Linz: Anschober zeigt an

Auf der Facebook-Seite des oberösterreichischen Landesrates Rudi Anschober (Grüne) , aber auch bei seinen E-Mails haben sich in den letzten Tagen rechtsextreme Nachrichten mit hetzerischem, diskriminierendem Inhalt sowie persönliche Beleidigungen und Bedrohungen gehäuft, darunter auch solche, die gegen andere UserInnen gerichtet waren. Rudi Anschober reicht es: „Die Grenze ist jetzt überschritten“. Strafanzeigen wurden eingebracht.

Anschober in seiner Stellungnahme für die Medien: „Die Grenze ist jetzt überschritten. Ich freue mich immer über Diskussionen und kritische Kommentare auf meiner Facebook-Seite, begrüße auch, dass nicht nur Gleichgesinnte unter meinen ,Freunden‘ sind. In den letzten zwei Wochen wurde die Situation aber immer radikaler, einzelne Postings werden immer extremer und brutaler, die Facebook-Regeln, wonach andere Nutzer nicht schikaniert werden oder keine Inhalte mit Hassreden verbreitet werden dürfen, sind weit überschritten. Bei manchen Kommentaren geht es bishin zu einem strafrechtlichen Tatbestand, da muss man dagegen halten: Ich habe heute eine Strafanzeige gegen unbekannt auf den Weg gebracht. Die betroffenen Profile wurden blockiert“.

In seiner Pressestellungnahme bringt Anschober auch Beispiele für die Hetze. So schreibt ein Wolfgang H. auf Anschobers Facebook-Seite am 21.10.:

„Rudi Anschober halten Sie doch endlich Ihre präpotente Klappe und finden Sie sich damit ab, dass wir Euch feminismushirngefickte Linksfaschos jetzt entsorgen wie ein verfaultes Stück Schweinefraß! (…) Ein Prozent Zugewinn, aber das heißt für Sie natürlich „Sieg“, und der wiederum das Anrecht zur Alleinherrschaft. Eine Einstellung wie Abu Bakr al Baghdadi! (…) Ich fordere Sie ausdrücklich zum Rücktritt auf. (…) Oder bewerben Sie sich beim IS als Flüchtlingsexperte! Was tut Euer genderverhurtes Zensur- und Moralkartell für Menschen wie mich? Doppelt und dreifach einen Scheißdreck!“.

Als sich eine Posterin entsetzt über das Wahlergebnis in Oberösterreich äußert („Entsetzt bin ich darüber, dass fast jeder Dritte, dem ich in OÖ begegne, eine Partei gewählt hat, die aufgrund des braunen Gedankengutes meines Erachtens nicht wählbar ist. Mit Protest hat das nichts mehr zu tun! Das Universum stehe uns bei“) , antwortet ihr wiederum Wolfgang H:

„Ja, jetzt geht es Ihnen an den Kragen. Die SA wird morgen grölend am Welser Hauptplatz aufmarschieren, und übermorgen wird die Gestapo bei Ihnen anklopfen, um Sie nach Mauthausen zu verfrachten … „grin“-Emoticon „grin“-Emoticon „grin“-Emoticon““.

Ein anderer rechtsextremer Hetzer, Silvio M., will da nicht nachstehen:

„Die Zeit wird kommen, da steht Ihr grünen, verlogenen Ratten vor einem ordentlichen Gericht. Die Urteile werden hart ausfallen, dafür bürge ich. Du kommunistische, totalitäre Ratte!“.

Und auch aus Mails an Anschober quillt brauner Dreck heraus:

„Ein ganz böser Bube bist du Herr Lehrer Lämpel. Eine DemokRatte, die es sich selber richtet und andere für deppert verkauft, wie alle grünen Mambas. Wir hoffen sehr, dass dir deine Gäste, die IS Horden, wenn sie einmal loslegen, die Pfeiffe stopfen mit der du dann explodieren wirst du elender Sauhammel du. Ihr werdet das Fett noch abkriegen, darauf dürft ihr euch verlassen – die IS wird es euch besorgen und erst die vielen jungen Neger; auch dir, du schiacha Bua“.

Quelle: Rudi Anschober.