NPD-Bombenbastler

Der Blog „Junges Deutsch­land” schreibt über die Beziehung der NPD zum Par­la­men­taris­mus. So sagt der NPD-Funk­tionär Thomas Wulff offen: „Kam­eradin­nen und Kam­er­aden, wir glauben nicht mehr daran, dass dieses Sys­tem noch zu reformieren ist über die Par­la­mente. Wir sehen in der Par­la­mentsar­beit einzig und alleine ein weit­eres Mit­tel der Pro­pa­gan­da!” Da ver­wun­dert es auch nicht, dass der NPD-Spitzen­funk­tionär in Sach­sen-Anhalt, Matthias Hey­der, in einem Inter­net­fo­rum, das auf den säch­sis­chen NPD-Land­tagsab­ge­ord­neten Hol­ger Apfel reg­istri­ert ist, als „Junker Jörg” detail­lierte Anleitun­gen zum Bomben­bau veröffentlicht.

Sätze von „Junker Jörg” wie „20 Kof­fer, 20 Mann, 20 Bahn­höfe. Bun­desre­pub­lik lah­mgelegt. Alles legal. Kosten unter 1000,-€. Wo ist das Prob­lem?” und die Tat­sache, dass in diesem Forum auch Öster­re­ich­er reg­istri­ert waren und sich gemein­sam mit „Junker Jörg” in einem Unter­fo­rum über „Ille­gale Geldbeschaf­fungs­maß­nah­men zwecks Durch­führung weit­er­er Projekte/Aktionen/Einkäufe” und „Waf­fen (Stich­wort ‚Tag X’, Waf­fe­nakku­mu­la­tion, etc.)”” unter­hiel­ten, machen dieses Forum und die Mitschreiben­den nicht nur zu einem deutschen Problem.

Ein Post­ing­name in diesem Forum fällt beson­ders auf: „Olifak­tor”. Unter diesen Pseu­do­nym trat 2003 der nun­mehrige FPÖ-Bezirk­srat Ger­not Schan­dl für die virtuelle Partei FUN (Frei­heitlich, Unab­hängig, Nation­al) als „Kan­zlerkan­di­dat” an. Auf Nach­frage des Stan­dard räumte er ein: „Im Rah­men des Inter­net­spiels dol2day, bei dem man sich virtuell als Poli­tik­er wählen lassen kon­nte, wurde ich in das geschlossene Forum ein­ge­laden und habe mich damals dort an einzel­nen Diskus­sio­nen beteiligt.”

Siehe auch:
npd-blog.info — Junker Jörg: Falsches Spiel mit NPD-Frak­tion­schef Apfel?
npd-blog.info — “Junker Jörg” gibt Ratschläge zum Bombenbau
npd-blog.info — “Junker Jörg”: NaziLeak statt Datendiebstahl
derstandard.at — NPD und FPÖ tauscht­en sich in Neon­azi-Forum aus
derstandard.at über Ger­not Schan­dl: „ ‚Heil!’ ist in kor­pori­erten Kreisen ein nor­maler Gruß”