Fohnsdorf (Stmk): Wie der Herr, so’s Gscherr!

In der steirischen Gemeinde Fohns­dorf ste­ht am 25. Sep­tem­ber 2011 eine Gemein­der­atswahl auf dem Pro­gramm. Als Spitzenkan­di­dat der FPÖ tritt Luca Kerbl, Gemein­der­at und RFJ-Obmann von Juden­burg, an. Ein treuer Jünger seines Chefs! Auf sein­er Face­book-Seite gibt es zwar nur einige Poster, aber in Sprache und Inhalt unter­schei­den sich ihre Kom­mentare nicht von den Hass-Post­ings auf der HC-Seite. Der Unter­schied zu Stra­che: Kerbl ste­ht zu seinen Postern und ihren Postings!

Als Reak­tion auf einen von Kerbl auf sein­er Face­book-Pin­nwand ver­link­ten „Standard“-Artikel schreibt sein Face­book-Fre­und „Max Pow­er“ am 16. August 2011 vom „offen jüd.[ischen] Stan­dard“. Dieser anti­semi­tis­che Sprachge­brauch ist auss­chließlich in recht­sex­tremen bis neon­azis­tis­chen Kreisen zu find­en. Es ist zu ver­muten, dass Kerbl weiß, wofür die Abkürzung „jüd.“ ste­ht – hat er etwa kein Prob­lem mit ein­er der­ar­ti­gen, anti­semi­tis­chen Aus­sage, die eine Zeitung in der Hand der „jüdis­chen Weltver­schwörung“ oder der­gle­ichen wähnt? 

In einem anderen Post­ing fordert Max Pow­er die Exeku­tion für geistig abnorme Rechts­brech­er oder zumin­d­est ein Arbeit­slager. Die Ent­fer­nung „kranker Teile der Gesellschaft“ – das ist Nazi-Vokabular!

Am 03. Feb­ru­ar 2011 ver­linkt ein Fre­und von Kerbl auf dessen Face­book-Pin­nwand ein Video der deutschen Neon­azi-Band „Has­s­ge­sang“, von der bere­its min­destens vier Veröf­fentlichun­gen auf dem deutschen Index ste­hen, und schreibt dazu: „Wir sind die Gen­er­a­tion die sich wehrt!“ Kerbl darauf zus­tim­mend: „‎;) so seh ich das auch !“

Kerbl ist nicht nur FPÖ- und RFJ-Funk­tionär, son­dern natür­lich auch Mit­glied in ein­er schla­gen­den Burschen­schaft, dem „Corps Aus­tria zu Knit­telfeld“. Dort ist auch Wolf­gang Zanger zuhause, der FPÖ-Abge­ord­nete, der zu Beginn sein­er Tätigkeit als Abge­ord­neter lange und öffentlich über die pos­i­tiv­en Seit­en des Nation­al­sozial­is­mus sinnierte.
Als Kerbl am 1.Juli stolz seine sech­ste Men­sur hin­auskräht, meldet sich Max Pow­er zu Wort: er kann sich für sich eigentlich nur die „Olympia“ vorstellen. Das kön­nen wir gut verstehen!

Am 10. April notiert ein Fre­und Kerbls auf dessen Face­book-Seite den Nazi-Spruch „Arbeit macht frei!“ — und wieder: keine ablehnende Reak­tion von Kerbl!

Ein kri­tis­ch­er Kom­men­tar anlässlich des Beitritts Kerbls zur Face­book-Gruppe „Bau­ver­bot für die Moschee in Graz!!“ ver­an­lasst Kerbl sog­ar – ganz im Sinne des blauen Partei­ide­olo­gen Andreas Mölz­er – von der Gefahr der „Umvolkung“ (ein Begriff aus der nation­al­sozial­is­tis­chen Volk­s­tum­spoli­tik, der heutzu­tage von Recht­sex­tremen ver­wen­det wird) zu schwadronieren…

Dem „Stan­dard“ gab Kerbl bere­itwillig Auskun­ft über sein Geis­tesleben. Er weiß sog­ar, dass der Begriff „Umvolkung“ aus der Nazi-Ära kommt, „aber sei­ther haben ihn trotz­dem viele andere Poli­tik­er ver­wen­det“. Uns fall­en da nur Frei­heitliche (Andreas Mölz­er, Johann Gude­nus) ein. Das kann kein Zufall und schon gar kein Argu­ment für die Ver­wen­dung des Begriffs sein!

derstandard.at — FP-Funk­tionär: „Weiß nicht, wie ein Jude fühlt”