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„Stoppt die Rechten“ ist eine unabhängige, antifaschistische Plattform, die Rechtsextremismus und Neonazismus in Österreich sichtbar macht, analysiert und dokumentiert – mit dem umfassendsten öffentlich zugänglichen Online-Archiv zu rechtsextremen Entwicklungen und Vorfällen in Österreich.

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Lesezeit: 4 Minuten

Neue Nazi-Seite über den Volkstod

Wie so häu­fig in mie­sem Deutsch und mit schwuls­ti­gen Ver­glei­chen hol­pert eine neue Nazi-Sei­te im Inter­net her­um: „Der Volks­tod kommt”

7. Jan. 2011

„Unser Volk ist krank, tod­krank. Es liegt zuckend auf sei­nem Ster­be­bett.“ Umrahmt von Sen­sen­män­nern beginnt so das Mani­fest der Neo­na­zis. Das zucken­de Volk auf sei­nem Ster­be­bett – eigent­lich kommt da jede Hil­fe zu spät. Aber es gibt sie ja noch, die jun­gen Neo­na­zis, die sich dage­gen weh­ren wol­len: „Der Volks­tod aber ist kein Natur­ge­setz. Er hat eine Ursa­che, die­se Ursa­che ist nicht unab­än­der­lich. Wir wol­len und müs­sen sie ändern.“

Und so bas­teln sie eben eine neue Home­page mit den alten Links: zu Alpen-Donau, Thiazi.net, den Spree- und Elb­lich­tern usw.


Akti­on der Spree-Nazis (Bald ist wie­der Fasching)

Auf einer Sei­te wer­den die gesam­mel­ten Akti­ons­be­rich­te zur Ver­öf­fent­li­chung ange­kün­digt – nur sind kei­ne Berich­te zu fin­den: Die Neo­na­zis vom „Volks­tod“ lie­gen offen­sicht­lich selbst am Sterbebett.

Bei der Web­site zum Volks­tod han­delt es sich wahr­schein­lich um den wei­te­ren Ver­such eines Akti­vis­ten aus dem Alpen-Donau-Forum, der sich bezeich­nen­der­wei­se mit dem Attri­but „Lord of Cha­os“ schmückt, mit Unter­stüt­zung der Kame­ra­den aus dem Nor­den, die hei­mi­sche Nazi-Sze­ne etwas auf­zu­pep­pen, für Jugend­li­che attrak­ti­ver zu machen. Ob dafür ein paar Sen­sen­män­ner aus­rei­chen, darf bezwei­felt wer­den. Vor allem, wenn man liest, wie die Jugend cha­rak­te­ri­siert wird:

Unse­re Jugend bie­tet ein trau­ri­ges Bild. Ihre Kör­per sind aus­ge­zehrt, von Dro­gen und Sauf­ex­zes­sen, ihre Lun­ge Niko­tin­ver­klebt, ihre Haut sola­ri­um­braun, täto­wiert und mit Metall behängt- um 30 Jah­re älter als sie selbst. Auch geis­tig sieht es schlecht aus. Kal­te, ego­is­ti­sche, spaß­be­ses­se­ne, getrie­be­ne, visi­ons­lo­se, zyni­sche und unglück­li­che Kon­sum­krüp­pel. Öster­reichs Jugend hat die höchs­te Selbstmord‑, Alk­ho­ho­lis­mus- und Niko­tin­suchts­ra­te Europas.

Eini­ges deu­tet dar­auf hin, dass die „Volkstod“-Website einer der Ver­su­che ist, in der Nazi-Sze­ne rund um Alpen-Donau neue Struk­tu­ren zu bil­den. Die Bezie­hun­gen zu Alpen­Don­au sind klar (die Web­site liegt eben­falls auf dreamhost.com): Auch dort wird neu­er­dings aus dem Schrift­gut der „Spre­e­lich­ter“ vorgetragen.


Volks­tod-Nazis lie­gen offen­sicht­lich selbst am Sterbebett

Die nord­deut­schen Nazi-Irr­lich­ter aus Bran­den­burg und Sach­sen ver­stär­ken ihren Ein­fluss auf die öster­rei­chi­sche Neo­na­zi-Sze­ne. Die darf dann die Sprü­che der deut­schen Nazis nach­dich­ten und aus­schmü­cken. Auf der deut­schen Volks­tod-Sei­te heißt es nämlich:

Leu­te fragen:
Ja, wie steht es denn um unser deut­sches Volk? Was ist denn nur mit ihm los?
Und wir antworten:
Tod­krank liegt es auf dem Ster­be­bett, unfä­hig sich zu bewe­gen, zu schwach um sich aufzubäumen.

