Anzeige wegen SS-Symbol mit Firmenlogo im Garagenfenster

Das Mau­thausen Komi­tee Öster­re­ich (MKÖ) und das oberöster­re­ichis­che Net­zw­erk gegen Ras­sis­mus und Recht­sex­trem­is­mus haben Anzeige gegen einen Unternehmer aus Wolf­segg (Bez. Vöck­labruck) erstat­tet: Auf dessen Gara­gen­fen­ster ist öffentlich sicht­bar eine „Schwarze Sonne” angebracht.

Press­in­for­ma­tion
MAUTHAUSEN KOMITEE ÖSTERREICH (MKÖ)
OÖ. NETZWERK GEGEN RASSISMUS UND RECHTSEXTREMISMUS

Wien/Linz, am 30. Novem­ber 2021

Mau­thausen Komi­tee und Antifa-Net­zw­erk erstat­ten Anzeige:
SS-Sym­bol mit Fir­men­l­o­go im Garagenfenster

Auf dem Gara­gen­fen­ster eines Wohn­haus­es in Wolf­segg am Haus­ruck ist öffentlich sicht­bar eine soge­nan­nte Schwarze Sonne ange­bracht: ein Sym­bol, das aus dem Nation­al­sozial­is­mus stammt. Es beste­ht aus zwölf ringför­mig gefassten Sieg-Runen oder drei übere­inan­dergelegten Hak­enkreuzen. Das Mau­thausen Komi­tee Öster­re­ich (MKÖ) und das OÖ. Net­zw­erk gegen Ras­sis­mus und Recht­sex­trem­is­mus (Antifa-Net­zw­erk) haben deshalb bei der Staat­san­waltschaft Wels und beim Bezirk­spolizeikom­man­do Vöck­labruck Anzeige nach dem Ver­bots­ge­setz erstattet.

Vor­lage der Schwarzen Sonne ist ein Son­nen­rad-Orna­ment, das von der SS geschaf­fen und in den Boden des Nord­turms der Wewels­burg ein­ge­lassen wurde. Damit existiert eine direk­te Verbindung des Sym­bols zum Holo­caust und anderen von der SS verübten Ver­brechen gegen die Men­schlichkeit. Heute dient die Schwarze Sonne in der Neon­azi-Szene und in recht­sex­tremen Sub­kul­turen als Erkennungszeichen.

Dass in Öster­re­ich jedes SS-Sym­bol ver­boten und als „Spur des Nazis­mus“ zu ent­fer­nen ist, ergibt sich aus dem Staatsver­trag von Wien (Artikel 9) sowie aus dem Ver­bots­ge­setz (§§ 1 und 3) in Verbindung mit dem Abze­ichenge­setz (§ 1).

Die besagte Schwarze Sonne in Wolf­segg wird vom Besitzer des Wohn­haus­es bewusst und absichtsvoll zur Schau gestellt. Das zeigt sich schon daran, dass er das Logo sein­er Fir­ma in Schwa­nen­stadt in der Mitte des Sym­bols wiedergibt. Damit ist ein bloßes Verse­hen aus­geschlossen. Offenkundig geht es dem Besitzer des Wohn­haus­es darum, mit dem SS-Sym­bol seine per­sön­liche Gesin­nung zu demonstrieren.

„Dass ein Sym­bol der Ver­brecheror­gan­i­sa­tion SS, die Mil­lio­nen Men­schen ermordet hat, öffentlich zur Schau gestellt wird, ist ein Schlag ins Gesicht der NS-Opfer!“, sagt MKÖ-Vor­sitzen­der Willi Mernyi.

„Wir haben die zuständi­gen Behör­den ver­ständigt und erwarten, dass sie rasch und wirk­sam ein­schre­it­en“, betont Net­zw­erk-Sprech­er Robert Eit­er. „Die Zahl der recht­sex­tremen Straftat­en ist nicht nur bun­desweit sehr hoch: In Oberöster­re­ich wer­den regelmäßig die meis­ten begangen.“

Schwarze Sonne mit Firmenlogo in der Mitte in Wolfsegg/OÖ (Foto: MKÖ)

Schwarze Sonne mit Fir­men­l­o­go in der Mitte in Wolfsegg/OÖ (Foto: MKÖ)