Innsbruck: Ermittlungen gegen einen Südtirol-Terroristen

1989 wurde er wegen Vor­bere­itung eines Ver­brechens mit Spreng­mit­teln zu fün­fein­halb Jahren Haft verurteilt, 2004 wur­den bei ihm wieder Sprengstoff und Waf­fen gefun­den, aber dafür set­zte es 2005 nur eine äußerst milde Geld­strafe. Jet­zt wird wieder gegen den mit­tler­weile 84-jähri­gen pen­sion­ierten Tis­chler Karl A. ermit­telt. Seine Verbindun­gen zur recht­en Szene haben zu ein­er Haus­durch­suchung geführt, bei der die Polizei fündig wurde.

Die Staat­san­waltschaft Inns­bruck ist nach Darstel­lung der Tirol­er Tageszeitung“ (26.9.2016) sehr zurück­hal­tend, was die Vor­würfe gegen den alten Südtirol-Ter­ror­is­ten bet­rifft. Dem­nach wird wegen Ver­stoßes gegen das Waf­fenge­setz, aber auch wegen des Ver­dachts der NS-Wieder­betä­ti­gung ermittelt.

Der Verdächtige war in den 80er Jahren Mit­glied der Südtirol­er Ter­ror­gruppe „Ein Tirol“, die zahlre­iche Sprengstof­fan­schläge in Südtirol verübt hat­te. 1988 endete die Anschlagserie mit der Ver­haf­tung von Karl A., der sich in den 60er Jahren von Südtirol nach Nordtirol abge­set­zt hat­te. 1989 wurde er in Inns­bruck wegen Vor­bere­itung eines Ver­brechens mit Spreng­mit­teln zu fün­fein­halb Jahren Haft verurteilt.

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Wie Nazis selb­st über die „Kampf­gruppe ‚Ein Tirol’ ” berichten…

Von der ital­ienis­chen Jus­tiz wurde Karl A. später angeklagt, allein zwis­chen 1986 und 1988 46 Sprengstof­fat­ten­tate verübt zu haben. Nach ein­er strafrechtlichen Verurteilung in Abwe­sen­heit des Angeklagten wurde er aber vom Höch­st­gericht freigesprochen.

2004 fand die Inns­bruck­er Polizei bei ein­er Haus­durch­suchung dann nicht nur eine Hand­granate und eine Maschi­nen­pis­tole mit Muni­tion, son­dern in sein­er Bettzeuglade auch zehn Kilo ein­er bräun­lichen Masse, die von A. zunächst als „Fen­sterkitt“ beze­ich­net wurde . Der „Fen­sterkitt“ ent­pup­pte sich nach ein­er Unter­suchung als Sprengstoff, allerd­ings war er nicht mehr funk­tions­fähig. 2005 fol­gte dann die Ver­hand­lung vor dem Bezirks­gericht Inns­bruck, bei der A. auf die Frage nach seinem Ver­mö­gen lachend mit „Waf­fen“ antwortete. Die milde Geld­strafe für Ver­stöße gegen das Waf­fenge­setz (immer­hin war er ja mit Hand­granate und Maschi­nen­pis­tole angetrof­fen wor­den): 100 Tagsätze zu zwei Euro, davon die Hälfte bedingt.

Jet­zt wurde wieder einiges bei ihm gefun­den: „Die uner­laubten Waf­fen hat die Exeku­tive im Wagen des gebür­ti­gen Südtirol­ers gefun­den, im Haus selb­st sollen sie auf aller­hand ver­botene NS-Devo­tion­alien gestoßen sein. Um welche Gegen­stände es sich han­delt, darüber wollte die Staat­san­walt nichts sagen. Unter den sichergestell­ten Objek­ten dürften sich u. a. mehrere Bilder von Adolf Hitler befun­den haben. Dem ergraut­en Aktivis­ten dro­hen jet­zt eine Anklage sowie eine Haft­strafe von einem bis zu zehn Jahren nach dem Ver­bots­ge­setz“ (Tirol­er Tageszeitung) .