Stockerau (NÖ): Die FPÖ und die Parasiten

Die FPÖ Stock­er­au beschäftigt sich auf ihrer Face­book-Seite mit der Flüchtlings­frage und lan­det nicht bei der Erörterung von Prob­le­men, son­dern mit­ten im braunen Sumpf. Nach weni­gen Sätzen ist schon von „Par­a­siten“ und „Kul­turbere­icher­ern“ die Sprache. Die Grü­nen protestierten, auch bei der „NÖN“ melde­ten sich “erboste Bürg­er“. Der Beitrag wurde mit­tler­weile gelöscht, aber der örtliche FPÖ-Chef find­et ihn in Ordnung.

Zunächst ist vom „Pflanz“ durch „Mut­ti Merkel“ die Rede in dem Beitrag der FPÖ Stock­er­au vom 24. Okto­ber. Die Men­schen wür­den herge­lockt durch falsche Ver­sprechen und Hoff­nun­gen. Der bru­tale Krieg, der die Men­schen aus ihren Woh­nun­gen gebombt hat, wird im gesamten Beitrag nicht ein­mal erwäh­nt. Stattdessen wird denen, die vor Krieg und Zer­störung flücht­en, auch noch vorge­hal­ten, dass sie ihre „Men­tal­ität“ und „Über­lebensstrate­gie“ von zuhause mit­nehmen und „mit Fäusten und Waf­fen auch weit­er­hin, nun aber auf unserem Boden“ aus­tra­gen würden.

Natür­lich fehlen auch die üblichen recht­sex­tremen Topoi wie „Kul­turbere­icher­er“ und „Gut­men­schen“ nicht neben solchen per­fi­den Unter­stel­lun­gen. Zweifel­los Tief­punkt ist aber der Satz über die Par­a­siten, den wir hier wegen des Kon­textes mit dem vorherge­hen­den und nach­fol­gen­dem zitieren:

„Ob dieses „Pflanzen“ von Mut­ti Merkel wird sich bald sehr großer Unmut unter den „Gästen“ bre­it machen: Zu viele Par­a­siten töten näm­lich den Wirt! Da muss man kein Studiert­er sein, um zu wis­sen, dass jedes weit­ere Maul, das gefüt­tert wer­den will, die eigene Por­tion am frem­den Kuchen klein­er wer­den lässt, außer man hat so schlicht gedacht, dass man der Einzige auf weit­er Flur ist…?“

Die Par­a­siten und ihr Wirt – eine klas­sis­che NS-Meta­pher bei Men­schen. Da gibt es nichts zu rüt­teln. Da hil­ft auch keine Ahnungslosigkeit oder die Klage, dass man sich falsch ver­standen fühlt. Das schon gar nicht! „Mit dem Wirten meinte ich das gesamte zwis­chen­men­schliche Sys­tem und als Par­a­sit die Men­schen ganz all­ge­mein“, erk­lärte die Ver­fasserin , die FPÖ- Frak­tion­schefin Sabi­na Kracher der NÖN.

Der FPÖ-Chef von Stock­er­au, Wolf­gang May­er, ste­ht noch deut­lich­er hin­ter dem unsäglichen Ver­gle­ich von Flüchtlin­gen mit Par­a­siten als die Ver­fasserin: „Jed­er kann seine Mei­n­ung äußern. Wenn man sich die aktuelle Sit­u­a­tion anschaut, ist die Aus­sage für mich in Ord­nung“ (NÖN).