We use automated translation to make our research internationally accessible. However, political nuances may be lost. Only the original German text is binding and definitive.
Skip to content
Stoppt die Rechten

Stoppt die Rechten

Antifaschistische Website

social media logo x social media logo facebook social media logo bluesky
  • Suche
  • Wissen
    • Rechtsextremismus
    • Ist die FPÖ rechtsextrem?
    • Rechtsextreme Medien in Österreich
    • Faschismus
    • Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit
    • Antisemitismus
    • Rassismus
    • Wiederbetätigung und Verbotsgesetz
    • NS-Symbole und Abzeichengesetz
    • Verhetzung. Was ist das? Was kann ich dagegen tun?
  • Handeln
    • Aktiv werden und handeln
    • Was kann wie wo gemeldet werden?
    • Gegen Sticker & Geschmiere
    • How to “Prozessreport”?
  • Hilfreich
    • Anleitung Sicherung von FB-Postings/Kommentaren
    • Strafbare Inhalte im Netz: eine Anzeige/Sachverhaltsdarstellung einbringen
    • Newsletter
    • Open Data Archiv
    • Archiv aller Beiträge
    • Schlagwörter-Wolke
    • RSS-Feeds
  • Wochenrückblick
  • Gastbeiträge
  • Materialien
  • Rezensionen

„Stoppt die Rechten“ ist eine unabhängige, antifaschistische Plattform, die Rechtsextremismus und Neonazismus in Österreich sichtbar macht, analysiert und dokumentiert – mit dem umfassendsten öffentlich zugänglichen Online-Archiv zu rechtsextremen Entwicklungen und Vorfällen in Österreich.

FPÖ
Einzelfallzähler

aktuell 0 Fälle
alle Fälle lesen

Waffenfunde
 

0
alle Fälle lesen

Startseite | Dokumentation

Lesezeit: 6 Minuten

Northeim (D): Vom Neonazi zum Jihadisten

Am 22. Febru­ar wur­de der 26-jäh­ri­ge Sascha L. in sei­ner klei­nen Woh­nung in Nort­heim (Nie­der­sach­sen) fest­ge­nom­men. Beim Zugriff fand die Poli­zei Bestand­tei­le für den Bau einer Bom­be. Der Anlass für die Raz­zia war der Ver­dacht auf Gewalt- und Tier­por­nos, berich­te­te „Bild“ (24.2.17). Mitt­ler­wei­le ist klar, dass Sascha L. für den IS bom­ben woll­te und bis vor kur­zem Neo­na­zi war.

1. März 2017

Es ist eine schier unglaub­li­che Geschich­te über einen Neo­na­zi, der zum bom­ben­bas­teln­den Jiha­dis­ten wur­de, die sich aber anhand sei­ner Face­book-Sei­te und der You­Tube-Kon­ten gut nach­voll­zie­hen lässt. Sascha L. war bis etwa 2015 noch ein radi­ka­ler Neo­na­zi. „Etwa 2015“ ver­wen­den wir des­halb, weil sich in die­sem Jahr auf sei­ner Face­book-Time­line der flie­ßen­de Über­gang vom Neo­na­zi zum Jiha­dis­ten abspielt. Der „Spie­gel“ (24.2.17) geht von einem frü­he­ren Zeit­punkt (2014) aus.

Sascha L. alias Peter U. stellt klar, dass wer die Wehrmacht mit der Nato vergleicht ein "Systemling" ist.
Sascha L. ali­as Peter U. stellt klar, dass wer die Wehr­macht mit der Nato ver­gleicht, ein „Sys­tem­ling” ist.

