We use automated translation to make our research internationally accessible. However, political nuances may be lost. Only the original German text is binding and definitive.
Skip to content
Stoppt die Rechten

Stoppt die Rechten

Antifaschistische Website

social media logo x social media logo facebook social media logo bluesky
  • Suche
  • Wissen
    • Rechtsextremismus
    • Ist die FPÖ rechtsextrem?
    • Rechtsextreme Medien in Österreich
    • Faschismus
    • Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit
    • Antisemitismus
    • Rassismus
    • Wiederbetätigung und Verbotsgesetz
    • NS-Symbole und Abzeichengesetz
    • Verhetzung. Was ist das? Was kann ich dagegen tun?
  • Handeln
    • Aktiv werden und handeln
    • Was kann wie wo gemeldet werden?
    • Gegen Sticker & Geschmiere
    • How to “Prozessreport”?
  • Hilfreich
    • Anleitung Sicherung von FB-Postings/Kommentaren
    • Strafbare Inhalte im Netz: eine Anzeige/Sachverhaltsdarstellung einbringen
    • Newsletter
    • Open Data Archiv
    • Archiv aller Beiträge
    • Schlagwörter-Wolke
    • RSS-Feeds
  • Wochenrückblick
  • Gastbeiträge
  • Materialien
  • Rezensionen

„Stoppt die Rechten“ ist eine unabhängige, antifaschistische Plattform, die Rechtsextremismus und Neonazismus in Österreich sichtbar macht, analysiert und dokumentiert – mit dem umfassendsten öffentlich zugänglichen Online-Archiv zu rechtsextremen Entwicklungen und Vorfällen in Österreich.

FPÖ
Einzelfallzähler

aktuell 0 Fälle
alle Fälle lesen

Waffenfunde
 

0
alle Fälle lesen

Startseite | Dokumentation

Lesezeit: 5 Minuten

Neonazi-Gewalt nach Identitären-Aufmarsch: Zwei junge Musiker als Ziel, drei Täter als Minimum

Nach dem Iden­ti­tä­ren-Auf­marsch vom 26. Juli 2025 schlug ein Neo­na­zi-Pulk in der U‑Bahn auf zwei unbe­tei­lig­te jun­ge Män­ner ein. Am Lan­des­ge­richt Wien ende­te der Fall mit Schuld­sprü­chen und äußerst mil­den Urtei­len. Min­des­tens ein wei­te­rer Täter ist wei­ter­hin unbekannt.

5. März 2026
Identitären-Aufmarsch mit viel Inszenierung und Polizeibegleitung (Foto Theo Winkler; 26.7.25)
Identitärer Aufmarsch 2025 (Foto Theo Winkler; 26.7.25)

Identitären-Aufmarsch als Kulisse, Gewalt als Begleitmusik

Etwa 350 Per­so­nen zogen an die­sem Juli­tag unter Iden­ti­tä­ren-Bran­ding durch Wien, flan­kiert von einem mas­si­ven Poli­zei­auf­ge­bot. Mobi­li­siert wur­de auch im Neo­na­zi-Milieu. Zu den prä­sen­ten Grup­pen zähl­ten auch Neo­na­zi-Crews wie „Tanz­bri­ga­de“ und „Divi­si­on Wien“, die seit Jah­ren bei sol­chen Anläs­sen als aggres­si­ver Reso­nanz­raum auf­fal­len. Am Ende der Rou­te ent­lud sich pure Gewalt.

Die bei­den spä­te­ren Opfer – ein 24-jäh­ri­ger Tiro­ler und ein 22-jäh­ri­ger Wie­ner – hat­ten den Auf­marsch nicht am Radar. Sie kamen von einer gemein­sa­men Band­pro­be und stie­gen in eine U1-Gar­ni­tur. Deren Pech: Am Schwe­den­platz stie­gen rund 50 Neo­na­zis zu. Grö­lend, teils ver­mummt, mit Sprech­chö­ren wie „Aus­län­der raus, Deutsch­land den Deut­schen“.

Dann reich­te ein kur­zer Moment: Die bei­den blick­ten hin, unmit­tel­bar dar­auf folg­ten ras­sis­ti­sche und homo­pho­be Beschimp­fun­gen, Schlä­ge und Trit­te. Die Atta­cke pas­sier­te wäh­rend der Fahrt, die Opfer konn­ten erst bei der nächs­ten U‑Bahn-Sta­ti­on flüch­ten und sich in ein Lokal retten.

