(Wien) NSU, Ballstädt, Freital – Rechte Gewalt im Kontext ihrer internationalen Vernetzung

Vor­trag: NSU, Ball­städt, Fre­ital – Rechte Gewalt im Kon­text ihrer inter­na­tionalen Vernetzung
WANN: 3. März 2017, 19:00
WO: Depot, Bre­ite Gasse 3, 1070 Wien

Der NSU-Prozess am Münch­n­er Ober­lan­des­gericht neigt sich dem Ende zu. Gle­ichzeit­ig begin­nt am Ober­lan­des­gericht Dres­den der Prozess um die sog. „Gruppe Fre­ital“, der vorge­wor­fen wird, als recht­ster­ror­is­tis­che Vere­ini­gung Sprengstof­fan­schläge und Mord­ver­suche an Geflüchteten durchge­führt zu haben. In Unter­wass­er (Schweiz) feiern mehr als 5.000 Neon­azis auf einem Recht­srock-Konz­ert— um Geld zu sam­meln für 15 „Kam­er­aden“ die sich seit mehr als einem Jahr vor dem Landgericht Erfurt (Thürin­gen) wegen eines bru­tal­en Über­falls auf eine Kirmes­ge­sellschaft ver­ant­worten müssen. In allen drei Fällen spie­len sowohl der Ver­fas­sungss­chutz als auch die Ermit­tlungs­be­hör­den eine unrühm­liche Rolle. Die Angeklagten in München und Erfurt unter­hiel­ten bzw. unter­hal­ten gute Verbindun­gen nach Öster­re­ich und in die Schweiz, die Angeklagten aus dem Ver­fahren vor dem OLG Dres­den ver­net­zten sich aktiv mit tschechis­chen Recht­en. Mil­i­tant agierende rechte Struk­turen sind kein nationales Phänomen. Dies wird immer wieder auch in den Prozessen um rechte Morde, Angriffe auf Ander­s­denk­ende und Geflüchtete deut­lich. Die Ver­anstal­tung will ver­suchen einen Überblick über die aktuellen großen Prozess rechter Gewalt in Deutsch­land und deren Verbindung nach Öster­re­ich und die Schweiz zu geben. Gemein­sam wollen wir disku­tieren, in welchen gesellschaftlichen Kon­tex­ten diese Tat­en möglich wer­den und wie Gesellschaft und Jus­tiz – am Beispiel Deutsch­lands – damit umgehen.

  • Alexan­der Hoff­mann – Recht­san­walt aus Kiel – Neben­klage NSU, Ball­städt und Freital
  • Kristin Pietrzyk – Recht­san­wältin aus Jena – Neben­klage Ball­städt und Freital
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