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Lesezeit: 3 Minuten

Mélange KW 52/25 und 1/26 (Teil 1): Identitäres Zündeln

Ille­ga­les Jul­fest-Feu­er der Iden­ti­tä­ren endet mit Feu­er­wehr­ein­satz und Flucht der Zünd­ler, Nazi-Ran­da­le im Après-Ski, eine Brand­le­gung mit Haken­kreuz-Schmie­re­rei und eine (zum Glück) funk­ti­ons­lo­se Hand­gra­na­te bei Syn­ago­gen in der Wie­ner Leo­pold­stadt und das selt­sa­me „Christ­li­che Zen­trum Rabensburg”.

8. Jan. 2026
Rückblick
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Inhalt

Togg­le
  • Hohe Wand/NÖ: Phil­ipp, lass das Zün­deln sein!
  • St. Anton/T: Rauf­han­del mit Nazi-Parolen
  • Regau/OÖ: Brand­an­schlag mit Hakenkreuz
  • Wien-Leo­pold­stadt: Hand­gra­na­te bei Synagogen
  • Rabensburg/NÖ: „Christ­li­ches Zen­trum“ als Aus­tra­gungs­ort einer FPÖ-Veranstaltung

Hohe Wand/NÖ: Philipp, lass das Zündeln sein!

In der Nacht auf den 21. Dezem­ber woll­te eine Grup­pe Iden­ti­tä­rer an der Hohen Wand offen­bar Win­ter­son­nen­wen­de fei­ern. Das Pro­blem: Ein Feu­er­wehr­mann sah den Licht­schein im Wald, Kame­ra­den rück­ten aus und stie­ßen mit­ten im Forst auf das Treffen.

Laut Kurier (27.12.25) soll die Grup­pe rund 20 Per­so­nen umfasst haben. Als sich star­ker Rauch ent­wi­ckel­te und die Feu­er­wehr ein­traf, hät­ten die Teil­neh­mer das Wei­te gesucht. Die geplatz­te Fei­er sei mut­maß­lich vom ehe­ma­li­gen Wie­ner Iden­ti­tä­ren-Lei­ter, der in der Nähe ange­trof­fen wor­den sei, orga­ni­siert wor­den; die „Kro­ne“ (27.12.25) wird kon­kre­ter: „ein bekann­ter AUF-1-Redak­teur vom blau­en Lieb­lings­fern­seh­sen­der für alter­na­ti­ve Fakten“

Die iden­ti­tä­re Jul­fei­er, für die ein „Rad­kreuz“ (Son­nen­rad) errich­tet wur­de, gestal­te­te sich weni­ger als (dubio­ses) Brauch­tum denn als Lehr­bei­spiel dafür, wozu Wald­brand­ver­ord­nun­gen exis­tie­ren: offe­nes Feu­er im Wald, ohne Ein­wil­li­gung des Wald­be­sit­zers und ohne Vor­keh­run­gen zum Löschen. Ermit­telt wer­de nun wegen des Ver­dachts einer Über­tre­tung des Forst­ge­set­zes. Viel­leicht ein neu­es Kapi­tel im Stru­wel­pe­ter?: Phil­ipp, lass das Zün­deln sein!

St. Anton/T: Raufhandel mit Nazi-Parolen

Ein Streit zwi­schen öster­rei­chi­schen und nie­der­län­di­schen Män­nern in einem Après-Ski-Lokal in St. Anton am Arl­berg eska­lier­te am Abend des Ste­fa­ni­tags. Ein 20-jäh­ri­ger deut­scher Sicher­heits­mann konn­te die Situa­ti­on zunächst beru­hi­gen, wur­de jedoch spä­ter selbst ange­grif­fen. Ein 20-jäh­ri­ger Öster­rei­cher warf eine Glas­fla­sche nach ihm und griff ihn anschlie­ßend kör­per­lich an, wobei bei­de zu Boden stürz­ten. Der Öster­rei­cher blieb bewusst­los lie­gen und muss­te ins Kran­ken­haus gebracht wer­den, auch der Sicher­heits­mann wur­de verletzt.

Wäh­rend des Vor­falls beschimpf­te ein 21-jäh­ri­ger Kol­le­ge des ver­letz­ten Öster­rei­chers Anwe­sen­de mit natio­nal­so­zia­lis­ti­schen Paro­len und bedroh­te einen wei­te­ren Sicher­heits­mann. Die Poli­zei ermit­telt, meh­re­re Per­so­nen wer­den bei der Staats­an­walt­schaft Inns­bruck angezeigt.

