We use automated translation to make our research internationally accessible. However, political nuances may be lost. Only the original German text is binding and definitive.
Skip to content
Stoppt die Rechten

Stoppt die Rechten

Antifaschistische Website

social media logo x social media logo facebook social media logo bluesky
  • Suche
  • Wissen
    • Rechtsextremismus
    • Ist die FPÖ rechtsextrem?
    • Rechtsextreme Medien in Österreich
    • Faschismus
    • Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit
    • Antisemitismus
    • Rassismus
    • Wiederbetätigung und Verbotsgesetz
    • NS-Symbole und Abzeichengesetz
    • Verhetzung. Was ist das? Was kann ich dagegen tun?
  • Handeln
    • Aktiv werden und handeln
    • Was kann wie wo gemeldet werden?
    • Gegen Sticker & Geschmiere
    • How to “Prozessreport”?
  • Hilfreich
    • Anleitung Sicherung von FB-Postings/Kommentaren
    • Strafbare Inhalte im Netz: eine Anzeige/Sachverhaltsdarstellung einbringen
    • Newsletter
    • Open Data Archiv
    • Archiv aller Beiträge
    • Schlagwörter-Wolke
    • RSS-Feeds
  • Wochenrückblick
  • Gastbeiträge
  • Materialien
  • Rezensionen

„Stoppt die Rechten“ ist eine unabhängige, antifaschistische Plattform, die Rechtsextremismus und Neonazismus in Österreich sichtbar macht, analysiert und dokumentiert – mit dem umfassendsten öffentlich zugänglichen Online-Archiv zu rechtsextremen Entwicklungen und Vorfällen in Österreich.

FPÖ
Einzelfallzähler

aktuell 0 Fälle
alle Fälle lesen

Waffenfunde
 

0
alle Fälle lesen

Startseite | Dokumentation

Lesezeit: 3 Minuten

Burschenschafter als V‑Mann des Verfassungsschutzes

Die Indi­zi­en­ket­te ist ziem­lich dicht, dass Nor­bert Weid­ner, bis 2012 Chef­re­dak­teur der Bur­schen­schaft­li­chen Blät­ter der Deut­schen Bur­schen­schaft (DB), ein V‑Mann des Ver­fas­sungs­schut­zes war. Weid­ner, der 2011 die Ermor­dung des Wider­stands­kämp­fers Diet­rich Bon­hoef­fer durch die Nazis für „juris­tisch gerecht­fer­tigt“ hielt und mit die­sem Eklat einen wich­ti­gen Anstoß für den Zer­fall der DB lie­fer­te, will sich zu den Vor­wür­fen nicht äußern.

12. Jan. 2014

Nor­bert Weid­ner, Bur­schen­schaf­ter der rechts­extre­men Rac­zeks zu Bonn, war in den 1990er-Jah­ren zunächst Mit­glied der neo­na­zis­ti­schen Wiking-Jugend, dann der Frei­heit­li­chen Deut­schen Arbei­ter­par­tei (FAP).

Hin­weis: Bild http://asset‑2.soup.io/asset/2549/3611_21eb_500.jpeg ist nicht mehr verfügbar
Das „Anti­fa­schis­ti­sche Info-Blatt“ (AIB) hat in sei­ner jüngs­ten Aus­ga­be die Indi­zi­en für Weid­ners V‑Mann-Tätig­keit zusam­men­ge­tra­gen, auf haskala.de ist eine Zusam­men­fas­sung zu lesen. Die Zeit (10.1.14) hat Weid­ner zu den Vor­wür­fen befragt, doch der will sich dazu nicht kon­kret äußern, son­dern spricht von einer weit­aus kom­ple­xe­ren Sachlage.

Per­plex ist man jeden­falls nach der Lek­tü­re des Bei­trags im AIB über den Bun­des-NSU-Unter­su­chungs­aus­schuss, in dem die Schluss­fol­ge­rung gezo­gen wird, dass ohne das V‑Leu­te-Sys­tem der bun­des­deut­schen Nach­rich­ten­diens­te den neo­na­zis­ti­schen Grup­pie­run­gen der 90er-Jah­re der qua­li­ta­ti­ve Sprung bzw. die Ver­brei­te­rung und Aus­dif­fe­ren­zie­rung in den 2000er Jah­ren wohl nicht mög­lich gewe­sen wäre:

