Der Start von René Alpfelknab, FPÖ-Spitzenkandidat in Graz, bei der gestrigen ORF-Elefantenrunde zur kommenden Graz-Wahl war denkbar unangenehm – für Apfelknab. Der Moderator Stefan Lenglinger konfrontierte ihn gleich zu Beginn mit unserer Recherche zu den drei FPÖ-Kandidaten, die wir bei der Grazer Staatsanwaltschaft angezeigt haben. Apfelknab stotterte, schwamm und versuchte – wie auch schon die Landespartei gestern in ihrem Statement – darauf hinzuweisen, dass zwei der Angezeigten, Robert Spörk und Liviu-Cristian Apostol, auf der Gemeinderatsliste ohnehin weit hinten gereiht seien.
Festzuhalten ist: Apfelknab äußerte sich nicht zu Noah Straßbauer, den wir zusammen mit der FPÖ Graz bereits im Dezember 2025 angezeigt haben. Die zwei genannten Herren Spörk und Apostol belegen auf der Liste für den Gemeinderat Platz 13 und 45. Auch wenn sie mit hoher Wahrscheinlichkeit kein Gemeinderatsmandat erzielen werden, stehen sie auf der Liste der Kandidat:innen. Zudem: Spörk ist Bezirksparteiobmann der FPÖ Gries, Apostol sein Stellvertreter. Sie kandidieren bei der Bezirksratswahl auf Platz 2 und 3.

Transkript aus dem ZIB Talk Spezial „Graz wählt“: Apfelknab schwimmt
Lenglinger (L): Es ist nämlich, das haben Sie sicher mitbekommen, heute eine Geschichte erschienen im „Standard“, in der Tageszeitung. Da hat man recherchiert und gesagt, eben drei Männer, die für die FPÖ in Graz antreten, die wurden seit Jahresbeginn angezeigt, weil sie wiederholt Judenhass gepostet haben. Online in sozialen Medien, vorrangig auf Facebook. Und erst nachdem diese Standard-Redaktion dann bei Ihnen angefragt hat, hat die blaue Landespartei heute eben gesagt, dass zwei Männer mit einem Funktionsverbot belegt wurden und weitere Maßnahmen folgen sollen. Wer sind denn die zwei, die mit dem Funktionsverbot belegt wurden und was soll da noch passieren?
Apfelknab (A): Das sind zwei Personen, die nicht an wählbarer Stelle sind. Es ist ein, die kommen aus dem Bezirk Gries, das ist der Herr Liviu Apostol, Platz 45, und der Herr Robert Spörk. Da möchte ich festhalten, mit [sic!] Antisemitismus wollen wir uns bei der FPÖ Graz natürlich abgrenzen. Daher war auch dieses Funktionsverbot, des wos sofort ausgesprochen wurde, ich habe es selbst erst bei der Fahrt hierher erfahren. Die haben Funktionsverbot und wir wollen uns wirklich distanzieren von jeglichem Antisemitismus.
L: Naja, nicht wählbar, der Herr Apostol ist, glaube ich …
A: Bezirksrat, auf Platz 3
L: … auf Platz 3, das ist nicht irgendwo. Und was ich nicht verstehe, ist, Sie sagen, Sie haben das erst am Weg her erfahren, aber wie kann denn das sein, dass Sie nicht wissen, was Ihre Parteikollegen auf Facebook posten?
A: Wir ha …, wir können net jeden anschauen, was jeder privat postet, das sind auf privaten Seiten von den Herren.
L: Naja, wenn der Standard das finden kann, Sie haben in Summe, ich glaube, 96 Leute auf der Liste, also das ist jetzt nicht so groß, dass man da überhaupt keinen Überblick haben könnte.
A: Na, wir haben‘s net angschaut, ich habe mir diese Seite nicht angesehen.
L: Wenn Sie sagen, weitere Maßnahmen sollen folgen, was meinen Sie denn?
A: Das ist parteiintern, wird noch entschieden, was mit diesen Personen dann passiert. Wir müssen uns das anschauen, wir müssen uns das genauer anschauen, aber das machen die parteiinternen Gremien.
L: Okay, da werden wir natürlich weiter nachfragen, was passiert.Hier der Ausschnitt aus dem ZIB Talk Spezial zur Graz-Wahl: „Wir können uns net jeden anschauen“
2/2— Stoppt die Rechten (@stopptdierechten.at) 24. Juni 2026 um 10:30
Apostol ist gestern mit seinem Facebook-Profil offline gegangen, bei Spörk sind die Postings öffentlich nicht mehr sichtbar. Zu spät!
Für die angezeigten Herren gilt die Unschuldsvermutung!
Unabhängige Recherche ermöglichen...
Jetzt unterstützen »
