Neues zur NVP: Anklage und Fusion

Nach heftiger Kri­tik an schlep­pen­den Ver­botsver­fahren gegen die Nationale Volkspartei (NVP) und die Welser Liste „Die Bun­ten“ gestern gab es nun eine offizielle Reak­tion der Staat­san­waltschaft. Die Anklageschrift gegen den Mit­be­grün­der und Obmann der NVP, Chris­t­ian Julius Hay­er ist fertig.

Die Staat­san­waltschaft Wiener Neustadt, die dafür zuständig ist beantragte die Anklage wegen NS-Wieder­betä­ti­gung: „Der Vor­satz des Beschuldigten, der ganz offen­sichtlich nation­al­sozial­is­tis­chem Ideengut ver­fall­en ist und sich hievon nicht lösen will, war bei sämtlichen Tathand­lun­gen auf eine pro­pa­gan­dis­tis­che Betä­ti­gung im nation­al­sozial­is­tis­chem Sinne gerichtet….Insbesondere ging es ihm auch darum, junge Män­ner für seine Ideen zu gewin­nen und auf seine Gesin­nung einzuschwören”, heißt es in der Anklage.


Ohne Worte
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Klein­er Ein­spruch! Der NVP geht’s nicht nur um junge, son­dern auch um (geistig) alte Män­ner. Erst vor weni­gen Tagen ver­bre­it­ete die NVP eine Jubelmel­dung der beson­deren Art: sie fusion­iert mit der „Liste Wien“ des Gün­ther Rehak, des pen­sion­ierten Min­is­te­ri­al­rats, der früher ein­mal bei der SPÖ, dann bei der FPÖ Mit­glied war und seines Lis­ten­zweit­en Gert Lagler, des Oblaten­bäck­ers! Das ist natür­lich eine Sen­sa­tion, weil die NVP dadurch erhe­blichen Mit­gliederzuwachs erzie­len kann und einen weit­eren Funk­tionär mit viel Tages­freizeit gewin­nt! Der Auf­marsch der küh­nen Truppe zum „Tag der Ehre“ in Baden zeigt ja schon, mit welch grim­miger Entschlossen­heit die „Ver­sager­parteien, die im Par­la­ment sitzen“, von der fusion­ierten NVP ab sofort bekämpft werden.

Warum die Staat­san­waltschaft allerd­ings nur den vorgeschobe­nen Obmann Hay­er und nicht auch den „Gen­er­alsekretär“ Robert Fall­er bzw. den gesamten Vor­stand anklagt, ist uns noch ein Rätsel.