Tat­säch­lich geben die Abschluss­be­rich­te des baye­ri­schen NSU-Unter­su­chungs­aus­schus­ses und des Bun­des­tags­un­ter­su­chungs­aus­schus­ses, das Schei­tern des NPD-Ver­bots­an­trag im Jahr 2002 sowie zahl­rei­che Recher­chen von Medi­en und anti­fa­schis­ti­schen Pro­jek­ten eine ein­deu­ti­ge Ant­wort auf die Fra­ge, wie viel Staat in der Neo­na­zi­sze­ne der 1990er Jah­re steckt: Mitt­ler­wei­le muss davon aus­ge­gan­gen wer­den, dass es kaum eine über­re­gio­nal akti­ve bzw. rele­van­te Neo­na­zi­struk­tur ohne V‑Leute von Inlands­nach­rich­ten­diens­ten gege­ben hat. Und ohne das V‑Leu­te-Sys­tem wäre den sowohl im Hin­blick auf die Anzahl der Akti­vis­tIn­nen als auch Orga­ni­sa­tio­nen über­schau­ba­ren und hier­ar­chi­schen Neo­na­zi­struk­tu­ren der 1990er Jah­re der Sprung zur Neo­na­zi­be­we­gung in den 2000er Jah­ren nicht gelun­gen. Die Bewe­gung von heu­te zeich­net sich dadurch aus, dass sie vie­ler­orts sozi­al ver­an­kert ist, teil­wei­se aus der Mit­te der klein­städ­ti­schen und dörf­li­chen Gemein­schaf­ten kommt bzw. dort fes­ten Anschluss hat, in ihrer sozia­len Her­kunft eben­so breit gefä­chert ist wie in ihrer Alters­struk­tur und in ihren poli­ti­schen und sozia­len Model­len und Orga­ni­sa­ti­ons­for­men: In der Neo­na­zi-Bewe­gung von heu­te gibt es für jeden ein Zuge­hö­rigs­keits­an­ge­bot: von den mili­tan­ten »Auto­no­men Kame­rad­schaf­ten« über NPD-Orts­ver­ei­ne, über sze­ne­e­ige­ne mit­tel­stän­di­sche Bau­un­ter­neh­men, sub­kul­tu­rel­le Musik­sze­nen bis hin zu Hoch­schul­grup­pen und par­la­men­ta­ri­scher Arbeit in den Land­tags­frak­tio­nen der NPD in Sach­sen und Meck­len­burg-Vor­pom­mern. In den frü­hen 1990er Jah­ren dage­gen waren Neo­na­zis in einer klar abge­grenz­ten Sze­ne orga­ni­siert, deren ver­meint­lich »rebel­li­sches Image« und sozio-poli­ti­sches Ange­bot sich vor allem an Jugend­li­che und jun­ge Erwach­se­ne rich­te­te. (AIB Nr 101)

Schon 1997 wur­de das Sys­tem der V‑Leute (und damit die bun­des­deut­schen Inlands­ge­heim­diens­te) in einem The­sen­pa­pier des Bun­des­kri­mi­nal­am­tes hef­tig kri­ti­siert. Der „Spie­gel“ berich­te­te im Novem­ber 2012 über die­ses Papier, in dem auch mit Bei­spie­len illus­triert wur­de, wie die poli­zei­li­che Ermitt­lungs­ar­beit durch Ver­fas­sungs­schüt­zer, die ihre V‑Leu­te-Quel­len warn­ten und schütz­ten, behin­dert wurde.

Eines der Bei­spie­le betrifft einen füh­ren­den Funk­tio­när der FAP (Weid­ner war Lan­des­ge­schäfts­füh­rer der FAP in Nordrhein-Westfalen):

So habe ein V‑Mann aus dem Füh­rungs­zir­kel der rechts­extre­men „Frei­heit­li­chen Deut­schen Arbei­ter­par­tei” (FAP) kon­spi­ra­ti­ve Par­tei­ta­ge orga­ni­siert, die die Poli­zei ver­ge­bens zu ver­hin­dern such­te. Vor dem Ver­bot der FAP im Febru­ar 1995 sei der V‑Mann gewarnt wor­den und habe zwei Abfall­sä­cke voll belas­ten­den Mate­ri­als per Reiß­wolf ver­nich­ten kön­nen. Er habe sich schon lan­ge gewun­dert, „wie gut sein Sohn über poli­zei­li­che und jus­ti­zi­el­le Maß­nah­men infor­miert gewe­sen sei”, gab der Vater des V‑Mannes bei einer Ver­neh­mung zu Pro­to­koll. (spiegel.de, 4.11.12)

