Nach der Wahl: Drohungen und Aufrufe zur Gewalt

Was sich derzeit – nach der Wahl von Alexan­der van der Bellen zum Bun­de­spräsi­den­ten – in den sozialen Net­zw­erken an Hass- und Ver­schwörung­sorgien abspielt, ist schon unerträglich genug. Wenn aber indi­rekt oder auch sehr direkt mit Gewalt gedro­ht, zur Bil­dung von Ban­den aufgerufen oder die Wohnadresse des zukün­fti­gen Bun­de­spräsi­den­ten ins Netz gestellt wird, dann hört sich selb­st dann der Spaß auf, wenn der Dro­hung ein Smi­ley beige­fügt wird.


Wilde Dro­hun­gen
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Josef L. sollte eigentlich schon längst vor einem Strafrichter ste­hen. Im Vor­jahr, am 27.6.15 hat­te er auf der Seite der FPÖ Hei­den­re­ich­stein Post­ings wie dieses veröffentlicht:

„Ich hätte da eine Unterkunft…Mauthausen und wenn dieses pack da nicht rein wollen (sic!), dann ab ins meer…“.

Als das Post­ing auf Eau de Stra­che veröf­fentlicht und ihm mit Anzeige wegen Ver­het­zung gedro­ht wurde, beschimpft L. die „Ver­räter“, den „Abschaum“.

Jet­zt kom­men­tiert Josef L. das Ergeb­nis der Bun­de­spräsi­den­ten­wahl so:

„den ver­rat und betrug wer­den die roten und grü­nen noch sehr bedauern. Es ist noch nicht zu ende.“

Was da noch nicht zu Ende ist, bleibt offen. Andere wer­den da schon deut­lich­er, etwa Her­bert Z.: „Jed­er der noch halb­wegs Öster­re­ich­er ist soll zeigen dass wir uns wehren“. Oder Dag­mar: “An alle Grün­wäh­ler auf dieser Seite. Ihr seid die Schande von Öster­re­ich. Aber wir schaf­fen es trotz­dem, euch auszurot­ten. Früher oder später fällt ihr“.

Gün­ther kommt mit den Wörtern nicht gut zurecht, aber es ist trotz­dem klar, was er will: „Mir is egal ich mache Selb­stjus­tiz hab heute kommt mir ein asy­lus oder irgendw­er zu nahe“.

Ein alt­be­währter Nazi wie Andreas hat da schon etwas konkretere Vorstellungen:

“fre­unde und kam­er­aden ihr müsst euch mehr bei den diversen linken seit­en herum­tum­meln und grün­det endlich ban­den die agieren und not­falls zuschla­gen. Auf die fpö kann ich mich nicht ver­lassen. Ab jet­zt heißt es kämpfen“.

Auf der Face­book-Seite von HC Stra­che war bis heute (24.5.) mit­tags ein Post­ing zu lesen, in dem ein User Chris­t­ian die Wohnadresse von Alexan­der van der Bellen veröf­fentlichte. Mar­vin K. postete dazu: „Anschläge bitte auf diese Adresse“ – mit einem Smi­ley. Das Post­ing, das seit gestern abends auf Stra­ches Seite online war, wurde nach Auf­forderung heute mit­tags gelöscht.

Siehe auch derstandard.at „Gewalt­laufrufe gegen Van der Bellen auf Face­book“.