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„Stoppt die Rechten“ ist eine unabhängige, antifaschistische Plattform, die Rechtsextremismus und Neonazismus in Österreich sichtbar macht, analysiert und dokumentiert – mit dem umfassendsten öffentlich zugänglichen Online-Archiv zu rechtsextremen Entwicklungen und Vorfällen in Österreich.

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Lesezeit: 2 Minuten

Death in June: Versteckspiel mit Polizeibegleitung

Die ange­kün­dig­ten Auf­trit­te der brau­nen Bar­den von Death in June im Club Mas­siv in Wien Land­stra­ße fan­den nicht statt. Uns wur­de mit­ge­teilt, sie wären behörd­lich unter­sagt wor­den. Der Ver­an­stal­ter Totem Records, der auch einen Laden im 7. Bezirk betreibt, dis­po­nier­te um: Bei­de Kon­zer­te fan­den im Ver­kaufs­la­den von Totem statt. Ein Ver­steck­spiel mit Polizeibegleitung.

27. Nov. 2012

Die Band Death in June, die fast aus­chließ­lich von ihrem Sän­ger Dou­glas Pear­ce lebt, hat „Stoppt die Rech­ten” bereits im Vor­jahr aus­führ­lich beschrie­ben. Für den 21. und 22. Novem­ber 2012 waren zwei Kon­zer­te im Club Mas­siv im 3. Bezirk in Wien ange­kün­digt. Im Vor­feld ver­laut­bar­te die Sozia­lis­ti­sche Links­par­tei (SLP) an, gegen den Auf­tritt der Nazi-Bar­den mobi­li­sie­ren zu wol­len. Kurz vor der ers­ten Ver­an­stal­tung am 21. Novem­ber kam die Nach­richt, dass die Kon­zer­te im Club Mas­siv behörd­lich unter­sagt wor­den sei­en. Die Begrün­dung ist nicht bekannt.

Der Kon­zert­ver­an­stal­ter Totem Records dis­po­nier­te kurz­fris­tig um, räum­te sei­nen Laden aus und dra­pier­te ihn mit für Death in June typi­schen Sym­bo­len: SS-Toten­kopf mit der Zahl 6 neben Regen­bo­gen-Fah­ne. Zum Kon­zert, das Pear­ce solo absol­vier­te, erschie­nen 30 bis 40 Fans, dar­un­ter eini­ge Bur­schen­schaf­ter. Sie wur­den tele­fo­nisch zwei Stun­den vor Beginn über den neu­en Ver­an­stal­tungs­ort infor­miert. Auf die beson­de­ren Umstän­de des impro­vi­sier­ten Auf­tritts nahm auch Pear­ce Bezug, indem er von den „übli­chen Ver­däch­ti­gen“ sprach, die Pro­ble­me berei­te­ten. Dann noch ein bemüh­ter „Scherz“ mit dem unge­fäh­ren Wort­laut „Thanks for accep­ting tho­se anti­se­mi­tic melo­dies – here’s ano­ther one!“, wor­auf „All Pigs must die“ gespielt wurde.

Auch am nächs­ten Tag gab es eine kurz­fris­ti­ge Ver­stän­di­gung der Ticket-Besit­zer durch Totem-Records über den Ver­an­stal­tungs­ort: wie­der der Laden im sieb­ten Bezirk, wie­der 30 ‑40 Besucher.


Bekannt­ga­be des Ver­an­stal­tungs­ort per Mail

Bei­de Ter­mi­ne wur­den der Poli­zei gemel­det, die am ers­ten Tag zum Ende des kur­zen Auf­tritts von Pear­ce auf­tauch­te. Am zwei­ten Abend wur­de das Kon­zert abge­bro­chen, als die Poli­zei­strei­fe im Laden auf­tauch­te, es wur­de nach eini­gen Minu­ten aber wie­der fort­ge­setzt. Der tele­fo­ni­sche Kom­men­tar eines Poli­zis­ten an sei­ne Zen­tra­le: „Wenn man mich fragt, da ist kei­ner dabei, der so ausschaut!2

Ver­mut­lich war er instru­iert wor­den, nach ein­deu­tig erkenn­ba­ren Neo­na­zis Aus­schau zu hal­ten. Da im Unter­schied zum letzt­jäh­ri­gen Auf­tritt Pear­ce aber nicht „Natio­na­ler Sozia­lis­mus – jetzt, jetzt, jetzt!“ brüll­te noch Nazi-Skins erkenn­bar waren, zog die Poli­zei­strei­fe ein­fach wie­der ab. Ob und wel­che recht­li­chen Kon­se­quen­zen es für den Ver­an­stal­ter gibt, wer­den wir hof­fent­lich noch in Erfah­rung bringen.

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