Als die U‑Bahn an der nächs­ten Sta­ti­on halt­mach­te, stie­gen die Ange­grif­fe­nen flucht­ar­tig aus. Sie wur­den von eini­gen Män­nern ver­folgt. Auf einem Video – das Bild­ma­te­ri­al der Wie­ner Lini­en wur­de im Ver­hand­lungs­saal mehr­fach abge­spielt – war zu sehen, wie sich ein älte­rer Mann den Rech­ten cou­ra­giert in den Weg stellt und den Opfern „Lauft’s!“ zuruft. Eine wei­te­re Sequenz zeigt, wie die Musi­ker durch die U‑Bahn-Sta­ti­on Nes­troy­platz Rich­tung Roll­trep­pe lau­fen und von meh­re­ren Ver­mumm­ten gejagt wer­den. „Es war eine Hetz­jagd“, schil­der­te der 24-Jäh­ri­ge dem Gericht. (wien.orf.at, 4.3.26)

Verletzungen und Nachhall: AKH, Video, widersprüchliche Einsatzgeschichte

Die bei­den Opfer lie­ßen sich im AKH unter­su­chen. Dia­gnos­ti­ziert wur­den Joch­bein-Fis­su­ren bei bei­den, beim 24-Jäh­ri­gen zusätz­lich ein geprell­ter Kie­fer; beim 22-Jäh­ri­gen blieb ein blau­es Auge noch län­ger sicht­bar. Der kör­per­li­che Befund steht neben dem psy­chi­schen Nach­hall: Das Erleb­nis, in einem öffent­li­chen Ver­kehrs­mit­tel von einer Grup­pe gejagt zu wer­den, wur­de von einem Betrof­fe­nen in einem Gespräch mit dem „Stan­dard“ (5.8.25) als beson­ders bedrü­ckend beschrieben.

Zur öffent­li­chen Cau­sa wur­de der Angriff auch durch ein Video des Pho­to­jour­na­lis­ten Samu­el Win­ter auf Social Media: Sein Inter­view mit den Opfern ver­brei­te­te sich stark. Par­al­lel kam die Fra­ge auf, wie rasch die Poli­zei reagier­te. Ein Betrof­fe­ner schil­der­te, er habe 133 gewählt und lan­ge auf Hil­fe gewar­tet; die Lan­des­po­li­zei­di­rek­ti­on hielt dem öffent­lich ent­ge­gen, ein Funk­wa­gen sei bin­nen Minu­ten vor Ort gewe­sen, habe die bei­den jedoch nicht ange­trof­fen. Die bei­den Opfer wider­spra­chen die­ser Version.

@samuelwinter04.bsky.social hat die Demo doku­men­tiert und danach mit den 2 zusam­men­ge­schla­ge­nen Opfern, die das Pech hat­ten, in jener U‑Bahn zu sit­zen, in die nach der Demo eine gan­ze Neo­na­zi-Hor­de unbe­glei­tet von der Poli­zei ein­ge­stie­gen ist, gesprochen.
2/2

[image or embed]

— Stoppt die Rech­ten (@stopptdierechten.at) 4. März 2026 um 15:15

„Verabredete Verbindung“, dritter Täter als Lücke und ein blitzartiger Wandel

Die Ankla­ge spricht von einer ver­ab­re­de­ten Ver­bin­dung der zwei Ange­klag­ten und „zumin­dest einer wei­te­ren unbe­kann­te Per­son“, die an der Atta­cke auf die bei­den Musi­ker betei­ligt gewe­sen sei. Aber wer außer den bei­den Ver­ur­teil­ten noch zuge­schla­gen hat, bleibt unbekannt.

Vor Gericht waren bei­de Ange­klag­te im Kern gestän­dig, ver­such­ten aber, die Dyna­mik umzu­deu­ten. Es fiel die Behaup­tung, die Opfer hät­ten pro­vo­ziert und sich lus­tig gemacht. Einer räum­te Schlä­ge ein, ein ande­rer sprach von einem Kopf­stoß und begrün­de­te sein Ver­hal­ten mit: „Weil ich dumm bin.“ (wien.orf.at, 4.3.26)

Laut „heu­te“ (4.3.26) hand­le es sich bei den bei­den Neo­na­zi-Tätern um Zwil­lings­brü­der; einer trat optisch ver­än­dert auf und ließ über den Ver­tei­di­ger aus­rich­ten, er ori­en­tie­re sich poli­tisch inzwi­schen „eher links“. Eine blitz­ar­ti­ge Wandlung!