Die Zuckun­gen sind offen­bar der öster­rei­chi­sche Bei­trag zum Volkstod …

P.S.: Die „Volkstod“-Leute beschäf­ti­gen sich natür­lich auch mit der FPÖ und kom­men dabei zu durch­aus ori­gi­nel­len Schlussfolgerungen:

Gleich vor­weg. Die FPÖ ist als Par­tei nicht mit ÖVP. SPÖ und den Grü­nen gleich­zu­set­zen. Es gibt in ihr zahl­rei­che Idea­lis­ten, die den kom­men­den Volks­tod erkannt haben und sich gegen ihn ein­set­zen. Auch im euro­päi­schen Ver­gleich gibt es weni­ge Par­tei­en, in denen der­art vie­le Natio­na­le Platz fin­den wie in der FPÖ. Ihr gro­ßer Ver­dienst war es, dass sie im Lauf der letz­ten 60 Jah­re oft Sprach­rohr und Sam­mel­punkt für natio­na­le Anlie­gen war und so natio­na­le The­men immer wie­der unter die Leu­te brach­te. Dadurch ist eine natio­nal-patrio­ti­sche Hal­tung in Öster­reich nicht so ver­pönt wie etwa in der BRD. In EU-The­men nimmt die FPÖ zudem eine kla­re und gute Hal­tung ein. Sie ist auch die ein­zi­ge Par­tei die aus welt­an­schau­li­chen Grün­den, näm­lich aus Lie­be zum eige­nen Volk, die Zuwan­de­rung beschrän­ken will. Doch an der Sache ist ein gro­ßer Haken.
Es gibt näm­lich „DIE“ FPÖ gar nicht. Sie ist eine Mas­sen­par­tei, die ver­schie­de­ne, sich bekämp­fen­de „Flü­gel“ hat. Den natio­na­len, den libe­ra­len, den katho­li­schen, seit neu­es­tem den pro­is­rae­li­schen, etc. Zudem kom­men noch zahl­rei­che, Kar­rie­restrei­tig­kei­ten der ein­zel­nen Funk­tio­nä­re hin­zu. Auf FPÖ-Ver­an­stal­tun­gen, kann man auf einem Tisch auf­rech­te Natio­na­le, am nächs­ten Tisch, Ver­fas­sungs­pa­trio­ten, Zio­nis­ten oder „inte­grier­te Aus­län­der“ tref­fen. Vie­le wäh­len die FPÖ auch unüber­legt, nur aus Protest. (…)
Die ein­fa­chen Leu­te wäh­len die FPÖ weil sie sich von ihr eine Ver­hin­de­rung des, von ihnen erahn­ten, Volks­to­des erhof­fen und die FPÖ sug­ge­riert das auch. („Recht auf Hei­mat“, „der ech­te Wie­ner darf nicht unter­ge­hen“, „zuviel Frem­des tut nie­man­dem gut“ etc.) Aber das ein­zi­ge was sie tun kann ist den Volks­tod zu ver­zö­gern oder „sanf­ter“ zu gestal­ten. Sie ist im Grun­de eine natio­na­le „Ster­be­hil­fe-Par­tei“. Sie hat kei­ne ech­te natio­na­le Welt­an­schau­ung und kei­nen natio­na­len Kurs, son­dern nur eini­ge Natio­na­lis­ten in ihren Rei­hen. Auch die wer­den bald weg­ster­ben oder aus­ge­schlos­sen wer­den, wenn sich nichts ändert. Wenn alles so wei­ter­läuft wird sich die FPÖ an die demo­gra­phi­sche Ver­än­de­rung anpassen.
Bald wird sie die ers­ten inte­grier­ten Aus­län­der auf­neh­men müs­sen, und eine rei­ne „law & order“ Par­tei wer­den. Das heißt für Über­wa­chung, eine stren­ge Asyl-Jus­tiz und „stren­ge Regeln“ bei der Zuwanderung.
Kurz: einen kon­trol­lier­ten, sau­be­ren Volkstod.

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