Korneuburg (NÖ): Rechtsextreme Prügler vor Gericht

Am Lan­des­gericht Korneuburg fand am 27.9. ein Prozess gegen drei offen­sichtlich Recht­sex­treme statt, die „einen Gle­ich­gesin­nten schw­er ver­prügelt und genötigt haben“ (Kuri­er, 28.9.2011). Zwei Wiener (24, 25) und eine Frau aus Stock­er­au (25) marschierten auch vor Gericht in ein­schlägiger Adjustierung auf.

Der NÖN (4.10.2011) war es nicht ganz klar: han­delt es sich bei den Beschuldigten um Skin­heads oder um Ange­hörige der recht­en Szene? Der „Kuri­er“ war da klar­er. Springer­stiefel, Glatzen bei den Män­nern, Tat­toos und das „Old­school Racist“-T-Shirt bei der angeklagten Frau sind doch recht deut­liche Anze­ichen dafür, dass es sich bei den Angeklagten um Sauf­nazis oder Naziskins handelt.

Aus­gangspunkt für die Schlägerei, die an Folter gren­zt, war ein Gerücht. Das Opfer soll über die Frau aus Stock­er­au und ihren Lebens­ge­fährten erzählt haben, dass sie Hero­in nehmen. Eine „Aussprache“ in Unter­malle­barn endete damit, dass der Haup­tangeklagte (25) mit dem Spitz­na­men „Hool“ das Opfer zu Boden prügelte, ihm Tritte in den Bauch und Kni­estöße ins Gesicht ver­set­zte. Der zweite Wiener, bere­its mehrfach ein­schlägig vorbe­straft, hat ihm dann auch noch zwei Zähne aus­geschla­gen und schließlich nötigten die bei­den das Opfer, die Stahlkap­pen der Springer­stiefel abzulecken.

Weit­ers erteil­ten sie dem Wein­viertler auch noch ein Glatzen­ver­bot und das Ver­bot, Klei­dung der recht­en Szene anzuziehen! Die Frau aus Stock­er­au, die neben ihrem T‑Shirt auch noch durch ihren markan­ten Haarschnitt (Haare mit­tig geschoren) auffiel, dro­hte dem Opfer dann noch tele­fonisch: „Geh nim­ma auf die Straße, son­st schnei­de ich dir die Zunge raus! Wenn ich dich erwis­che, bist du dran!“ (NÖN, 4.10.2011)

Dran sind aber zunächst die Angeklagten: 12 Monate, davon 4 Monate unbe­d­ingt für den Haupt­prü­gler, der mehrfach vorbe­strafte Zweit­prü­gler erhielt 8 Monate und die Frau vier Monate bed­ingt. Die Urteile sind rechtskräftig.

(Quellen: Kuri­er, 28.9.2011, NÖN Korneuburg-Stock­er­au, 4.10.2011)