Wochenblick stellt Printausgabe ein und kassiert Förderungen

Lamen­tieren gehört zum Geschäftsmod­ell von Recht­sex­tremen – wenig ver­wun­der­lich daher, dass es auch der oberöster­re­ichis­che „Wochen­blick“ tut. Nun, mit der Bekan­nt­gabe, die Print­aus­gabe ein­stellen zu müssen, umso mehr. Man sei Opfer des „link­sex­tremen Geg­n­ers“ gewor­den und nicht wie „regierungstreue Blät­ter“ „mit Steuergeldern über­schüt­tet“ wor­den. Was der „Wochen­blick“ ver­schweigt: Er hat in den let­zten drei Jahren mehr als 213.000 Euro an staatlichen Förderun­gen eingestreift.

Wie sich der vom DÖW als „Desin­for­ma­tion­spro­jekt am recht­en Rand“ eingestufte „Wochen­blick“ seit sein­er Grün­dung finanziert, hat Geschäfts­führer Nor­bert Geroldinger immer ver­schwiegen. 2018 gab’s im Zuge eines zivil­rechtlichen Ver­fahrens, das Thomas Ram­mer­stor­fer gegen den „Wochen­blick“ wegen übler Nachrede geführt und gewon­nen hat, einen kleinen, keineswegs frei­willig gewährten Ein­blick. Demzu­folge habe der „Wochen­blick“ jährlich 850.000 Euro von anony­men Spon­soren erhalten.

Die Frage des Richters, ob dieses Spon­sor­ing auch so zu ver­ste­hen sei, dass für gewisse Leute recher­chiert oder geschrieben wird, wenn diese einen beson­deren Wun­sch hät­ten, beant­wortete Geroldinger mit „Ja, auch unter anderem”. Die Spon­soren seien ver­schiedene Per­so­n­en und Unternehmen. „Wer das ist, weiß ich, sage ich aber nicht”, so der Geschäfts­führer der Medien24 GmbH vor Gericht. (nachrichten.at, 5.1.18)

Wochenblick-Geschäftsführer Geroldinger wünscht dem Neonazi Radl für dessen Prozess "Alles Gute" (Twitter FPÖ Fails 4.1.21)

Wochen­blick-Geschäfts­führer Geroldinger wün­scht dem Neon­azi Radl für dessen Prozess „Alles Gute” (Twit­ter FPÖ Fails 4.1.21)

Am 24. Novem­ber verkün­dete der „Wochen­blick” nun die Ein­stel­lung sein­er Print­aus­gabe mit Ende des Jahres 2022. Der Schritt sei auf­grund der Teuerun­gen notwendig und weil „man nicht zu den regierungstreuen Blät­tern und Inser­atenkaisern gehört, die mit Steuergeldern über­schüt­tet wer­den, son­dern offen und unzen­siert berichtet ohne sich einen Maulko­rb anle­gen zu lassen” (Wochen­blick, Her­vorhe­bun­gen im Original).

Wochenblick verkündet Einstellung der Printausgabe (Screenshot 24.11.22)

Wochen­blick verkün­det Ein­stel­lung der Print­aus­gabe (Screen­shot 24.11.22)

Neben regelmäßi­gen Inser­at­en durch die FPÖ hat die recht­sex­treme Desin­for­ma­tion­ss­chleud­er aber seit 2020 Gelder aus staatlichen Fördertöpfen kassiert. Aus der Presse­förderung waren es 34.398 Euro (2020), 11.721 Euro (2021) und 32.356 Euro (2022), aus den COVID-Wirtschafthil­fen lukri­erte der Wochen­blick gle­ich 135.056,64 Euro (2021). Macht zusam­men respek­table 213.531,64 Euro. Das sind, gemessen an demokratiepoli­tis­chen Stan­dards, um exakt 213.531,64 Euro an Steuergeldern zu viel für das Desin­for­ma­tion­spro­jekt am recht­en Rand, das gegen Bares auch Auf­tragsjour­nal­is­mus betreibt!

COVID-19-Wirtschaft­shil­fe für die Medien24 GmbH (=Wochen­blick) laut Trans­paren­z­por­tal des Bun­des: 135.056,64€