Strache und sein Info-NaziLesezeit: 3 Minuten

Schlecht wird ihm, wenn er bedenkt, was einem die Medi­en bewusst ver­schwei­gen, pos­te­te der HC Stra­che am 25. Okto­ber auf sei­ner Face­­book-Sei­­te und teil­te dar­un­ter Fotos, die ein Tho­mas W. am 6. Sep­tem­ber online gestellt hat. War­um teilt Stra­che Fotos , die schon etli­che Wochen alt sind? Und wer bit­te ist der Tho­mas W., von […]

8. Nov 2015

Tho­mas W. ist nicht mit Stra­che auf FB befreun­det und er ist auch kein Öster­rei­cher. Das lässt sich rela­tiv leicht fest­stel­len, denn der Tru­cker aus der BRD ver­steckt sich nicht auf Face­book. Auch sei­ne musi­ka­li­schen Vor­lie­ben ver­schweigt er nicht. Sie sind ein­deu­tig und ein­schlä­gig: „S,K.D.“ steht für die Neo­na­zi-Band Son­der­kom­man­do Dir­le­wan­ger, „12 Gol­den Years“ für eine brau­ne Band, die mit ihrem Band­na­men die 12 Jah­re Nazi-Dik­ta­tur ver­herr­licht, und der olle Frank Ren­ni­cke, der fast bei jedem brau­nem Grill­fest träl­lern darf, spricht ohne­hin für sich.

Nicht genug damit: am 9. August schreibt Tho­mas W. auf sei­ner Time­line: „So mal wie­der was gutes um die Ohren hau­en las­sen“. Dazu teilt er den Song „Im brau­nen Sumpf“ von Gigi und den brau­nen Stadt­mu­si­kan­ten. Die Neo­na­zi-Band hat schon im Jahr 2010, also bevor das Trio vom NSU auf­ge­flo­gen ist, mit dem Song „Döner­kil­ler“ wider­li­che Anspie­lun­gen auf die Mord­se­rie gemacht.

Im Song „Im brau­nen Sumpf“ heißt es unter anderem:

„Ihr könnt sie gern behal­ten, eure mie­se kran­ke Zeit. Wenn die Stun­de schla­gen soll­te, ste­hen wir bereit. Ich hab’s schon mal gesagt und sag es wie­der: Braun ist Trumpf! Wir sind mit­ten­drin und füh­len uns auch noch pudel­wohl im „Brau­nen Sumpf“.“

Das gefällt dem Tho­mas W. – und es ist sicher kei­ne Unter­stel­lung, dass ihn dabei eher der Text als die dürf­ti­ge musi­ka­li­sche Qua­li­tät der brau­nen Trup­pe ent­zückt. Tho­mas W. ist – da gibt’s kei­nen Zwei­fel — ein Neonazi.

Am 6.September lädt er fünf Fotos auf sein Face­book-Pro­fil hoch. Die Fotos zei­gen ver­müll­te Zug­ab­tei­le. Tho­mas W. behaup­tet, es hand­le sich um Fotos aus einem Zug, der in Saal­feld (Thü­rin­gen) so von Flücht­lin­gen ver­las­sen wur­de. Auch auf der Sei­te von „Thü­gi­da“ (Thü­rin­gen gegen die Isla­mi­sie­rung des Abend­lan­des) und ande­ren rechts­extre­men Sei­ten wur­den am 6. Sep­tem­ber und fol­gen­den Tagen die­se Fotos online gestellt. Von wem, von wo und von wann die Fotos stam­men, wird dadurch nicht klar. Die Sei­te „Der Volks­ver­pet­zer“ erklärt anschau­lich, wie ein­fach und schnell man sich ent­spre­chen­de Hetz­mel­dun­gen selbst bas­teln kann. Es gibt auch Sei­ten, die ver­su­chen, die Her­kunft der Bil­der von Tho­mas W. bzw. Stra­che zu klä­ren. Eine ist die Sei­te der „Ost­thü­rin­ger Zei­tung“. Da wird die Ankunft eines völ­lig über­füll­ten „Intercity“-Zugs aus Wien ziem­lich rea­lis­tisch beschrie­ben. Ob die Fotos aus die­sem Zug stam­men? Das bleibt unklar.

Für Stra­che aber ist alles klar. Er über­nimmt exakt sie­ben Wochen spä­ter die Fotos von einem Neo­na­zi, der ihm per­sön­lich noch dazu völ­lig unbe­kannt sein dürf­te. Oder kennt er Tho­mas W.? Hat er viel­leicht mit ihm gemein­sam vor Jah­ren ein paar Lie­der geträl­lert und sei­ne Fotos des­halb für glaub­haft befun­den – ohne zu über­prü­fen, woher sie kommen?


Auch brau­ner Mist gehört in den Mist­kü­bel (© Super­bass, CC-by-SA‑3.0)
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„Was uns die Medi­en bewusst ver­schwei­gen ! Schlecht wird einem!“, über­ti­telt Stra­che sein Pos­ting mit den Fotos und dem Kom­men­tar von Tho­mas W., sei­nem Info-Nazi. Was der Stra­che ver­schweigt, davon wird einem ganz anders!

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