Hohe Wand/NÖ: Philipp, lass das Zündeln sein!
In der Nacht auf den 21. Dezember wollte eine Gruppe Identitärer an der Hohen Wand offenbar Wintersonnenwende feiern. Das Problem: Ein Feuerwehrmann sah den Lichtschein im Wald, Kameraden rückten aus und stießen mitten im Forst auf das Treffen.
Laut Kurier (27.12.25) soll die Gruppe rund 20 Personen umfasst haben. Als sich starker Rauch entwickelte und die Feuerwehr eintraf, hätten die Teilnehmer das Weite gesucht. Die geplatzte Feier sei mutmaßlich vom ehemaligen Wiener Identitären-Leiter, der in der Nähe angetroffen worden sei, organisiert worden; die „Krone“ (27.12.25) wird konkreter: „ein bekannter AUF-1-Redakteur vom blauen Lieblingsfernsehsender für alternative Fakten“
Die identitäre Julfeier, für die ein „Radkreuz“ (Sonnenrad) errichtet wurde, gestaltete sich weniger als (dubioses) Brauchtum denn als Lehrbeispiel dafür, wozu Waldbrandverordnungen existieren: offenes Feuer im Wald, ohne Einwilligung des Waldbesitzers und ohne Vorkehrungen zum Löschen. Ermittelt werde nun wegen des Verdachts einer Übertretung des Forstgesetzes. Vielleicht ein neues Kapitel im Struwelpeter?: Philipp, lass das Zündeln sein!
St. Anton/T: Raufhandel mit Nazi-Parolen
Ein Streit zwischen österreichischen und niederländischen Männern in einem Après-Ski-Lokal in St. Anton am Arlberg eskalierte am Abend des Stefanitags. Ein 20-jähriger deutscher Sicherheitsmann konnte die Situation zunächst beruhigen, wurde jedoch später selbst angegriffen. Ein 20-jähriger Österreicher warf eine Glasflasche nach ihm und griff ihn anschließend körperlich an, wobei beide zu Boden stürzten. Der Österreicher blieb bewusstlos liegen und musste ins Krankenhaus gebracht werden, auch der Sicherheitsmann wurde verletzt.
Während des Vorfalls beschimpfte ein 21-jähriger Kollege des verletzten Österreichers Anwesende mit nationalsozialistischen Parolen und bedrohte einen weiteren Sicherheitsmann. Die Polizei ermittelt, mehrere Personen werden bei der Staatsanwaltschaft Innsbruck angezeigt.
(Quelle: tt.com, 27.12.25)
Regau/OÖ: Brandanschlag mit Hakenkreuz
In der Nacht auf den 29. Dezember wurde in einer Werkstatt in Regau (Bezirk Vöcklabruck) ein Brand gelegt. Neben dem Eingangstor der Halle in einem Gewerbepark wurde zudem ein Hakenkreuz aufgesprüht. Der Mieter der Werkstatt, ein Österreicher mit syrischen Wurzeln, gab an, das Hakenkreuz zuvor nicht bemerkt zu haben. Die Polizei geht von Brandstiftung aus, da das Feuer an mehreren Stellen ausbrach.
(Quelle: APA, 29.1.25)
Wien-Leopoldstadt: Handgranate bei Synagogen
Am Sonntag, 4.1.26, wurde in Wien-Leopoldstadt gegenüber von zwei Synagogen in der Tempelgasse eine nicht funktionsfähige Handgranate entdeckt, was einen Großeinsatz der Polizei auslöste. Die Granate, eine F1 aus den 1970er Jahren, war in einem weißen Tuch eingewickelt und von einem Synagogenmitarbeiter gefunden worden. Nach dem Fund wurde das Gebiet großräumig abgesperrt und der Entschärfungsdienst alarmiert, der die Granate abtransportierte. Untersuchungen ergaben, dass weder Sprengstoff noch eine funktionierende Zündung vorhanden waren.
Wie die Polizei darauf kommt, derzeit keinen direkten Zusammenhang mit den Synagogen und keine antisemitische Motivation zu vermuten, wird bedauerlicherweise nicht erklärt. Die Hintergründe der Ablage des Sprengkörpers seien Gegenstand laufender Ermittlungen. Aufgrund der Nähe zu den Synagogen wurde der Verfassungsschutz eingeschaltet. In der Tempelgasse, wo der in der Novemberpogrom-Nacht 1938 abgefackelte Stadttempel stand, befinden sich heute zwei Synagogen sowie eine Beratungsstelle für Holocaust-Überlebende und deren Nachkommen.
(Quelle: wien.orf.at, 4.1.26)
Rabensburg/NÖ: „Christliches Zentrum“ als Austragungsort einer FPÖ-Veranstaltung
Die FPÖ Rabensburg lädt zur „Jetzt erst Recht“-Tour mit der für ihre bösartigen Aussagen wohlbekannten Nationalratsabgeordneten Dagmar Belakowitsch. Der überraschende Ort: das „Christliche Zentrum Rabensburg“.

Das Zentrum zählt sich zu den „ELAIA Christengemeinden“. Laut deren Website hätten diese Christengemeinden unter dem Namen „Freikirchen in Österreich” den Rechtsstatus als staatlich anerkannte Kirche. Die Website bietet einen eigenen „Gebetskalender für Israel“ an und Seminare wie „ISRAEL-Gottes Instrument für das Heil der Welt“. Wir hätten gerne gewusst, wie sich die FPÖ-Veranstaltung mit dem „Christlichen Zentrum Rabensburg” verträgt, haben jedoch auf eine Anfrage keine Antwort erhalten.
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