Innsbruck: Noch ein Freispruch

Auch in Inns­bruck fand am Don­ner­stag, 17.9. ein NS-Wieder­betä­ti­gung­sprozess statt. Auch dieser Prozess endete – so wie der in Linz- mit einem Freis­pruch. Bei dem Unter­län­der (48) war die Wieder­betä­ti­gung angeklagt, weil er den Hit­ler­gruß gezeigt und dazu „Sieg Heil“ gerufen habe. Außer­dem habe er seinem Bekan­nten gegenüber geäußert, dass es heutzu­tage wieder einen wie den Hitler brauchen würde.

Der Angeklagte und sein Bekan­nter, ein Mann mit Behin­derun­gen , waren sich in ihrem Gespräch einig, dass sie in einem NS-Regime wohl bei­de nicht lange über­leben wür­den. Das hin­derte den Angeklagten aber nicht, dem anderen zu erk­lären, dass er „auf Hitler stolz sei und es in der heuti­gen Zeit wieder einen solchen brauchen würde“ (Tirol­er Tageszeitung).

Der Bekan­nte, der die Anzeige ins Rollen gebracht hat­te und im Prozess als Belas­tungszeuge auftreten sollte, nahm vor dem Geschwore­nen­gericht seine Aus­sagen teil­weise wieder zurück und der Angeklagte selb­st ver­suchte als Beleg für seine unprob­lema­tis­che Gesin­nung anzuführen, dass seine Lebens­ge­fährtin eine Aus­län­derin mit jüdis­chen Wurzeln sei.

Bei ein­er Haus­durch­suchung waren zwar NS-Devo­tion­alien wie „eine NS-Gür­telschnalle, eine Flasche mit Hitleretikett, aber auch etliche Patro­nen für Maschi­nengewehre, Pis­tolen und Lang­waf­fen sowie Mess­er, vier Brand­spreng­granat­en und eine Panz­er­granate“ (TT) gefun­den wor­den, aber die Geschwore­nen entsch­ieden auf Freispruch.

Die Waf­fen­funde wer­den vor dem Bezirks­gericht als Ver­stoß gegen das Waf­fenge­setz ver­han­delt. Der Angeklagte erk­lärte dazu vor Gericht: „Für mich sind diese Gegen­stände ein­fach nur schön!“ (TT).