Hitlers Verwandter bei der FPÖ-Wahlparty

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Bei der Wahl­par­ty der FPÖ am 4. Dezem­ber 2016, bei der es eigent­lich wenig zu fei­ern gab, waren nur Funk­tio­nä­re und spe­zi­el­le Freun­de gela­den. Ver­ständ­lich, schließ­lich will man beim Trau­ern unter sich sein. Was aber macht dann ein kon­kur­rie­ren­der Prä­si­dent­schafts­kan­di­dat dort? Nein, nicht Van der Bel­len! Tho­mas Unden, der selbst­er­nann­te und des­halb dann ver­hin­der­te Kan­di­dat, einer der „letz­ten Ver­wand­ten Adolf Hit­lers“ mach­te den Blau­en sei­ne Aufwartung.

Dass Tho­mas Unden einer der „letz­ten Ver­wand­ten Adorf Hit­lers“ ist, ist auf eine Selbst­ein­schät­zung des Medi­zi­ners zurück­zu­füh­ren, die er dem Kurier am 14.1.2016 gege­ben hat. War­um der ver­hin­der­te Prä­si­dent­schafts­kan­di­dat, bei dem Ende Febru­ar eine Haus­durch­su­chung wegen des Ver­dach­tes der Wie­der­be­tä­ti­gung statt­fand, aus­ge­rech­net bei der Wahl­par­ty der Blau­en auf­taucht, wo doch nur spe­zi­el­le Freun­de – so der ORF-Report vom 5.12. – neben blau­en Poli­ti­kern gela­den waren?

Es war jeden­falls mutig von der FPÖ, nach all dem Weh­kla­gen über die angeb­li­chen Nazi-Beschimp­fun­gen Hofers, mit einem der „letz­ten Ver­wand­ten Adolf Hit­lers“ abzu­fei­ern. Auch aus einem ande­ren Grund: Schließ­lich war der Medi­zi­ner noch im Vor­jahr wild ent­schlos­sen, die euro­päi­schen Poli­ti­ker „samt und son­ders als Hoch­ver­rä­ter­re­gie­rung an die Wand“ zu stellen.

Unden im FPÖ-Klub nach der Wahlniederlage

Unden im FPÖ-Klub nach der Wahlniederlage

Mit den von der Wahl­nie­der­la­ge ohne­hin schwer getrof­fe­nen FPÖ-Poli­ti­ke­rIn­nen hat­te er offen­sicht­lich ein Ein­se­hen und ver­such­te sie auf sei­ne Art zu trös­ten. Dem ORF-Report erklär­te er: „Wie wir wis­sen, ver­teilt sich die Intel­li­genz eines Vol­kes nach der Gauß­schen Glo­cke und da ham’s halt 70 Pro­zent Voll­trot­teln, des is an und für sich ein Fak­tum, des muss man zur Kennt­nis neh­men“. Der ORF-Repor­ter, der dem küh­nen Aus­flug in die Unden­sche Mathe­ma­tik noch nicht ganz fol­gen konn­te, frag­te nach: „Jeder, der Van der Bel­len gewählt hat ist ein Voll­trot­tel, mei­nen Sie?“. Wor­auf einer der „letz­ten Ver­wand­ten Adolf Hit­lers“ ele­gant ant­wor­te­te: „Ich wür­de sagen… ja, ich würd’s durch­aus so for­mu­lie­ren“.

Bevor sich die Wäh­le­rIn­nen Van der Bel­lens auf­re­gen und ihre übli­chen Dro­hun­gen gegen unschul­di­ge Blaue und deren spe­zi­el­le Freun­de aus­sto­ßen, möch­ten wir sie dar­an erin­nern, dass sich Stra­che weni­ge gefühl­te Sekun­den vor Undens Glo­cken­for­mel „gute und fai­re Gewin­ner“ gewünscht hat. Also bit­te! Von guten und fai­ren Ver­lie­rern hat er nichts gesagt. Zwei­tens: wenn sich in der Unden­schen Glo­cke 70 Pro­zent Voll­trot­tel ver­sam­meln und das Wahl­er­geb­nis unge­fähr 54:46 Pro­zent gegen die Blau­en aus­ge­macht hat, wie vie­le Blaue fin­den sich inner­halb der Glo­cke als „Voll­trot­tel“ und außer­halb — als Abwei­chun­gen nach unten und oben?

(edit 8.12.: Im ers­ten Satz stand „4. Novem­ber 2016”, es muss­te natür­lich „4. Dezem­ber 2016” hei­ßen, dan­ke für den Hinweis.)