Die Deut­sche Bur­schen­schaft hat bis­lang zu den Vor­wür­fen gegen ihren ehe­ma­li­gen Spit­zen­funk­tio­när Weid­ner eben­so wenig Stel­lung genom­men wie sei­ne Ver­bin­dung, die „Alte Bres­lau­er Bur­schen­schaft der Rac­zeks zu Bonn“. Weid­ner selbst gibt – abge­se­hen von den dür­ren State­ments gegen­über „Zeit“ und „Spie­gel“ – auf sei­nem Twit­ter-Account nur Mel­dun­gen zum FPÖ-Bur­schen­schaf­ter­ball in der Hof­burg zum Bes­ten. Wird er viel­leicht einer der inter­na­tio­na­len Gäs­te sein? Er wür­de jeden­falls wun­der­bar zum Flair die­ses Balls passen!

Unabhängige Recherche ermöglichen...

Jetzt unterstützen »
  • teilen 
  • teilen 
  • teilen 
  • teilen 
  • E-Mail 
Keine Beiträge mehr verpassen: Email-Benachrichtigung aktivieren
abgelegt unter: Dokumentation
Schlagwörter: Burschen-/Mädelschaften/Korporationen | Kamerad-/Bruderschaften | Neonazismus/Neofaschismus | NSU | Verfassungsschutz | Weite Welt

Beitragsnavigation

« Udo Voigt und seine Fans
Korneuburg (NÖ): Prozess gegen den „Reichstrunkenbold” »

» Zur erweiterten Suche

Unabhängige Recherche unterstützen...

Spenden »

Wissen

  • Rechtsextremismus
  • Ist die FPÖ rechtsextrem?
  • Rechtsextreme Medien in Österreich
  • Faschismus
  • Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit
  • Antisemitismus
  • Rassismus
  • Wiederbetätigung und Verbotsgesetz
  • NS-Symbole und Abzeichengesetz
  • Verhetzung

Handeln

  • Aktiv werden und handeln
  • Was kann wie wo gemeldet werden?
  • Gegen Sticker & Geschmiere
  • How to “Prozessreport”?

Hilfreich

  • Postings gerichtstauglich sichern
  • Wie verfasse ich eine Sachverhaltsdarstellung?
  • Newsletter
  • Open Data Archiv
  • Archiv aller Beiträge
  • Schlagwörter-Wolke
  • RSS-Feeds
E-Mail-Benachrichtigung bei neuen Beiträgen
  • Wochenrückblicke
    Beiträge
  • Gastbeiträge
    Beiträge
  • Materialien
    Beiträge
  • Rezensionen
    Beiträge
Um unsere Arbeit fortführen zu können, sind wir auf Ihre Spenden angewiesen – danke für Ihre Unterstützung!

Spenden

Kontakt

Vorfälle und Hinweise bitte über unser sicheres Kontaktformular oder per Mail an:
[email protected]

Wir garantieren selbstverständlich den Schutz unserer Informant*innen, der für uns immer oberste Priorität hat.

Spendenkonto

Um unsere Arbeit fortführen zu können, sind wir auf Ihre Spenden angewiesen – danke für Ihre Unterstützung!

Spenden

Socials

social media logo x social media logo facebook social media logo bluesky

Links

  • Rechtsextremismus
  • Ist die FPÖ rechtsextrem?
  • Rechtsextreme Medien in Österreich
  • Faschismus
  • Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit
  • Antisemitismus
  • Rassismus
  • Wiederbetätigung und Verbotsgesetz
  • NS-Symbole und Abzeichengesetz
  • Verhetzung
  • Aktiv werden und handeln
  • Was kann wie wo gemeldet werden?
  • Gegen Sticker & Geschmiere
  • How to “Prozessreport”?
  • Postings gerichtstauglich sichern
  • Wie verfasse ich eine Sachverhaltsdarstellung?
  • Newsletter
  • Open Data Archiv
  • Archiv aller Beiträge
  • Schlagwörter-Wolke
  • RSS-Feeds
  • Über uns
  • Beirat und Unterstützer:innen
  • Datenschutz
  • Impressum
Spenden
Newsletter