Wien: Der Sturmadler vor dem Absturz

Wer erin­nert sich noch an den Jugend­bund Stur­madler? Das war die kleine, fein recht­sex­treme Truppe, die unter der Anleitung erfahren­er deutsch­er Burschen­schafter wie S.P. und Mar­tin Pfeil (bei­de Burschen­schaft Olympia) die Kinder und Jugendlichen aus deutschna­tionalem Eltern­haus in die Tugen­den völkisch­er Ord­nung einführte.

Mit einem „Thule“ Zelt­lager 2005 in Gosau (OÖ) bekam die rechte Truppe, die damals noch unter dem Titel „Arge Som­mer­lager“ segelte, erst­mals öffentliche Aufmerk­samkeit. Unter dem Sym­bol der von der SS und SA ver­wen­de­ten Tyr-Rune ver­sam­melten sich zehn Jugendliche mit zehn Betreuern zum qua­si mil­itärischen Lager­ap­pell, san­gen Lieder (z.B. vom HJ-Dichter Hans Bau­mann) und lern­ten das Schießen mit Bogen und Luft­druck­gewehr, wie das „pro­fil“ damals ver­wun­dert feststellte.

Heute ist der Jugend­bund Stur­madler eine trau­rige Angele­gen­heit. Der neue Obmann Mar­tin Pfeil hat es bis­lang nicht geschafft, den Stur­madler wieder flügge zu machen und musste zulet­zt sog­ar das jährliche Win­ter­lager absagen.

Werte Kam­er­aden!

Es tut mir leid Euch mit­teilen zu müssen, daß das heurige Win­ter­lager nicht stat­tfind­en wird. Es haben sich bis heute zu wenige Teil­nehmer find­en kön­nen, als daß die Abhal­tung des Lagers Sinn ergeben hätte.

Ich danke Euch aber trotz­dem für Eure Anmel­dung und würde mich freuen, Euch bei ein­er unser kom­menden Ver­anstal­tun­gen wieder in unser­er Mitte begrüßen zu dür­fen. Denn daß das Win­ter­lager, das im Jahres­lauf unser­er Ver­anstal­tun­gen stets einen kleinen Kreis dargestellt hat, abge­sagt wird, soll nicht bedeuten, daß der Stur­madler nicht mehr fliegt.

Ich wün­sche Euch somit eine besinnliche Julzeit und sende Euch kam­er­ad­schaftliche Grüße,

Mar­tin Pfeil

Die besinnliche Julzeit, in der diese trau­rige E‑Post ver­fasst wurde, ist ja mit­tler­weile auch schon zwei Monate vor­bei, aber der Stur­madler lahmt noch immer. Die „Net­zpräsen­ta­tion“, wie das treudeutsch heißt, befind­et sich weit­er­hin in Über­ar­beitung, was lei­der einen Blick auf die vie­len aufre­gen­den Aus­flüge und Lager verunmöglicht.

Wieder ein­mal müssen wir mit unserem eige­nen Fotoarchiv aushelfen, um das Treiben der „Sturmadler“-Truppe zu doku­men­tieren. Der Begriff „Truppe“ ist in diesem Fall nicht über­trieben, denn die „Stur­madler“ sind in ihren besten Zeit­en in paramil­itärisch­er Bek­lei­dung nach Ital­ien aus­gerückt, um dort das Ter­ri­to­ri­um zu erkunden.

S.P., der später zum Mitar­beit­er des Drit­ten Präsi­den­ten des Nation­al­rats und Alten Her­ren der Burschen­schaft Olympia Mar­tin Graf avancierte, war zu „Sturmadler“-Zeiten eifriger Besteller beim neonazistischen„Aufruhr“-Versand.

Mit­tler­weile hat Mar­tin Pfeil den Obman­nti­tel von Bern­hard Dis­tl­bach­er über­nom­men und Markus Ram­melmüller den Posten des Sekretärs und Finanzref­er­enten zurück­gelegt: eine deut­liche Ver­schlankung des Vere­insvor­stands, der nur mehr aus Mar­tin Pfeil und Volk­er Thor Lein­we­ber (Burschen­schaft Cheruskia Graz) beste­ht. (Vere­in­sreg­is­ter­auszug als pdf)

Ex-Obmann Dis­tl­bach­er, der auch im RFJ OÖ aktiv war und dort prak­tis­cher­weise Beauf­tragter für die Kleinen, die „Jungvolk“ genan­nt wer­den, hat­te sich noch bemüht, mit Kalen­dern, die man „Jahresweis­er“ nan­nte, das Rud­er herumzureißen und die FPÖ-Promis zu beeindrucken.

Wie es scheint, ist das Konzept, Jugendliche mit tra­di­tionellen recht­sex­tremen Konzepten zu gewin­nen, die sich an „bündis­ch­er“ Jugen­dar­beit und der Hitler­ju­gend ori­en­tieren, gescheit­ert. Recht­sex­treme bzw. neon­azis­tisch ori­en­tierte Jugendliche bevorzu­gen mit­tler­weile andere Aus­drucks­for­men – das hat sog­ar Bastl Plone kapiert.

P.S: Ger­adezu hym­nisch wird in einem Bericht der pen­nalen Verbindung Eysn/Steyr das Som­mer­lager 2005 in Gosau beschrieben:

Die Woche verg­ing sehr schnell: neben diversen Gelän­de­spie­len im Wald, dem Erler­nen von Tanz und Gesang sowie bündis­ch­er Fahrten­tech­nik, der Abhal­tung eines Bun­ten Abends sowie eines Heldenge­denkens, ein­er aus­gedehn­ten Wan­derung als auch Grundzüge ger­man­is­ch­er Mytholo­gie kam eines nie zu kurz: stets im Vorder­grund stand das See­len­heil unser­er Lagerteil­nehmer, die Freude an der Sache und die dazuge­hörige Begeisterung.

Daß uns dies gelun­gen ist, ver­danken wir dem Umstand, daß die von uns aufgezeigte Alter­na­tive zum herkömm­lichen Lebensweg unge­meine Vorteile im Sinne von ewig­gülti­gen deutschen Werten besitzt, die, wen­nauch unter dem Schutt der heuti­gen Zeit begraben liegen, doch tief in den Herzen unseres Volkes einge­bran­nt sind, und nur darauf zu warten scheinen, den Strahlen der Sonne hinzuge­führt zu werden.

Somit befind­en wir uns erst am Anfang unseres Weges. Wir sind ange­treten, zum Wohle unser­er Heimat und seines anges­tammten Volkes zu schaffen.