Strache auf Facebook: Die Hetze geht weiter!Lesezeit: 2 Minuten

In Steyr (OÖ) wird ein Mäd­chen von Jugend­li­chen schwer ver­prü­gelt und ver­letzt. Die „Kro­ne“ berich­tet dar­über und nennt die Natio­na­li­tät der betei­lig­ten Jugend­li­chen. Heinz-Chris­­ti­an Stra­che über­nimmt den Bericht am 13.10., auf sei­ner Face­­book-Sei­­te und schreibt nur dazu „Zur Info“. Zur Info wor­über? Natür­lich weiß Stra­che, was er damit aus­löst, und die Reak­ti­on sei­ner inbrüns­ti­gen Fans […]

14. Okt 2011

Zur Info wor­über? Natür­lich weiß Stra­che, was er damit aus­löst, und die Reak­ti­on sei­ner inbrüns­ti­gen Fans gibt ihm Recht. „Weg mitn Dreck“, „Kaker­la­ken“, „aso­zia­les Pack“, „Schma­rot­zer­ge­s­in­del“ sind die schon fast all­täg­li­chen Beschimp­fun­gen. Ver­ant­wort­lich für die schlim­me Kör­per­ver­let­zung an der 12-Jäh­ri­gen in Steyr sind der „Häupl und die Grie­chin“, die „rot­grü­ne Regie­rung“ oder auch Staats­se­kre­tär Kurz, der als der „klei­ne Bett­näs­ser“ adres­siert wird.

Bei­na­he tau­send Kom­men­ta­re sind unter dem auf­rei­zend knap­pen Hin­weis von Stra­che („Zur Info“) erschie­nen. Weni­ge davon wur­den offen­sicht­lich gelöscht. “Aynur“ hat eini­ge der Hass-Pos­ter atta­ckiert und sich dafür Kom­men­ta­re wie „Aynur, ab nach Hau­se“ und „Lie­ber Hit­ler als du“ ein­ge­han­delt. Das Hit­ler-Pos­ting wur­de auch gelöscht, blei­ben durf­te: “Aynur..hast was im Kopf auch? Oder sieht mann bei dir die Scheis­se im Kopf arbeiten?“

Blei­ben durf­ten auch Kom­men­ta­re, in denen die Kas­tra­ti­on und Abschie­bung gefor­dert wird. Die Grund­stim­mung zu dem „Info“-Posting von Stra­che ist klar: Raus, raus mit allen, mit den „Zigeu­nern“, den „Zeu­gen Jeho­vas“ usw., „lau­ter Tschuschn“ und „sons­ti­ges Gsindl“, „die da rumschleichen“!

Natür­lich darf auch das anony­me Hass-Mail nicht feh­len, in dem eine „ent­setz­te“ Jung­leh­re­rin dar­über berich­tet, dass an Lin­zer Schu­len angeb­lich das „Grüß Gott“ ver­bo­ten wurde.

Stra­che schweigt dazu. Aller­dings pos­tet er an ande­rer Stel­le mit: „Was muss noch alles pas­sie­ren, dass man auf uns hört und mit uns gemein­sam die­se irren und ver­rück­ten Ent­wick­lun­gen ent­schlos­sen abstellt?” Wel­che irren und ver­rück­ten Ent­wick­lun­gen meint er? Offen­sicht­lich nicht den Kom­men­ta­tor, der da for­dert: „Des Gfra­st ghert von klein auf aus­ge­löscht!“ Auch nicht jenen, der die Leu­te Rich­tung Asi­en prü­geln will. Die Stim­mung ist der­ma­ßen auf­ge­heizt und ‑gehetzt, dass eine der ärgs­ten Het­ze­rin­nen einer ande­ren eine „Prü­gel­at­ta­cke“ wünscht.

Stra­che schweigt auch dazu. Dafür ver­si­chert er in einem Pos­ting, dass es hier nicht um Het­ze und um Her­kunft gehe, son­dern dass sol­che abscheu­li­chen Straf­ta­ten aus ras­sis­ti­schen Grün­den nicht erwünscht sei­en. Woher will Stra­che wis­sen, dass die Jugend­li­chen das Mäd­chen aus „ras­sis­ti­schen Grün­den“ ver­prü­gelt haben? Sein Kom­men­tar steht unmit­tel­bar neben einem, in dem die „Sip­pen­haf­tung“ gefor­dert wird!

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