Eisenstadt: Wiederbetätigung am Auto

Als beim Ober­warter Einkauf­szen­trum im August des Vor­jahres ein auf­fäl­lig bzw. ein­schlägig bek­lebtes Auto am Park­platz gesichtet wurde, macht­en aufmerk­same Men­schen die NS-Meldestelle im Innen­min­is­teri­um darauf aufmerk­sam. Und in diesem Fall führte die Mel­dung zu Ermit­tlun­gen, die nach der bei Wieder­betä­ti­gung fast oblig­at­en Haus­durch­suchung zu ein­er Anklage führten, über die jet­zt vor Geschwore­nen in Eisen­stadt ver­han­delt wurde.

Die Haus­durch­suchung führte jeden­falls am Kör­p­er des Angeklagten (25) zu einem weit­eren Indiz: ein Tat­too mit dem ‚Deutschen Kreuz‘ und ein­schlägi­gen Liedzeilen, wie die „BVZ“, die über den Prozess berichtete, in ihrer Aus­gabe vom 3.2. 16 vermerkte.

Die Liedzeilen haben ver­mut­lich die Wer­bung für eine Nazi-Band, die der Angeklagte am PKW ange­bracht hat­te, ergänzt. Da fand sich auch noch ein Schriftzug mit „White Pow­er“ und eine Num­merntafel mit dem Schriftzug „HJ“, der „88“ und einem aus­gestreck­ten Mit­telfin­ger. Die Nazi-Num­merntafel hat er sich bei einem GTI-Tre­f­fen in Kärn­ten anfer­ti­gen lassen, erk­lärte der Angeklagte dem Gericht und ver­suchte es mit dem üblichen Schmäh: „Mir war nicht bewusst, dass das ver­boten ist“ und: die 88 sei seine per­sön­liche Glück­szahl. Dass die Band, für die er auf seinem PKW Wer­bung gemacht habe, eine Nazi-Kom­bo mit ras­sis­tis­chen und frem­den­feindlichen Tex­ten ist, das habe er „nicht so gese­hen“. Aja!

Weil sich selb­st gut­meinende Geschworene nicht gerne mit immer den gle­ichen Schmähs ver­arschen lassen, entsch­ieden sie auf schuldig. Die Strafe wurde mit drei Monat­en bed­ingt fest­ge­set­zt und ist bere­its rechtskräftig.