepresse.com — Natio­na­lis­mus: Die Grau­en Wölfe
nadir.org — Die „Grau­en Wölfe”
spiegel.de — Graue Wölfe

Buch­tipp: Graue Wöl­fe heu­len wieder