Einer der Ange­klag­ten weni­ge Wochen vor der Tat in der U‑Bahn bereits wegen Kör­per­ver­let­zung zu einer Bewäh­rungs­stra­fe von elf Mona­ten ver­ur­teilt worden.

Dem­nach hat­te der damals noch Jugend­li­che am 15. März 2025 auf der Stra­ße einen Mann gefragt, ob die­ser „links“ oder „rechts“ sei. Als sich jener als links dekla­rier­te, kas­sier­te er einen Kopf­stoß und Faust­schlä­ge. Das Opfer erlitt einen Nasen­bein­bruch. (wien.orf.at, 4.3.26)

Bewährung und offene Fragen zu Identitären-Aufmarsch

Das Gericht sprach bei­de wegen schwe­rer Kör­per­ver­let­zung schul­dig und ver­häng­te beding­te Haft­stra­fen: 20 Mona­te bedingt (plus 320 Euro Geld­stra­fe) für den ein­schlä­gig Vor­be­straf­ten, zwölf Mona­te bedingt für den ande­ren. Dazu kamen Bewäh­rungs­hil­fe, Anti-Gewalt-Trai­ning und die Ver­pflich­tung zu einem Dera­di­ka­li­sie­rungs­pro­gramm. Das Urteil war zunächst nicht rechts­kräf­tig, weil die Staats­an­walt­schaft kei­ne Erklä­rung abgab, wäh­rend die Ange­klag­ten annahmen.

Damit blei­ben nach dem Pro­zess zen­tra­len Fra­ge: Wer waren der oder die Mit­tä­ter und wel­che Kon­se­quen­zen zie­hen die Behör­den für zukünf­ti­ge Iden­ti­tä­ren-Auf­mär­sche? Wer­den abzie­hen­de Grup­pen über eine Poli­zei­be­glei­tung bis zu einer U‑Bahn-Sta­ti­on hin­aus wei­ter beob­ach­tet, um Gewalt­es­ka­la­tio­nen wie jene im Juli 2025 gegen unbe­tei­lig­te Bürger:innen zu ver­hin­dern? Oder noch ein­fa­cher: Wer­den die Auf­mär­sche end­lich verboten?

Update 6.3.26: Die Urtei­le sind rechts­kräf­tig, wie die APA mel­det. In der Mel­dung über die „mil­den Urtei­le” wird ergänzt:

Die Demons­tra­ti­on wird jedes Jahr auch von zahl­rei­chen Gegen­de­mons­tran­ten beglei­tet. Um ein Auf­ein­an­der­tref­fen der bei­den Grup­pen zu ver­hin­dern, ist die Wie­ner Poli­zei mit einem Groß­auf­ge­bot an Beam­ten vor Ort. Erst im Jän­ner wur­den drei Anti­fa­schis­ten wegen der ver­such­ten Stö­rung einer Ver­samm­lung bzw. Wider­stand gegen die Staats­ge­walt zu drei‑, vier- und acht­mo­na­ti­gen beding­ten Haft­stra­fen ver­ur­teilt. Die vier Mona­te für einen 19-Jäh­ri­gen, die er bekam, weil er bei der Gegen­de­mo 2024 in einer chao­ti­schen Situa­ti­on mit einem Regen­schirm in eine Poli­zei­blo­cka­de lief, sind rechts­kräf­tig, wie Gerichts­spre­che­rin Chris­ti­na Salz­born am Frei­tag auf APA-Anfra­ge mit­teilt. Bei den ande­ren bei­den wur­den Rechts­mit­tel ange­mel­det. Ein 21-Jäh­ri­ger fass­te acht Mona­te aus, weil er — ver­mut­lich auf der Flucht vor einem Beam­ten — mit aus­ge­streck­ten Hän­den in einen ande­ren hin­ein­lief. Er traf den Poli­zis­ten mit fla­cher Hand am Visier, die­ser blieb aber unverletzt.

