Innsbruck: Harte Strafe für Hardcore-Neonazi

Vor dem Lan­des­gericht Inns­bruck musste sich am Dien­stag, 20.9.2016, ein­er wegen Wieder­betä­ti­gung ver­ant­worten, der nicht zum ersten Mal wegen dieses Delik­ts verurteilt wurde. Schon 2008 und dann noch ein­mal 2011 hat­te er Haft­strafen wegen Wieder­betä­ti­gung und Kör­per­ver­let­zung kassiert – ins­ge­samt schon fünf Jahre. Der Inns­bruck­er (33) weiß daher, dass es nicht beson­ders klug ist, sich vor Gericht offen zum Nation­al­sozial­is­mus zu bekennen.

Ich bin kein Nation­al­sozial­ist, weil es ver­boten ist. Aber ich werde immer Patri­ot bleiben“ (Kro­ne Tirol, 21.9.2016), das war die offizielle Vertei­di­gungslin­ie des Neon­azi. Aber der patri­o­tis­che Schwur schillert etwas merk­würdig. Auf dem Oberkör­p­er Tat­toos mit Triskele, Kel­tenkreuz und SS-Totenköpfen, als bevorzugte Klei­der­marke „Landser“, „Mas­ter­race“ und „Lons­dale“ – das macht schon mal einen starken Naziver­dacht. Aber der Angeklagte postete auch Ein­schlägiges auf Face­book, z.B. eine Lek­türeempfehlung für „Mein Kampf“. Sein­er dama­li­gen Fre­undin schenk­te er eine Kette – mit Hak­enkreuz natürlich.

Das lässt kaum mehr Zweifel übrig, wie der Angeklagte seinen Patri­o­tismus inter­pretiert hat. Als im Zuge von Ermit­tlun­gen wegen Wieder­betä­ti­gung eine Haus­durch­suchung stat­tfand, wurde aber auch Briefe sichergestellt, die er an Fre­unde und seine Schwest­er adressiert, aber noch nicht abgeschickt hatte.

In Innsbruck offenbar dominierende rechte Themen: Ein bisschen Patriotismus, "zu viele Marokkaner".

In Inns­bruck offen­bar dominierende rechte Diskurse: Bloß ein wenig Patri­o­tismus und „Marokkan­er”.

In diesem Beken­ner­schreiben kündigte der Angeklagte nicht nur seinen Suizid an, son­dern auch, dass er vorher noch so viele Marokkan­er wie möglich erschießen wolle. Auch vom End­kampf soll darin die Rede gewe­sen sein. Wegen dieses Schreibens wurde ein psy­chi­a­trisches Gutacht­en erstellt, bei dem er aber jede Mith­il­fe ver­weigerte. Die Sachver­ständi­ge Adel­heid Kast­ner ent­warf darin eine ziem­lich neg­a­tive Prog­nose: „Es sei zu befürcht­en, dass es zu weit­eren schw­eren Kör­per­ver­let­zun­gen kommt, der 33-Jährige wurde deshalb bere­its mehrfach verurteilt. Kast­ner forderte die Ein­weisung in eine Anstalt für geistig abnorme Rechts­brech­er“, ist im Bericht des ORF-Tirol zu lesen.

Diese Prog­nose, die auch auf seine Dro­gen­ab­hängigkeit abstellte, war wohl entschei­dend für das Urteil. Die Geschwore­nen erkan­nten auf schuldig und das Gericht ver­fügte auf fün­fein­halb Jahre Haft und Ein­weisung in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher.