Korneuburg/Bruck: „Blöde Schreiberei“ vor Gericht

Vor dem Lan­des­gericht Korneuburg musste sich ein Handw­erk­er (22) aus dem Bezirk Bruck/Leitha wegen Ver­het­zung ver­ant­worten. Noch vor Beginn des Prozess­es gab sich der Angeklagte, so die NÖN (11.11.15) in ihrem Bericht, bei seinen Ange­höri­gen sehr selb­st­be­wusst, und es fiel dabei die Äußerung von der Bagatelle, wegen der man da vor Gericht ste­he. Nach der Ver­hand­lung sah es anders aus.

„Es schimpft doch jed­er im sozialen Net­zw­erk“, hieß es vor der Ver­hand­lung als Recht­fer­ti­gung dafür, dass der Angeklagte gehet­zt hat­te. Für den war es dann nur eine „blöde Schreiberei“, dass er via Face­book Flüchtlinge beschimpft und gefordert hat­te, sie nach Mau­thausen umzuleit­en: „Ohne nachzu­denken habe ich auf einen Beitrag geant­wortet. Das war doch nur eine blöde Schreiberei.“ (NÖN, 11.11.15)

Vor Gericht hat­te ihn sein Kom­men­tar zu einem Face­book-Post­ing mit dem Titel „Asy­lanten stür­men in Budapest Züge nach Öster­re­ich“ am 31.8. gebracht. Sein het­zerisch­er Kom­men­tar dazu: „Der Zug soll gle­ich weit­er­fahren nach Mau­thausen. Hurens­dreck­iges Gsindl!“ (meinbezirk.at)

Auf die Frage des Richters, warum er die Flüchtlinge nach Mau­thausen ver­schick­en wollte, antwortete der Angeklagte: „Das war ein Flüchtlingslager, eh, ein KZ ‑Lager vom Hitler.“ (NÖN) Was war das? „meinbezirk.at” liefert eine davon abwe­ichende Ver­sion der Antwort, die auch nicht viel bess­er ist: „Na ja, dort hat der Hitler die Leute beschäftigt” und nach ein­er Pause „und umbracht a, glaub i“.

Der Richter gibt dem Angeklagten jeden­falls den drin­gen­den Rat, das Hirn einzuschal­ten, bevor er poste. Der Angeklagte wiederum gab sich am Ende der Ver­hand­lung ein­sichtig: „Es tut mir wirk­lich leid. Ich werde nie wieder so was posten. Ich habe dazugel­ernt.“ (NÖN) Das ist ihm auch drin­gend anzu­rat­en, denn obwohl das Urteil noch nicht recht­skräftig ist: bei fünf Monat­en auf Bewährung und ein­er Geld­strafe von 2.400 Euro ist weit­ere Het­ze keine Empfehlung.