Vor etwa zwei­ein­halb Jah­ren – so die Medi­en­be­rich­te – soll der Neo­na­zi von Ber­lin in das eher beschau­li­che Nort­heim, eine Stadt mitt­le­rer Grö­ße im süd­li­chen Nie­der­sach­sen, gezo­gen sein. In Ber­lin hat­te Sascha L. auf­fäl­lig gelebt, als Neo­na­zi, war auch wegen meh­re­rer Delik­te vor­be­straft. In sei­ner klei­nen Woh­nung in Nort­heim lebt er völ­lig unauf­fäl­lig und zurück­ge­zo­gen, bis ihn die Poli­zei am 22. Febru­ar besucht und eine Bom­ben­werk­stät­te vor­fin­det: „Bei der Durch­su­chung sei­ner Woh­nung im nie­der­säch­si­schen Nort­heim wur­den Ace­ton­per­oxid, ande­re Che­mi­ka­li­en und elek­tro­ni­sche Bau­tei­le zur Her­stel­lung eines Spreng­sat­zes gefun­den“ (spiegel.de, 24.2.17). Eigent­lich hät­te die Haus­durch­su­chung dem Ver­dacht auf den Besitz von Gewalt- und Tier­por­nos gel­ten sol­len, aber mit dem, was sie bei ihrem Ein­satz fan­den, waren die Ermitt­ler noch mehr zufrie­den. In ers­ten Ver­neh­mun­gen gestand Sascha L., dass er mit selbst gebau­ten Spreng­sät­zen einen Anschlag auf Sol­da­ten und Poli­zis­ten plan­te und sie in eine (Spreng-)Falle locken wollte.

Sascha L. alias Peter U. postet Inhalte der „Unsterblichen“
Sascha L. ali­as Peter U. pos­tet Inhal­te der „Unsterb­li­chen“

Nach sei­ner Über­sied­lung nach Nort­heim oute­te ihn im Herbst 2014 eine Anti­fa-Grup­pe, die ihn aus sei­ner Ber­li­ner Peri­ode kennt. Dort war Sascha L. bei den „Unsterb­li­chen“ aktiv, die durch ihre nächt­li­chen Auf­mär­sche mit wei­ßen Mas­ken und Fackeln den „Volks­tod“ beklag­ten und damit Auf­se­hen erre­gen woll­ten. Die Anti­fa-Grup­pe hat in ihrem Outing auch Fotos prä­sen­tiert, die Waf­fen zei­gen. Ob sie Sascha L. zuzu­ord­nen sind, ist unklar. Das Outing bleibt fol­gen­los, die Anti­fa-Grup­pe ist nicht vor Ort aktiv, son­dern – wie sie selbst schreibt – Hun­der­te Kilo­me­ter entfernt.

Sascha L. radi­ka­li­siert sich in die­ser Peri­ode immer mehr, was aus sei­nen Face­book-Pos­tings deut­lich ables­bar ist. Übri­gens, das ihm zuge­schrie­be­ne FB-Pro­fil, das nur Ein­trä­ge für die letz­ten drei Tage vor sei­ner Ver­haf­tung ent­hält, ist ver­mut­lich nicht von ihm, obwohl der Account sei­nen Namen trägt und die Medi­en so berich­ten, als ob es sei­nes wäre.

Sascha L. alias Peter U. produziert massenweise Videos und stellt diese selbst ins Netz.
Sascha L. ali­as Peter U. pro­du­ziert mas­sen­wei­se Vide­os und stellt die­se selbst ins Netz.

Auf Face­book hat L. schon 2014 eine Sei­te eröff­net, auf der er sich Peter U. nennt und als Künst­ler bezeich­net. Dort posiert er mit der „Unsterblich“-Maske. Sei­ne „Volks“-Ideologie und der Anti­se­mi­tis­mus wer­den immer schril­ler. Sei­ne vir­tu­el­len Lese­rIn­nen spricht er mit „lie­be Volks­ge­nos­sen“ an, 2015 dann mit „Volks­brü­der und Schwes­tern“. L. pro­du­ziert am lau­fen­den Band Vide­os, die er auf You­Tube stellt und dann mit Face­book ver­linkt. Alle die­se Vide­os sind mitt­ler­wei­le nicht mehr abruf­bar – ver­mut­lich von ihm selbst gelöscht. In ihnen setz­te er sich mit dem Natio­nal­so­zia­lis­mus, den Juden, aber auch mit PEGIDA aus­ein­an­der. Im Dezem­ber 2014 ist für ihn klar, dass „selbst in der Füh­rung der ‚Pegi­da’ der Feind schon sei­nen Platz gefun­den hat“ (10.12.14). Ähn­li­ches sagt er Mona­te spä­ter über die Iden­ti­tä­ren: „Die iden­ti­tä­re Bewe­gung ist ein sys­tem­ge­steu­er­tes Instru­ment.“ (18.5.15)