(Quel­le: tt.com, 27.12.25)

Regau/OÖ: Brandanschlag mit Hakenkreuz

In der Nacht auf den 29. Dezem­ber wur­de in einer Werk­statt in Regau (Bezirk Vöck­la­bruck) ein Brand gelegt. Neben dem Ein­gangs­tor der Hal­le in einem Gewer­be­park wur­de zudem ein Haken­kreuz auf­ge­sprüht. Der Mie­ter der Werk­statt, ein Öster­rei­cher mit syri­schen Wur­zeln, gab an, das Haken­kreuz zuvor nicht bemerkt zu haben. Die Poli­zei geht von Brand­stif­tung aus, da das Feu­er an meh­re­ren Stel­len ausbrach.

(Quel­le: APA, 29.1.25)

Wien-Leopoldstadt: Handgranate bei Synagogen

Am Sonn­tag, 4.1.26, wur­de in Wien-Leo­pold­stadt gegen­über von zwei Syn­ago­gen in der Tem­pel­gas­se eine nicht funk­ti­ons­fä­hi­ge Hand­gra­na­te ent­deckt, was einen Groß­ein­satz der Poli­zei aus­lös­te. Die Gra­na­te, eine F1 aus den 1970er Jah­ren, war in einem wei­ßen Tuch ein­ge­wi­ckelt und von einem Syn­ago­gen­mit­ar­bei­ter gefun­den wor­den. Nach dem Fund wur­de das Gebiet groß­räu­mig abge­sperrt und der Ent­schär­fungs­dienst alar­miert, der die Gra­na­te abtrans­por­tier­te. Unter­su­chun­gen erga­ben, dass weder Spreng­stoff noch eine funk­tio­nie­ren­de Zün­dung vor­han­den waren.

Wie die Poli­zei dar­auf kommt, der­zeit kei­nen direk­ten Zusam­men­hang mit den Syn­ago­gen und kei­ne anti­se­mi­ti­sche Moti­va­ti­on zu ver­mu­ten, wird bedau­er­li­cher­wei­se nicht erklärt. Die Hin­ter­grün­de der Abla­ge des Spreng­kör­pers sei­en Gegen­stand lau­fen­der Ermitt­lun­gen. Auf­grund der Nähe zu den Syn­ago­gen wur­de der Ver­fas­sungs­schutz ein­ge­schal­tet. In der Tem­pel­gas­se, wo der in der Novem­ber­po­grom-Nacht 1938 abge­fa­ckel­te Stadt­tem­pel stand, befin­den sich heu­te zwei Syn­ago­gen sowie eine Bera­tungs­stel­le für Holo­caust-Über­le­ben­de und deren Nachkommen.

(Quel­le: wien.orf.at, 4.1.26)

Rabensburg/NÖ: „Christliches Zentrum“ als Austragungsort einer FPÖ-Veranstaltung

Die FPÖ Rabens­burg lädt zur „Jetzt erst Recht“-Tour mit der für ihre bös­ar­ti­gen Aus­sa­gen wohl­be­kann­ten Natio­nal­rats­ab­ge­ord­ne­ten Dag­mar Bela­ko­witsch. Der über­ra­schen­de Ort: das „Christ­li­che Zen­trum Rabensburg“.

"Christliches Zentrum Rabensburg" mit FPÖ-Veranstaltung
„Christ­li­ches Zen­trum Rabens­burg” mit FPÖ-Veranstaltung

Das Zen­trum zählt sich zu den „ELAIA Chris­ten­ge­mein­den“. Laut deren Web­site hät­ten die­se Chris­ten­ge­mein­den unter dem Namen „Frei­kir­chen in Öster­reich” den Rechts­sta­tus als staat­lich aner­kann­te Kir­che. Die Web­site bie­tet einen eige­nen „Gebets­ka­len­der für Isra­el“ an und Semi­na­re wie „ISRA­EL-Got­tes Instru­ment für das Heil der Welt“. Wir hät­ten ger­ne gewusst, wie sich die FPÖ-Ver­an­stal­tung mit dem „Christ­li­chen Zen­trum Rabens­burg” ver­trägt, haben jedoch auf eine Anfra­ge kei­ne Ant­wort erhalten.

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Schlagwörter: Identitäre | Niederösterreich | Oberösterreich | Tirol | Wiederbetätigung | Wien

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