Ried/Linz : 6 Monate fürs Aufhängen und Erschießen

Ein etwas selt­samer Beitrag in der FPÖ-nahen Wochen­zeitung „Wochen­blick“ hat­te den 31-jähri­gen Linz­er so erregt, dass er sich jet­zt vor dem Lan­des­gericht Ried im Innkreis wegen Ver­het­zung (§ 283 StGB) und Auf­forderung zu ein­er mit Strafe bedro­ht­en Hand­lung (§ 282 StGB) ver­ant­worten musste. Der Artikel han­delte ziem­lich reißerisch eine „Sex-Attacke“ durch Asyl­wer­ber in Linz ab, worauf der Angeklagte zu Lynchjus­tiz durch Erschießen aufge­fordert hatte.

Der Angeklagte glaubte sich zu erin­nern, dass es in dem Beitrag des „Wochen­blick“ vom 22. August 2016 um eine Verge­wal­ti­gung gegan­gen sei. Ist es aber nicht. Wie die OÖN berichtete, ging es im Beitrag des „Wochen­blick“, „darum, dass eine Redak­teurin des besagten Blattes von zwei Män­nern aus Afghanistan und dem Irak unsit­tlich berührt wor­den sein soll“. Die Reak­tion des Linz­ers war jeden­falls strafrechtlich rel­e­vant: „Gle­ich an die Wand stellen und öffentlich erschießen – fer­tig, so wie früher.

Die Ver­ant­wor­tung des Angeklagten war etwas zu sim­pel: „Ich hätte nicht gedacht, dass das solche Kon­se­quen­zen haben kann. Es tut mir leid, das ist nor­maler­weise über­haupt nicht meine Art. Ich habe zu dieser Zeit wegen eines Band­scheiben­vor­falls starke Schmerzmit­tel genom­men, daher war ich neben der Spur.” Da war aber auch noch seine Auf­forderung, man solle man Flüchtlinge aus Afghanistan und dem Irak völ­lig wahl­los jagen, egal ob Täter oder nicht. Asyl­wer­ber solle man rück­wärts am Baum aufhän­gen, tat er auch noch auf der Face­book-Seite des „Wochen­blick“ kund. Vor Gericht wollte er deut­lich abschwächen: Er habe nicht eine eth­nis­che Gruppe gemeint, son­dern Verge­waltiger im all­ge­meinen. Einen Tag nach Veröf­fentlichung des Het­z­post­ings kamen ihm dann Bedenken, und er löschte seinen Beitrag. Der Vertei­di­ger erachtete das aus­re­ichend und ersuchte um eine diver­sionelle Erledigung.

Der Richter blieb in sein­er Urteils­be­grün­dung aber sehr klar: „Sie haben keinen schlecht­en Ein­druck gemacht, und Sie sehen ihren Fehler ein. Allerd­ings haben Sie gle­ich zwei Tathand­lun­gen erfüllt, und in Zeit­en wie diesen, wo es so viel Hass im Netz gibt, ist eine Diver­sion abso­lut indiskutabel.“ Das Urteil, sechs Monate bed­ingt, ist bere­its rechtskräftig.