Wiener Neustadt: FPÖ und ÖVP gegen Kebap

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Seit elf Jah­ren ver­sorgt Ali­han Tur­gut am Haupt­platz von Wie­ner Neu­stadt Hung­ri­ge mit Kebap und Veggie-Bur­ger. Geht’s nach FPÖ und ÖVP, dann ist damit jetzt Schluss. Ein durch­sich­ti­ges Argu­ment nach dem ande­ren zie­hen die bei­den Par­tei­en aus dem Ärmel, um den Abriss des Kebap-Stan­des zu argu­men­tie­ren. Jetzt for­miert sich Wider­stand gegen die eth­ni­sche Säu­be­rung der Ess­kul­tur in Wie­ner Neustadt.

FPÖ und ÖVP fällt vie­ler­lei ein, um den Abriss des Kebap-Stan­des am Haupt­platz zu argu­men­tie­ren. Am deut­lichs­ten die FPÖ, deren Stadt­rat Udo Land­bau­er der NÖN auf Nach­fra­ge erklärt, dass der ableh­nen­de Bescheid „nicht nur für den Haupt­platz, son­dern für die gan­ze Stadt gel­te“. Bei den bei­den Würs­tel­stän­den am Haupt­platz ist eine ande­re Vor­gangs­wei­se geplant: die müss­ten zwar auch absie­deln, erhal­ten aber laut Land­bau­er Ersatz­plät­ze. Ein Neben­ein­an­der zwi­schen „auto­chtho­nen“ Frank­fur­tern und ein­ge­wan­der­tem Kebap am Nepo­muk­platz sei jeden­falls nicht denk­bar, so Landbauer.

Bür­ger­meis­ter Schnee­ber­ger stützt den plum­pen Ver­such der eth­ni­schen Säu­be­rung beim Essen zunächst durch ein markt­för­mi­ges Argu­ment – er ist ja ein Schwar­zer: „Auf­grund des defi­nier­ten Pro­dukt­mi­xes am Mari­en­markt sei dort kein Betrieb Herrn Tur­gut mög­lich“ (NÖN).

<em>Eine Petition setzt sich für den Verbleib des Standes ein: <a href="https://www.change.org/p/b%C3%BCrgermeister-der-statutarstadt-wiener-neustadt-standplatz-f%C3%BCr-kebap-ali-es-gibt-bedarf">Link zur Petition auf change.org</a></em>

Eine Peti­ti­on setzt sich für den Ver­bleib des Stan­des ein: Link zur Peti­ti­on auf change.org

Der von Schwarz­blau defi­nier­te Pro­dukt­mix am Haupt­platz soll es also sein, der Ali­han Tur­gut sei­ne wirt­schaft­li­che Exis­tenz kos­tet? Obwohl der Kebap-Stand gut fre­quen­tiert ist? Der Bsür­ger­meis­ter hat noch ande­re Argu­ment­chen parat. Neben der Optik des Kebap-Stan­des, die der Wie­ner Neu­städ­ter Prunk­mei­le anschei­nend nicht ange­mes­sen ist, führt er im „Kurier“ noch die man­geln­den Deutsch­kennt­nis­se des Betrei­bers aus: „Das ist genau jene Par­al­lel­ge­sell­schaft, die wir in Wie­ner Neu­stadt nicht brau­chen und auf öffent­li­chem Gut nicht wol­len“, erzählt er dem „Kurier“ (9.3.2017). Wie bit­te? Da stellt einer sein Standl ins Zen­trum der Stadt, wird des­we­gen als Teil einer Par­al­lel­ge­sell­schaft dif­fa­miert und an den Rand bzw. in den wirt­schaft­li­chen Ruin gedrängt?

Einladung zum "Eat-In" beim bedrohten Kebab-Stand...

Ein­la­dung zum „Eat-In” beim bedroh­ten Kebab-Stand…

Gegen den kul­tu­rel­len Irr­sinn von ÖVP und FPÖ in Wie­ner Neu­stadt for­miert sich Wider­stand. Heu­te, am 9.3. ab 13h mit einem Eat-In am Kebap-Stand und auch für mor­gen ist eines geplant. Außer­dem gibt es noch eine Peti­ti­on, die der­zeit bei knapp 1.000 Unter­stüt­ze­rIn­nen hält.