Mit vol­ler Här­te ging die Jus­tiz auch in der Stei­er­mark gegen meh­re­re Demons­tran­ten vor, die im Jän­ner 2025 nach dem Aka­de­mi­ker­ball einem Besu­cher die Bur­schen­schaf­ter-Kap­pe weg­ge­nom­men haben sol­len. Der Mann stürz­te und erlitt dabei Rip­pen­brü­che. Zwei inter­na­tio­na­le Haft­be­feh­le, sie­ben Haus­durch­su­chun­gen und teils wochen­lan­ge U‑Haft war die Kon­se­quenz für die Anti­fa­schis­ten. Der­zeit wird sie­ben Ange­klag­ten der Pro­zess gemacht, fort­ge­setzt wird die­ser im April.

Unabhängige Recherche ermöglichen...

Jetzt unterstützen »
  • teilen 
  • teilen 
  • teilen 
  • teilen 
  • E-Mail 
Keine Beiträge mehr verpassen: Email-Benachrichtigung aktivieren
abgelegt unter: Dokumentation
Schlagwörter: Identitäre | Körperverletzung | Neonazismus/Neofaschismus | Wien

Verwandte Beiträge

  • 25. Aug. 2025
    Identitärer Aufmarsch in Wien: Wenig Teilnehmer, viel Inszenierung und eine Gewaltattacke
    Identitären-Aufmarsch mit viel Inszenierung und Polizeibegleitung (Foto Theo Winkler; 26.7.25)
  • 8. Sep. 2025
    Drill in der Idylle: Das identitäre „Bundeslager 2025“ als politisches Bootcamp
    IB-Lager: Strammstehen, Feuer, Bergkulisse (KI-generiert)

Beitragsnavigation

« Mélange KW 9/26 (Teil 2): Hitlergrüße mit Gewalteskalation
Stammgast am Gericht: Wieder einmal Reue, wieder einmal Hitlerbilder, wieder einmal NS-Runen »

» Zur erweiterten Suche

Unabhängige Recherche unterstützen...

Spenden »

Wissen

  • Rechtsextremismus
  • Ist die FPÖ rechtsextrem?
  • Rechtsextreme Medien in Österreich
  • Faschismus
  • Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit
  • Antisemitismus
  • Rassismus
  • Wiederbetätigung und Verbotsgesetz
  • NS-Symbole und Abzeichengesetz
  • Verhetzung

Handeln

  • Aktiv werden und handeln
  • Was kann wie wo gemeldet werden?
  • Gegen Sticker & Geschmiere
  • How to “Prozessreport”?

Hilfreich

  • Postings gerichtstauglich sichern
  • Wie verfasse ich eine Sachverhaltsdarstellung?
  • Newsletter
  • Open Data Archiv
  • Archiv aller Beiträge
  • Schlagwörter-Wolke
  • RSS-Feeds
E-Mail-Benachrichtigung bei neuen Beiträgen
  • Wochenrückblicke
    Beiträge
  • Gastbeiträge
    Beiträge
  • Materialien
    Beiträge
  • Rezensionen
    Beiträge
Um unsere Arbeit fortführen zu können, sind wir auf Ihre Spenden angewiesen – danke für Ihre Unterstützung!

Spenden

Kontakt

Vorfälle und Hinweise bitte über unser sicheres Kontaktformular oder per Mail an:
[email protected]

Wir garantieren selbstverständlich den Schutz unserer Informant*innen, der für uns immer oberste Priorität hat.

Spendenkonto

Um unsere Arbeit fortführen zu können, sind wir auf Ihre Spenden angewiesen – danke für Ihre Unterstützung!

Spenden

Socials

social media logo x social media logo facebook social media logo bluesky

Links

  • Rechtsextremismus
  • Ist die FPÖ rechtsextrem?
  • Rechtsextreme Medien in Österreich
  • Faschismus
  • Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit
  • Antisemitismus
  • Rassismus
  • Wiederbetätigung und Verbotsgesetz
  • NS-Symbole und Abzeichengesetz
  • Verhetzung
  • Aktiv werden und handeln
  • Was kann wie wo gemeldet werden?
  • Gegen Sticker & Geschmiere
  • How to “Prozessreport”?
  • Postings gerichtstauglich sichern
  • Wie verfasse ich eine Sachverhaltsdarstellung?
  • Newsletter
  • Open Data Archiv
  • Archiv aller Beiträge
  • Schlagwörter-Wolke
  • RSS-Feeds
  • Über uns
  • Beirat und Unterstützer:innen
  • Datenschutz
  • Impressum
Spenden
Newsletter