Salzburg: Wiederbetätigung auf der Haut

In einem auf zwei Tage anber­aumten Prozess ver­sucht in Salzburg ein Geschwore­nense­n­at zu klären, ob bei dem Trio von jun­gen Men­schen (19,20,24) NS- Wieder­betä­ti­gung vor­liegt. Im August 2011 (!!) wur­den dem jet­zt 24-Jähri­gen Tat­toos mit den Zif­fern „18“, also den Ini­tialen von Adolf Hitler und ein­er Odal­rune gestochen. Einem Fre­und, der als Zeuge ein­ver­nom­men wurde und bere­its ein­schlägig vorbe­straft ist, wurde ein Hak­enkreuz mit einem Pin­nwand-Nagel tätowiert.

Warum es erst im Jän­ner 2016 zu ein­er Ver­hand­lung über Anklagepunk­te kommt, die sich bere­its im August 2011 ereignet haben, geht aus den Prozess­bericht­en in den „Salzburg­er Nachricht­en“ und dem „Stan­dard“ nicht hervor.


Odal-Rune. „Im Drit­ten Reich wurde die Odal-Rune als das Sym­bol für „Blut und Boden“ gedeutet und vielfach ver­wen­det. Damals bedi­en­ten sich die Reichs­bauern­schaft, die HJ, SS-Frei­willi­gen­ver­bände und das Rasse- und Sied­lungsamt ihrer”, Quelle: Aktion Zivil­courage
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Ein­er von den drei Angeklagten hat mit­tler­weile einen geregel­ten Job, während der Ältere (24) ver­sucht, über das AMS und im 2. Bil­dungsweg eine Lehre zu absolvieren. Die dritte im Nazi-Bund, die junge Frau, die jet­zt 19 ist, lebt von Arbeit­slose­nun­ter­stützung und ist auf Jobsuche.

Die Ereignisse von damals ver­suchen sie bzw. ihre Vertei­di­ger als „besof­fene Geschichte“ hinzustellen. Das ist ein biss­chen schwierig. Schließlich geht es nicht nur um die ein­schlägi­gen Tat­toos, son­dern auch darum, dass Fotos mit den Tat­toos auf Face­book veröf­fentlicht wur­den. Dem 20-jähri­gen wird außer­dem vorge­wor­fen, sein Face­book-Kon­to sehr ein­deutig aus­gerichtet zu haben. Der Staat­san­walt belegt dies „etwa mit Hitler-Porträts und Fotos, auf denen der Angeklagte mit Hitler-Gruß zu sehen ist“ (derstandard.at).

Am Don­ner­stag, 4.Februar , wird der Prozess fortgesetzt.