Ein ande­res Video (4.12.14) setzt sich mit dem islam­feind­li­chen Blog­ger Micha­el Stür­zen­ber­ger aus­ein­an­der: Auch er ist für L. ein „Feind“. Es ist wohl klar, war­um er die­se Spiel­art des Rechts­extre­mis­mus ablehnt: weil sie gegen den Islam sind. Am 22.12.2014 schreibt er dazu den Kommentar:

Wenn die Welt­eli­te es schafft, Mus­li­me und Euro­pä­er auf­ein­an­der zu het­zen, dann bringt das für nie­man­den eine Befrei­ung. Das wäre so als wenn Insas­sen eines Gefäng­nis sich gegen­sei­tig bekämp­fen, statt die Wär­ter anzugreifen.

Aber noch ist er Nazi und Mus­lim und kein Jiha­dist. Zum Jah­res­wech­sel gibt er fol­gen­de Paro­le an das deut­sche Volk via Face­book bekannt: „So ich wün­sche dem deut­schen Volk kein Glück für das neue Jahr, denn Glück brau­chen nur die Schwa­chen und das deut­sche Volk ist gewiss nicht schwach!…“ (1.1.15)

Sascha L. alias Peter U., vom Neonazi zum Jihadisten
Sascha L. ali­as Peter U., vom Neo­na­zi zum Jihadisten

2015 setzt sich Sascha L ali­as Peter U. in zwei Doku­men­ten noch ein­mal als Neo­na­zi in Sze­ne. Am 22. Mai stellt er das bis­lang nur mit deut­schen Unter­ti­teln erhält­li­che Lügen­epos über den Völ­ker­mord an den deut­schen Nazis auf You­Tube, schreibt sich in den Vor­spann ein: „Über­setzt und wie­der­ge­ge­ben von Peter U.“ Das Nazi-Film­chen wird begeis­tert von den übels­ten Nazi-Blogs geteilt. „Der Trutz­gau­er Bote“, „Der Honig­mann sagt“, „wissenschaft3000“, „Deut­sche Lob­by“ alle Hard­core-Nazi-Blogs über­neh­men die Ver­si­on von und mit Peter U. ali­as Sascha L., bedan­ken sich artig bei ihm.

Sascha L. alias Peter U. schafft auch komplizierte Querfronten: Auf einem Neonazi-Blog mit Antisemitismus pro Islam...
Sascha L. ali­as Peter U. schafft auch kom­pli­zier­te Quer­fron­ten: Auf einem Neo­na­zi-Blog mit Anti­se­mi­tis­mus pro Islam…

Am 22. August gelingt ihm noch ein Coup. Auf dem rechts­extre­men Blog mit dem bezeich­nen­den Namen „Kopfschuss911“ ver­öf­fent­licht er den für ihn pro­gram­ma­ti­schen Text: „Wer gegen den Islam hetzt, zischt mit der Zun­ge des Juden­tums“ In die­sem Text argu­men­tiert Sascha L. zwar noch mit Nazi-Voka­bu­lar, aber schon mehr als Mus­lim für die Mus­li­me und den Islam. Damit das bei den auf bestimm­te Rei­ze kon­di­tio­nier­ten Rechts­extre­men und Nazis ver­fängt, muss er häu­fig das deut­sche Volk und den Anti­se­mi­tis­mus bemü­hen: „In jeder Islam­het­ze fin­den sich Spu­ren des Juden­tums.“

Oder:

Das Kai­ser­reich wie auch das natio­nal­so­zia­lis­ti­sche Deutsch­land waren gro­ße Freun­de und Brü­der des Islams. Heu­te sind es unge­wöhn­li­cher­wei­se genau die Patrio­ten und Natio­na­lis­ten, die gegen den Islam agie­ren — unter Füh­rung des nicht auf den ers­ten Blick sicht­ba­ren Juden oder Zionisten.

Sascha L. alias Peter U. verlinkt zur Seite "Deutsche Einheit".
Sascha L. ali­as Peter U. ver­linkt zur Sei­te „Deut­sche Einheit”.

Der Kom­men­tar auf „Kopfschuss911“ ist die letz­te Akti­vi­tät von Sascha L., die ihn als Neo­na­zis aus­weist. Auf Face­book ist die­ser Kom­men­tar vom 19.8.15 der letz­te: „Also die Idee der Ein­heit ohne dum­men Aus­län­der­hass und Reli­gi­ons­hass find ich ne gute Idee.“ Er ver­weist dabei noch auf die Sei­te einer „Deut­schen Ein­heit“, die es mitt­ler­wei­le auch nicht mehr gibt. Dort wur­de nicht nur der Hass auf Mus­li­me ver­dammt, son­dern auch der auf Homo­se­xu­el­le. Der Juden­hass bleibt aber die Kon­stan­te, die ihn in die jiha­distsche Peri­ode begleitet.

Jetzt muss sich Sascha L. zunächst ein­mal mit dem Vor­wurf der Vor­be­rei­tung einer schwe­ren staats­ge­fähr­den­den Gewalt­tat auseinandersetzen.

Unabhängige Recherche ermöglichen...

Jetzt unterstützen »
  • teilen 
  • teilen 
  • teilen 
  • teilen 
  • E-Mail 
Keine Beiträge mehr verpassen: Email-Benachrichtigung aktivieren
abgelegt unter: Dokumentation
Schlagwörter: Antisemitismus | Neonazismus/Neofaschismus | Rassismus/Antimuslimischer Rassismus

Beitragsnavigation

« (Ktn): Was kommt, wenn die Rechten kommen?
Ried/Linz : 6 Monate fürs Aufhängen und Erschießen »

» Zur erweiterten Suche

Unabhängige Recherche unterstützen...

Spenden »

Wissen

  • Rechtsextremismus
  • Ist die FPÖ rechtsextrem?
  • Rechtsextreme Medien in Österreich
  • Faschismus
  • Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit
  • Antisemitismus
  • Rassismus
  • Wiederbetätigung und Verbotsgesetz
  • NS-Symbole und Abzeichengesetz
  • Verhetzung

Handeln

  • Aktiv werden und handeln
  • Was kann wie wo gemeldet werden?
  • Gegen Sticker & Geschmiere
  • How to “Prozessreport”?

Hilfreich

  • Postings gerichtstauglich sichern
  • Wie verfasse ich eine Sachverhaltsdarstellung?
  • Newsletter
  • Open Data Archiv
  • Archiv aller Beiträge
  • Schlagwörter-Wolke
  • RSS-Feeds
E-Mail-Benachrichtigung bei neuen Beiträgen
  • Wochenrückblicke
    Beiträge
  • Gastbeiträge
    Beiträge
  • Materialien
    Beiträge
  • Rezensionen
    Beiträge
Um unsere Arbeit fortführen zu können, sind wir auf Ihre Spenden angewiesen – danke für Ihre Unterstützung!

Spenden

Kontakt

Vorfälle und Hinweise bitte über unser sicheres Kontaktformular oder per Mail an:
[email protected]

Wir garantieren selbstverständlich den Schutz unserer Informant*innen, der für uns immer oberste Priorität hat.

Spendenkonto

Um unsere Arbeit fortführen zu können, sind wir auf Ihre Spenden angewiesen – danke für Ihre Unterstützung!

Spenden

Socials

social media logo x social media logo facebook social media logo bluesky

Links

  • Rechtsextremismus
  • Ist die FPÖ rechtsextrem?
  • Rechtsextreme Medien in Österreich
  • Faschismus
  • Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit
  • Antisemitismus
  • Rassismus
  • Wiederbetätigung und Verbotsgesetz
  • NS-Symbole und Abzeichengesetz
  • Verhetzung
  • Aktiv werden und handeln
  • Was kann wie wo gemeldet werden?
  • Gegen Sticker & Geschmiere
  • How to “Prozessreport”?
  • Postings gerichtstauglich sichern
  • Wie verfasse ich eine Sachverhaltsdarstellung?
  • Newsletter
  • Open Data Archiv
  • Archiv aller Beiträge
  • Schlagwörter-Wolke
  • RSS-Feeds
  • Über uns
  • Beirat und Unterstützer:innen
  • Datenschutz
  • Impressum
Spenden
Newsletter